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03.11.2016

Strategische Emissionsplanung für Tiroler Gemeinden

Strategische Emissionsplanung für Tiroler Gemeinden

©ZAMG

Die ZAMG unterstützt Tiroler Gemeinden bei der möglichst umweltschonenden Planung von neuen Gewerbegebieten und Betrieben. Mit Ausbreitungsmodellen werden die Luftbelastungen für verschiedene Nutzungs-Szenarien berechnet. So wird bereits in der Planungsphase ermittelt, welche Betriebe und welches Verkehrsaufkommen in einem neuen Widmungsgebiet im Einklang mit den Luftgütegesetzen möglich sind.

Das Tiroler Raumordnungsgesetz 2011 (TROG 2011) sieht eine Umweltprüfung vor, wenn erhebliche Umweltauswirkungen mit einer Widmung verbunden sein könnten. Damit wird sichergestellt, dass die gesetzlichen Grenzwerte zum Schutz des Menschen und der Umwelt eingehalten werden. In der Planung ist es für Gemeinden oft schwierig abzuschätzen, wie viele Luftschadstoffe beispielsweise ein neues Gewerbegebiet in Summe noch verursachen darf. Hier spielen viele Faktoren mit, unter anderem die Art der Betriebe, der zusätzlich entstehende Verkehr und die meteorologischen Besonderheiten einer Region sowie die schon vorhandene Schadstoffbelastung.

Schadstoffbelastung in Abhängigkeit der Wetterlagen

Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) unterstützt hier Gemeinden mit der sogenannten Strategischen Emissionsplanung, um unnötige Kosten und Verfahren durch falsche Planungsgrundlagen schon von Beginn an zu vermeiden. Dafür werden spezielle Computersimulationen verwendet, die meteorologische und physikalische Prozesse berücksichtigen, sagt Alexander Klee von der ZAMG Innsbruck: „Diese Ausbreitungsmodelle zeigen zum Beispiel, in welchem Gebiet sich durch regionale Windsysteme Schadstoffe sammeln und die Umweltbelastung dadurch zunimmt. Gerade in den Tälern Tirols, mit ihren zahlreichen meteorologischen Besonderheiten, sind sehr genaue Analysen und Berechnungen notwendig."

Flexibles System für jede Anforderung

Um auf unterschiedliche Anforderungen der Gemeinde bei der Flächenwidmung eingehen zu können, arbeitet die ZAMG mit einem sehr flexiblen Analyse- und Vorhersagesystem, erklärt Alexander Klee: „Wir haben ein spezielles mathematisches Verfahren entwickelt, um zu ermitteln, wie sich unterschiedliche Schadstoffquellen gegenseitig beeinflussen und wie die Gesamtemission unter Einhaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen optimiert werden kann. Dadurch sind wir in der Lage die Auswirkungen verschiedener künftiger Nutzungsarten abzuwägen, beispielsweise von Handel, Logistik oder gewerblichen Betrieben." Dank dieser nachhaltigen Planung werden wirtschaftliche Interessen mit Umweltschutz- und Gesundheitsaspekten in Einklang gebracht. (Anm.: Die Tabelle in der Abbildung unten veranschaulicht eine solche Aufteilung beispielhaft anhand allgemein verständlicher Verkehrszahlen)

Regionale Berechnungen für reale Wetterlagen

Wie das Wetter die Verteilung der Schadstoffe bestimmt, wird anhand von zahlreichen realen Wetterlagen der letzten Jahre berechnet. Die Ausbreitungsmodelle verwenden dafür detaillierte Geländemodelle, um auch kleinräumige Besonderheiten zu berücksichtigen. Außerdem können die Daten mit präzisen Messungen mobiler Wetterstationen ergänzt werden.

Ausbreitungsmodelle für Umwelt- und Katastrophenschutz

Die ZAMG besitzt im Bereich Umweltmeteorologie mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung und entwickelt und betreibt Ausbreitungsmodelle für unterschiedliche Anforderungen. Neben Fragestellungen und Gutachten im Bereich von Schadstoff- und Geruchsemissionen liegt in der Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Krisen-und Katastrophenschutzmanagement ein weiterer wichtiger Schwerpunkt. Die Bandbreite reicht hier von der großräumigen Berechnung einer radioaktiven Wolke nach einem Unfall in einem Kernkraftwerk bis zu extrem kleinräumigen Ausbreitungsberechnungen nach Unfällen mit Giftstoffen in einer Großstadt.

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Beispiel für eine umweltmeteorologische Schadstoffanalyse: Die blauen Punkte symbolisieren Punktquellen. Die Emissionen können auf eine Art und Weise optimiert werden, dass außerhalb der Grundstückgrenzen keine relevanten Zusatzbelastungen für Anrainer zu erwarten sind. Die Tabelle zeigt eine mögliche Aufteilung der Emissionen auf Betriebe und Verkehr samt Umlegung auf für den Laien verständliche Verkehrszahlen. Quelle: ZAMG. –>Link zum Bild in Originalgröße

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Web-Links

ZAMG Umweltmeteorologie: www.zamg.at/cms/de/produkte/umwelt

ZAMG allgemein: www.zamg.at und www.facebook.com/zamg.at

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