Forschung / Citizen Science

Citizen Science an der ZAMG: Wissenschaft zum Mitmachen

In vielen Bereichen liefert die Bevölkerung der ZAMG seit Jahren wichtige Informationen für die Forschung, zum Beispiel über das Erdbeben-Wahrnehmungsformular, mit phänologischen Beobachtungen für die Klimaforschung und in gemeinsamen wissenschaftlichen Projekten mit Schulen.

Durch die moderne Technik, wie Internet und Smartphones, werden die Möglichkeiten in diesem Bereich immer mehr. In vielen Ländern arbeiten mittlerweile wissenschaftliche Institutionen mit der so genannten "Citizen Science"-Methode.

Was ist Citizen Science?

Als Citizen Science wird eine Arbeitsmethode bezeichnet, bei der wissenschaftliche Projekte mit Beteiligung von interessierten Menschen aus der Bevölkerung durchgeführt werden. Die beteiligten Citizen Scientists melden dabei Beobachtungen, führen Messungen durch oder werten Daten aus. Diese Form der Wissenschaft ist vor allem im angelsächsischen Raum sehr verbreitet und wird nun auch in Europa vermehrt durchgeführt. In Österreich unterstützt das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) zahlreiche Citizen Science Projekte im Rahmen der Initiative Sparkling Science.

Hier einige Beispiele für Citizen Science an der ZAMG:

Erdbeben-Meldungen:
Seit rund 120 Jahre wissenschaftliche Beteiligung der Bevölkerung

Der erste an der ZAMG noch erhaltene Erdbeben-Wahrnehmungsformular aus der Bevölkerung stammt aus dem Jahr 1897. Damals startete die "Erdbeben-Commission der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien" eine Initiative zur besseren Dokumentation von Beben. 1904 übernahm diese Funktion der neu gegründete Österreichische Erdbebendienst an der ZAMG.

Seit dem Jahr 2004 können Sie Meldungen nach einem Erdbeben rasch und umkompliziert in ein Webformular eingeben. Die Daten helfen, die Auswirkungen von Erdbeben zu analysieren und dienen in der Folge unter anderem der Verbesserung des österreichischen Katastrophenschutzes.

Seit Einrichtung des Webformulars gingen rund 43.000 Bebenberichte an die ZAMG.

-> Link zum Erdbeben-Wahrnehmungsformular

Phänologische Beobachtungen:
Unterstützen Sie die Klimaforschung mit Naturbeobachtungen

Die Phänologie untersucht, wie Pflanzen und Tiere auf Witterung und Klima reagieren. Zum Beispiel blühen viele Pflanzen in den letzten Jahren auf Grund des immer wärmeren Klimas immer früher.

Die ZAMG unterhält seit 1928 (mit Unterbrechungen während der Kriegszeit) ein phänologisches Messnetz mit rund 100 Beobachtungsorten. Alle Interessierten können sich an der Phänologie-Website der ZAMG anmelden und ihre Beobachtungen melden.

-> Link zum Phänologie-Portal der ZAMG: www.phenowatch.at

Derzeit läuft an der ZAMG auch ein phänologisches Projekt mit Schulen bei dem unter anderem ein Phänologie-App für Smartphones etnwickelt wird. Infos dazu weiter unten bei "NaturVerrückt".

MeteoPics:
Fotos dokumentieren Wetter und Klima

MeteoPics startete als Sparkling Science-Projekt mit Schulen. Mittlerweile steht die Website allen Fotobegeisterten zur Verfügung. Die Fotos helfen unter anderem bei der Interpretation von extremen Wetterereignissen und ihren Auswirkungen.

-> Link zu www.meteopics.eu

Trusted Spotter Network Österreich:
Geschulte "Gewitterjäger" unterstützen Warnungen und Forschung

Ein "Trusted Spotter" leitet bei Unwetterereignissen wie Hagel, Sturm, Überflutungen und anderen Extremwettererscheinungen wichtige Informationen in Echtzeit an die ZAMG weiter. "Trusted Spotter" sind an der ZAMG geschult, ehrenamtlich tätig und aktive Mitglieder bei Skywarn Austria (Österreichs größtem Verein, der sich mit Wetter- und Unwetterbeobachtungen, Schadensanalysen und Extremwetter befasst). 

-> Weitere Informationen: www.zamg.ac.at/tsn

"NaturVerrückt":
Phänologisches Forschungsprojekt mit fünf Schulen

Derzeit läuft das Sparkling Science-Projekt „NaturVerrückt“. Dabei werden die Auswirkungen von Wetter und Klima auf heimische Wildgehölze und landwirtschaftliche Kulturpflanzen untersucht und ein Phänologie-App für Smartphones entwickelt. Einen wesentlichen Beitrag liefern dabei die Schülerinnen und Schüler von fünf landwirtschaftlichen Fachschulen in Niederösterreich (Edelhof, Gießhübel, Hohenlehen, Mistelbach, Warth).

->Hier finden Sie weitere Informationen zu "NaturVerrückt"

Schools&Quakes:
Schulen messen und analysieren Erdbeben

Im 2015 gestarteten Sparkling Science-Projekt "Schools&Quakes" messen und analysieren Schülerinnen und Schüler Erdbeben in den relativ bebenreichen Gebieten vom Mürztal bis zum Wiener Becken.

->Hier finden Sie weitere Informationen zu "Schools&Quakes"

QuakeWatch Austria:
Schüler programmieren App für Erdbeben

"QuakeWatch Austria" stellt eine Erweiterung von "Schools &Quakes" in die Richtung Citizen Science dar. Forschungsziel ist die raschere und präzisere Erfassung von Erdbeben-Wahrnehmungen und Wirkungen mittels einer Smartphone-App. Diese Informationen werden auch eine bessere Einschätzung der Gefährdung durch zukünftige Erdbeben unterstützen.

->Hier finden Sie weitere Informationen zu "QuakeWatch Austria"

Glacio-Live:
Online-Messung der Gletscher

Im 2015 gestarteten Projekt „Glacio-Live“ entwickelt die ZAMG gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des TGM Wien ein Nahe-Echtzeit-Informationssystem, das den Zustand von Österreichs größtem Gletscher, der Pasterze, und kleinerer Gletscher rund um das Sonnblick-Observatorium misst und im Internet visualisiert.

->Hier finden Sie weitere Informationen zu "Glacio-Live"

Sparkling Geomagnetic Field:
Schülerinnen und Schüler erforschen das Magnetfeld der Erde

Vor kurzem wurde dieses gemeinsame wissenschaftliche Projekt der ZAMG mit dem Akademischen Gymnasium Graz, dem Gymnasium Tamsweg und dem BG Sillgasse Innsbruck abgeschlossen. Dabei wurden das Magnetfeld der Erde und die Auswirkungen von Sonnenstürmen gemessen und analysiert.

->Hier finden Sie weitere Informationen zu "Sparkling Geomagnetic Field"

Die ZAMG ist eine
Forschungseinrichtung des
Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft
© Zentralanstalt für
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