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21.03.2019

Welttag der Meteorologie: Österreich sehr aktiver Teil der meteorologischen Weltgemeinschaft

Welttag der Meteorologie: Österreich sehr aktiver Teil der meteorologischen Weltgemeinschaft

©ZAMG/Weyss

Der Welttag der Meteorologie (23. März) erinnert an die Gründung der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) am 23. März 1950. Die WMO ging aus einer Organisation hervor, die 1873 in Wien initiiert wurde. Zu den Aufgaben der WMO gehören unter anderem die Förderung des weltweiten Daten- und Wissensaustauschs.

Österreichs Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) war und ist an zahlreichen WMO- Projekten beteiligt, die moderne Vorhersage- und Warnsysteme aufbauen, zum Beispiel in Moldawien, Albanien, Ghana und Myanmar.

Vor kurzem ernannte die WMO s echs österreichische Wetterstationen zu „Centennial Observing Stations". Dazu gehören weltweit rund 120 Messorte mit sehr lange n und hochwertige n Messreihen. Österreichs Daten reichen bis 1762 zurück und sind die Basis für viele nationale und internationale Anwendungen, etwa in der Klimaforschung.

Lange und hochwertige Messreihen sind die Grundlage für viele Bereiche der Meteorologie. Sie ermöglichen unter anderem, Trends für Klimaänderungen zu erkennen und Klimasimulationen mit historischen Daten zu testen. Aus Österreich hat die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) gleich sechs Stationen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in den Kreis der weltweit rund 120 „Jahrhundert"-Wetterstationen (Centennial Observing Stations) aufgenommen: Kremsmünster (Messungen seit 1762), Stift Zwettl (seit 1833), Wien Hohe Warte (seit 1872), Innsbruck Universität (1877), Sonnblick (1886), Graz Universität (Messungen seit 1894).

"Diese sehr langen hochwertigen Messreihen - wie sie Österreich mit Kremsmünster, Zwettl, Wien, Innsbruck, Sonnblick und Graz besitzt - sind die Basis für viele meteorologische Anwendungen, besonders in der Klimaforschung. Es ist extrem wichtig, dass wir die Fortsetzung dieser Messungen langfristig sicherstellen", betont der Direktor der WMO, Petteri Taalas.

Von der Glaskugel zum hochsensiblen elektronischen Sensor

Der Welttag der Meteorologie (23. März) hat heuer das Thema „Die Sonne, die Erde und das Wetter." Betrachtet man die Messung von Sonnenschein, sieht man die enorme Entwicklung der Meteorologie in den letzten Jahrzehnten: Früher wurde die Sonnenscheindauer mit einer Glaskugel gemessen, die bei Sonnenschein Löcher in einen Messstreifen brannte. Diese Messstreifen wurden anschließend händisch ausgewertet. Heute messen elektronische Sensoren rund um die Uhr unterschiedliche Strahlungsanteile der Sonne.

Sonnenscheindaten für Wettervorhersage, Solar- und Blendanalysen

An den Standorten Wien, Sonnblick, Graz, Innsbruck, Klagenfurt und Kanzelhöhe stehen außerdem Spezialmessgeräte, die selbst minimale Änderungen in der Sonnen- und Wärmestrahlung registrieren. „Die Sonne ist der Motor von Wetter und Klima. Kleine Änderungen in der Sonnen- oder Wärmestrahlung haben große Auswirkungen auf die thermischen Eigenschaften und die Zirkulation der Atmosphäre und der Ozeane", sagt der Leiter der ZAMG-Klimaforschung Marc Olefs. „Exakt gemessene Strahlungsdaten sind daher ein wichtiger Baustein um Wetter und Klima noch besser zu verstehen. Die Strahlungsdaten gehen zum Beispiel direkt in Vorhersagemodelle ein und sie helfen, die Messungen von Satelliten zu überprüfen. In Kombination mit Geländedaten dienen die Sonnenscheindaten auch Standortanalysen und Ertragsprognosen für Solaranlagen und werden für Gutachten über die potentielle Blendwirkung von großen Glasflächen oder Photovoltaikanlagen verwendet."

23. März 1950: Gründung der Weltorganisation für Meteorologie

Der Welttag der Meteorologie (auch Internationaler Tag der Meteorologie genannt) findet jedes Jahr am 23. März statt. Er soll an die Gründung der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) am 23. März 1950 erinnern, die ein Teil der Vereinten Nationen (UNO) ist. Damals, kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs, begann eine weltweite Zusammenarbeit der Nationen um nach einheitlichen Kriterien Wetter zu messen und hochwertige Prognosen und Warnungen zu erstellen. Österreich ist seit 1955 Mitglied in der WMO und dort durch die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) vertreten.

Weitere Informationen zum Festakt der WMO anlässlich des Welttags der Meteorologie -> hier auf der WMO-Website.

Weltorganisation mit österreichischen Wurzeln

Die Wurzeln der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) liegen in Österreich. Die ZAMG, gegründet 1851 und damit einer der ältesten Wetterdienste der Welt, organisierte in Wien im Jahr 1873 den ersten internationalen Meteorologenkongress. Damals wurde beschlossen, eine Internationale Meteorologische Organisation (IMO) zu gründen, um die weltweite Zusammenarbeit zu fördern. Aus dieser Organisation wurde am 23. März 1950 die Weltorganisation für Meteorologie (WMO).

Aufgaben der WMO

Zu den Aufgaben der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) gehören unter anderem:

Das weltweite Messen von meteorologischen Daten nach einheitlichen Kriterien zu fördern.

Den schnellen weltweiten Austausch von Mess- und Prognosedaten zu fördern.

Die Entwicklung von Wettervorhersage- und Warnsystemen zu unterstützen, um Bevölkerung und Infrastruktur optimal zu schützen.

Den weltweiten Wissensaustausch zu fördern, damit auch ärmere Länder möglichst gute Vorhersage- und Warnsysteme nutzen können.

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Sonnenscheinmessung am Sonnblick: Hochsensible Messung von unterschiedlichen Strahlungsanteilen der Sonne am Sonnblick-Observatorium der ZAMG (Quelle ZAMG/Weyss). –>zum Bild in Originalgröße

Kremsmünster - eine der weltweit längsten Wettermessreihen und „Centennial Observing Station“ der WMO: Der Klimagarten vor dem Gebäude der Stiftssternwarte Kremsmünster mit genormter Wetterhütte und Niederschlagsmesser. Quelle Stift Kremsmünster. –>zum Bild in Originalgröße

"28. December 1762, frigus maximus, Barometer 27° 2´ ": Das ist die erste Eintragung im Klimatagebuch der Sternwarte Kremsmünster. Mit diesem Luftdruckwert und dem Hinweis auf große Kälte begann im Mathematischen Turm des Benediktinerstiftes vor knapp 260 Jahren eine der längsten ununterbrochenen meteorologischen Messreihen der Welt. Quelle Stift Kremsmünster. –>zum Bild in Originalgröße

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Web-Links

WMO Infos zum Welttag der Meteorologie: https://worldmetday.wmo.int/en

WMO Centennial Observing Stations: https://public.wmo.int/en/our-mandate/what-we-do/observations/centennial-observing-stations

ZAMG allgemein: www.zamg.at und www.facebook.com/zamg.at