Monitoring am COBS
Das Conrad Observatoirum ist eine unterirdische geophysikalische Forschungseinrichtung, an der auch Nuklearwaffentests registriert werden.
Sowohl im Oktober 2006 und als auch im Mai 2009 verlautbarte die Demokratische Volksrepublik Korea, dass auf ihrem Territorium eine nukleare Sprengung zu Testzwecken durchgeführt wurde. Beide Ereignisse wurden weltweit mit den seismischen Stationen der CTBTO (Comprehensive Test Ban Treaty Organisation), einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die die Einhaltung von Kernwaffentest - Verboten überwachen soll, registriert. Auch an der Erdbebenstation CONA am Conrad Observatorium konnten die Ereignisse aufgezeichnet werden.
Am 25. Mai 2009 wurde an der Station CONA ein Ereignis mit Magnitude 4,5 registriert. Die seismischen Wellen erreichten Österreich nach knapp 12 Minuten und sind in den Seismogrammen deutlich zu erkennen (siehe untere Abbildung).
Wellenzüge registriert an der Österreichischen Station CONA. © ZAMG Geophysik
Der 2009 vom nationalen Datenzentrum berechnete Ort stimmte gut mit dem vermuteten Testgebiet in der nordöstlichen Provinz Hamgyong überein, in dem bereits im Oktober 2006 ein Nukleartest stattgefunden hat. Nach Analyse sämtlicher Daten konnte ein seismisches Ereignis einer Größenordnung mit Magnitude 4,5, das aus einer Explosion resultiert, in Nordkorea bestätigt werden. Die aus der Magnitude abgeschätzte Ladungsmenge liegt im Bereich von etwa 3,4 Kilotonnen TNT.
Seit Juni 2009 wird am Observatorium auch eine Infraschall - Testanlage der CTBTO betrieben. Gemeinsam mit anderen Sensoren dienen diese Messanlagen der Überwachung des Internationalen Nuklearwaffenteststopp - Abkommens.
Infraschall - Testanlage am Conrad Observatorium. © ZAMG Geophysik
