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Jahresrückblick

Wetterlagen für 2017

Datum Wetterlage
J�NNERMit einer Anomalie von -2,9 °C zum vieljährigen Mittel war der Jänner 2017 einer der kältesten Jänner-Monate der letzten 30 Jahre. Dazu führte mitunter eine Reihe extrem kalter Nächte. Die in diesem Monat tiefste Temperatur wurde am Hinteren Brunnenkogel am Pitztaler Gletscher (3.437 m) registriert, diese betrug -29,7 °C. Aber auch in Gebieten unter 1.000 Meter Seehöhe fiel die Temperatur in so mancher Jännernacht auf Werte weit unter die Null-Grad-Grenze. So etwa wurde am 7. Jänner in Radstadt (S, 835 m) eine Temperatur von -26,3 °C gemessen. Der Jänner 2017 brachte aber nicht nur sehr kalte, sondern auch sehr trockene Luftmassen nach Österreich. Dies spiegelt sich mitunter in den ungewöhnlich vielen Sonnenstunden wieder. Mit einem Plus von 35 Prozent zum klimatologischen Mittel ist dieser Jänner einer der drei sonnigsten der Messgeschichte, während über ganz Österreich gemittelt der Niederschlag im Jänner um 40 Prozent unter dem vieljährigen Durchschnitt lag. Somit lagen auch die Neuschneemengen im Großteil Österreichs deutlich unter einem durchschnittlichen Jänner, mehr Neuschnee gab es nur in einigen Regionen nördlich der Alpen.
FEBRUARNach einem bemerkenswert kalten Jänner 2017 verlief der Februar 2017 ungewöhnlich mild. Mit einer Abweichung von +2,9 °C über dem vieljährigen Mittel reihte sich dieser Februar unter die 15 wärmsten Februar-Monate der 250-jährigen Messgeschichte. Dazu trugen frühlingshafte Temperaturen wie beispielsweise am 23. Februar in Salzburg-Freisaal (21,9 °C), in Wien-Unterlaa (19,1 °C) oder in Landeck (19,1 °C) bei. In tiefen Lagen begannen im Laufe des Februars auch die ersten Zeigerpflanzen des Vorfrühlings, wie Schneeglöckchen und Hasel, zu blühen. Die Niederschlagsverteilung war im Februar 2017 regional sehr unterschiedlich. Während von Osttirol über Kärnten bis ins Nordburgenland um 10 bis 240 Prozent mehr Niederschlag fiel, war es im Westen und Nordes Österreichs um 40 bis 80 Prozent trockener als im Mittel. Im Flächenmittel summierte sich im Februar 2017 um etwa 18 Prozent weniger Niederschlag.
M�RZDer März 2017 lag um +3,5 °C über dem langjährigen Mittel und war somit der wärmste März seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Im Großteil Österreichs brachte der März nahezu durchgehend mildes Wetter und ließ so manche Rekorde an Wetterstationen mit sehr langen Messreihen purzeln. Die höchste Lufttemperatur die im März 2017 gemessen wurde, lag bei beachtlichen +26,1 °C. Diese wurde am 31. März an der ZAMG-Wetterstation in Bischofshofen (S, 550 m) registriert. Der März 2017 verlief nicht nur ungewöhnlich mild, sondern auch sehr sonnig, und zwar mit +25 Prozent mehr Sonnenstunden als im vieljährigen Mittel.
APRILNach einer sehr milden ersten April-Hälfte, folgte ein massiver Kaltlufteinbruch. Somit lag der April 2017 erstmals seit neun Jahren mit 0,2 °C unter dem vieljährigen Mittel. Zwar sind Frost und Schneefall im April keine Seltenheit, die Neuschneemengen die am 19. und 20. April allerdings fielen waren zum Teil sehr außergewöhnlich. So schneite es beispielsweise in Lunz am See (N, 612 m) innerhalb von 24 Stunden 65 Zentimeter. Beachtlich waren am Monatsende auch die Niederschlagsmengen im Südwesten Österreichs, innerhalb von 48 Stunden fielen am Loiblpass 256 Millimeter Niederschlag. Statistisch gesehen tritt so ein Ereignis in dieser Region nur etwa alle 20 Jahre auf. Österreichweit gesehen fiel im April 2017 im Mittel um 27 Prozent mehr Niederschlag.
