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Erdbebengefährdung

Können in Österreich überall Erdbeben auftreten? Und mit welcher Stärke muss man rechnen?

Unter Erdbebengefährdung wird die Wahrscheinlichkeit des Überschreitens einer durch ein Erdbeben hervorgerufenen Bodenbeschleunigung innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums verstanden.

Die Bereiche Österreichs, die regelmäßig von Erdbeben betroffen sind, können schon an Hand der Epizentrenverteilung der gefühlten Erdbeben (Intensität ≥ 3°) erkannt werden. In der folgenden Abbildung sind alle Erdbeben auf österreichischem Staatsgebiet dargestellt, die in Österreich seit 1900 verspürt worden sind. Der Übersichtlichkeit wegen wurde auf die Darstellung der Erdbeben, die „nur“ messtechnisch erfasst wurden – also nicht von der Bevölkerung wahrgenommen wurden – verzichtet. Dank des Messnetzes werden nämlich in Österreich viel mehr Erschütterungen – derzeit mehrere hundert pro Jahr – registriert und ausgewertet.

Epizentren seit 1900

Epizentren in Österreich seit dem Jahr 1900 © ZAMG Geophysik

Hier zeichnen sich die seismotektonisch aktiven Störungszonen ab. Dazu zählen vor allem das Wiener Becken, die Mur-Mürztal-Störung – die zur Bildung des Wiener Beckens beiträgt – sowie die Inntal- und Lavanttal-Störung. Die Herdtiefe der meisten Erdbeben beträgt etwa 7–8 km. Erdbeben geringerer Herdtiefe (1–4 km) ereignen sich hauptsächlich im Raum Pregarten (OÖ).

Aus der Erdbebengeschichte einer Region erhält man die mittlere Wiederholungszeit dieser Naturereignisse und kann somit abschätzen, wie oft ein Erdbeben einer bestimmten Stärke durchschnittlich auftritt. Dieses Wissen kann zur Risikoverminderung genützt werden, indem in gefährdeten Gebieten eine erdbebensichere Bauweise angewendet wird. Man hat außerdem die Möglichkeit, historische Bauten, deren Bausubstanz unter Umständen schon beeinträchtigt ist, zu verstärken beziehungsweise sie für den Erdbebenfall als „kritische Objekte“ einzustufen. Somit sind die zuständigen Organe in der Lage, potentielle Gefahrengebiete zu erkennen, spezielle Einsatzpläne für den Katastrophenfall zu erstellen und für eine spezifische Ausbildung des Einsatzpersonals zu sorgen, wobei hier sicherlich den Feuerwehren und Rettungsdiensten, aber auch dem Bundesheer und der Polizei eine entscheidende Rolle zufällt. Von diesen Vorsorgemaßnahmen hängt es ab, ob und in welchem Ausmaß auf das Eintreten einer solchen Naturkatastrophe reagiert werden kann.

Erdbebengefährdungszonen von Österreich nach ÖNORM EN 1998-1.  © ZAMG Geophysik
Erdbebenzonen der Baunorm ÖNORM EN 1998-1. © ZAMG Geophysik

Download der Erdbebengefährdungs-Karte in hoher Auflösung (3 MB)

Aus der Zonenkarte der ÖNORM EN 1998-1, die beim Österreichischen Normungsinstitut (ON) in der Heinestr. 38, 1020 Wien erhältlich ist, lässt sich bereits erkennen, in welchen Regionen Österreichs die höchsten Bodenbewegungen durch Erdbeben zu erwarten sind. Zur Zone 4 zählt vor allem der Raum Wiener Neustadt, Scheibbs, Kindberg, der Katschberg, das Nassfeld und Innsbruck. Dort ist besondere Vorsicht bei der Ausführung von Gebäuden angesagt, da dort die Bodenbeschleunigungen 1 m/s² überschreiten können.

Es ist deshalb wichtig, sich die folgenden Punkte vor Augen zu halten, um Schäden durch Erdbeben zu verringern

  • Erdbebensicheres, normgerechtes Bauen sowie entsprechende Bauwerksverstärkung von Altbauten
  • Schulung der Bevölkerung im Hinblick auf das richtige Verhalten im Falle von Erdbeben im In- und Ausland

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Umfeld eines Stollens © ZAMG
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Historische Erdbeben
Holzschnitt aus der 'Weltchronik' von Hartmann Schedel, 1493. 'Und der Engel nahm das Rauchfaß und füllte es mit Feuer vom Altar und warf es auf die Erde, und Donner folgten, Getöse, Blitze und Beben.' Offenbarung 8,5 © ZAMG Geophysik Hammerl
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Willkommen am Conrad Observatorium. © Gerhard Ramsebner