MAITemperaturen über der 30-Grad-Marke traten im Jahr 2017 erstmals am 19. Mai auf. Die höchste Lufttemperatur im Mai 2017 wurde allerdings am 30. gemessen. Insgesamt brachte dieser Tag einige lokale Hitzerekorde im Mai. So erwärmte sich die Luft in Horn auf 35,0 °C, in Krems auf 33,8 °C oder in Retz auf 31,1 °C. Insgesamt verlief der Mai 2017 sehr warm und reihte sich mit einem Plus von 1,1 °C über dem vieljährigen Mittel unter die 25 wärmsten Maimonate seit Beginn der Messungen im Jahre 1767. Neben der ungewöhnlich frühen Hitze brachte der Mai 2017 im Flächenmittel 20 Prozent mehr Sonnenschein und 40 Prozent weniger Niederschlag.
JUNIDer Juni 2017 brachte überdurchschnittlich viele Sommer- (mindestens 25 °C) und Hitzetage (mindestens 30 °). Eine für Juni außergewöhnlich frühe und lange Hitzewelle ab den 19. brachte an bis zu 10 Tagen hintereinander Temperaturen von mindestens 30 °C. Dieser Juni lag um 3,2 °C über dem vieljährigen Mittel und ging somit als der zweitwärmste Juni in die 250-jährigen Messgeschichte ein. Zudem sicherte sich dieser Juni mit einem Plus von 30 Prozent mehr Sonnenstunden den vierten Platz unter den sonnigsten Junimonaten. Mit 342 Sonnenstunden zeigte sich in Hohenau/March die Sonne am häufigsten. Ungewöhnlich war auch die Trockenheit in so mancher Region, vom Flachgau bis zum Nordburgenland war es mit 55 Prozent weniger Niederschlag sogar der trockenste Junimonat seit dem Jahr 1950.
JULIÜber ganz Österreich gemittelt fiel im Juli 2017 um 14 Prozent mehr Niederschlag als in einem durchschnittlichen Juli. Betrachtet man allerdings die einzelnen Regionen zeigte sich ein ganz anderes Bild. Während an der Alpennordseite, insbesondere vom Arlberg bis zum Wechsel, die Niederschlagsmengen bis zu 75 Prozent über dem Mittel lagen, verlief der Juli 2017 in den südlichen Regionen von Kärnten, der Steiermark und des Burgenlandes teils deutlich zu trocken. Mit rund 47.000 Blitzeinschlägen lagen im Juli 2017 die vom Österreichischen Blitzortungssystem ALDIS registrierten Blitze ziemlich genau im Durchschnitt. Der Tag mit den meisten Blitzeinschlägen war der 20. Juli, an diesem Tag wurden rund 5.500 Wolken-Erde-Blitze gemessen. Die höchste Temperatur in besagtem Monat wurde ebenfalls am 20. Juli registriert, diese betrug 35,8 °C. Verglichen mit dem langjährigen Mittel verlief der Juli 2017 um 1,0 °C zu warm und reihte sich somit unter die 20 wärmsten Juli-Monate seit Messbeginn im Jahre 1767 ein.
AUGUSTDer August 2017 war geprägt von überdurchschnittlich warmen und sonnigen Wetter. Mit einem Plus von 2,0 °C zum klimatologischen Mittel nahm der August 2017 somit den fünften Platz unter den wärmsten August-Monaten ein, die Sonne schien österreichweit um etwa 20 Prozent länger. Entlang der Alpen, vor allem von den Ötztaler Alpen bis zum Wechselgebiet, fiel im Vergleich zum langjährigen Mittel um bis zu 50 Prozent mehr Niederschlag, in den Niederen Tauern und in den Zillertaler Alpen regnete es punktuell sogar um bis zu 100 Prozent mehr. Um bis zu 25 Prozent weniger Niederschlag brachte der August 2017 hingegen im Waldviertel, im Weinviertel und im Nordburgenland. Betrachtet man das gesamte Bundesgebiet summierte sich im August 2017 ein Niederschlagsüberschuss von etwa sechs Prozent.
SEPTEMBERDer September 2017 brachte nasses und trübes Wetter. Österreichweit fiel in diesem September um 29 Prozent mehr Niederschlag als im Mittel. Während der September 2017 im Mühl- und Waldviertel rund 40 bis 60 Prozent weniger Niederschlag brachte, regnete oder schneite es in Kärnten hingegen stellenweise doppelt so viel. Vereinzelt gab es hier auch neue Schneerekorde. So war es etwa auf der Villacher Alpe (K, 2.140 m) der schneereichste September seit Beginn der Schneemessungen im Jahre 1952. Im Laufe des Monats kamen hier 78 Zentimeter Neuschnee zusammen. Das teils niederschlagsreiche Wetter spiegelte sich auch in der Sonnenscheinverteilung wieder. Im September 2017 lag die Anzahl der Sonnenstunden österreichweit um 30 Prozent unter dem Mittel. Auch in Punkto Temperatur fiel dieser September erstmals seit zehn Jahren zu kühl aus. Mit einer Anomalie von -1,5 °C verlief dieser deutlich kühler aus sein klimatologisches Mittel.
OKTOBERNach einem kühlen und trüben September brachte der Oktober 2017 wieder überdurchschnittlich warme und sonnige Witterungsverhältnisse. Im Flächenmittel verlief dieser Oktober um 1,4 °C wärmer als das klimatologische Mittel. Damit reihte sich dieser unter die 25 wärmsten Oktober-Monate seit Beginn der Messungen. Die wohl sonnigsten Regionen mit einem Sonnenschein-Überschuss von bis zu 75 Prozent waren in Kärnten zu finden. Österreichweit schien die Sonne um 19 Prozent länger als im vieljährigen Mittel. In der Niederschlagsverteilung zeigten sich wie so oft regionale Unterschiede. Während es im Süden Österreichs sehr trocken war - stellenweise gab es ein Niederschlagsdefizit von bis zu 90 Prozent - fiel nördlich der Alpen bis zu 140 Prozent mehr Niederschlag als in einem durchschnittlichen Oktober.
NOVEMBER'Normal' fiel der November 2017 aus. Die Temperatur erreichte mit einer Abweichung von rund +0,2 °C ziemlich genau das 30-jährige Klimamittel. Auch das Sonnenscheindefizit von etwa 9 Prozent und der Niederschlagsüberschuss von 10 Prozent lagen im Bereich der normalen statistischen Schwankungen. Überdurchschnittlichen fielen hingegen stellenweise die Schneeverhältnisse in den höheren Lagen des Berglandes aus. In Ramsau/Dachstein (ST) beispielsweise summierten sich 103 Zentimeter Neuschnee, der Mittelwert liegt hier bei 62 Zentimetern.
DEZEMBERDer Dezember 2017 lag in der österreichweiten Auswertung um 0,5 °C über dem vieljährigen Mittel im Bereich der normalen statistischen Schwankungen. Auf den Bergen oberhalb von 1.500 m Seehöhe fiel dieser Dezember hingegen mit einem Minus von 1,1 °C deutlich zu kühl aus. Aufgrund der tiefen Temperaturen gab es im Bergland erstmals seit einigen Jahren für diese Jahreszeit eine entsprechende Schneelage. Abseits der Berge brachte der Dezember 2017 um bis zu 70 Prozent weniger Niederschlag als in einem durchschnittlichen Dezember-Monat, die Neuschneemengen lagen hier dementsprechend meist zwischen 50 und 100 Prozent unter dem klimatologischen Mittel.

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