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20.11.2018

Neue Seilbahn zum Sonnblick-Observatorium

Neue Seilbahn zum Sonnblick-Observatorium

©ZAMG/Scheer

Am Dienstag, 20.11.2018, eröffneten Wissenschaftsminister Faßmann, Salzburgs Landeshauptmann Haslauer, die Leiterin des Observatoriums Elke Ludewig und ZAMG-Direktor Staudinger die neue Seilbahn zum international herausragenden Forschungsstandort am Sonnblick. Die hochalpine Lage in 3100 Meter am Alpenhauptkamm und die ganzjährige Betreuung durch Techniker ermöglichen am Sonnblick-Observatorium Messungen und wissenschaftliche Untersuchungen wie an nur wenigen vergleichbaren Observatorien weltweit.

Mehr als 60 Jahre war die alte Seilbahn auf den 1500 Höhenmetern zwischen Kolm-Saigurn und dem Sonnblick-Observatorium im Einsatz - gerne auch „das Kisterl" genannt, wegen ihrer offenen, einfachen Bauart.

Die starke Windanfälligkeit ließ allerdings nur einen Betrieb bis Böen von etwa 30 km/h zu. „Dadurch kam es immer wieder zu Stehzeiten, was für die vielen nationalen und internationalen Forschungsprojekte am Sonnblick oft organisatorische Probleme verursachte", sagt Elke Ludewig von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), die das Sonnblick-Observatorium leitet. „Die Erneuerung war aber auch eine Sicherheitsangelegenheit. Ich trage die Personalverantwortung der Mitarbeiter am Sonnblick Observatorium, das rund um die Uhr besetzt ist. Hier muss gewährleistet sein, dass das Personal und Forschungsgruppen jederzeit medizinisch versorgt werden können. Dies funktioniert nun mit der neuen Seilbahn."

Neue wetterfeste Gondelbahn

Am Dienstag, 20.11.2018, präsentierte Observatoriums-Chefin Elke Ludewig die neue Seilbahn zum rund 3100 Meter hohen Sonnblick-Gipfel dem Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung Heinz Faßmann, dem Landeshauptmann von Salzburg Wilfried Haslauer, dem Leiter des Sonnblick-Vereins Franz Schausberger und dem ZAMG-Direktor Michael Staudinger. Die neue geschlossene Gondel bietet sechs Personen Platz und ermöglicht Fahrten bei Windgeschwindigkeiten bis 80 km/h. Wegen der extremen hochalpinen Lage musste der Bau in möglichst kurzer Zeit im Sommer und Herbst durchgeführt werden. In diesen Monaten war das Observatorium nur über einen mehrstündigen Fußweg erreichbar, der Großteil des Proviants wurde getragen. Flüge mit dem Hubschrauber wurden zum Schutz des Nationalparks Hohe Tauern auf ein Minimum reduziert. Die feierliche Eröffnungsfeier der Sonnblick Seilbahn wird der Sonnblick Verein für alle Mitwirkenden im Frühsommer veranstalten.

BM Faßmann: Forschung mit direktem Nutzen für Bevölkerung

„Das Sonnblick-Observatorium verbindet einen außergewöhnlichen Standort mit einer modernen Infrastruktur, wodurch eine sehr effiziente Zusammenarbeit unterschiedlicher Bereiche mit vielen Synergien möglich wird. Die neue Seilbahn ist ein wichtiger Schritt, um diesen international herausragenden Forschungsstandort weiter zu stärken", so Wissenschaftsminister Faßmann anlässlich der Eröffnung. „Jedes Jahr werden hier rund 40 nationale und internationale Projekte unterschiedlicher Fachbereiche durchgeführt - sowohl für Grundlagenforschung als auch für praktische Anwendungen zum direkten Nutzen der Bevölkerung. Vom Sonnblick-Observatorium profitieren nicht nur die Wettervorhersage und die Klimaforschung, hier arbeiten zum Beispiel auch Biologie, Medizin und Meteorologie im Bereich UV-Strahlung zusammen. Hochsensible Messgeräte erkennen sofort, wenn der Anteil von Schadstoffen oder die Radioaktivität in der Luft steigt."

LH Haslauer: Observatorium wichtige Einrichtung für Land Salzburg

Die Wetter- und Klima-Daten vom Sonnblick (sie werden seit 1886 erfasst) sowie die Möglichkeiten hier in nahezu freier Atmosphäre mit moderner Infrastruktur zu messen und zu forschen, machen das Observatorium auch international attraktiv. „Es ist ein Jackpot, den wir hier auf Salzburger Boden haben. Durch die neue Bahn haben mehr Teams die Möglichkeit, am 3000er zu arbeiten. Soviel ich weiß, gibt es schon viele Anmeldungen aus der ganzen Welt. Das stärkt den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Salzburg enorm", unterstreicht Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

Teil der hochwertigsten weltweiten Messnetze

Das Sonnblick-Observatorium ist ein gefragter Partner für die weltweit wichtigsten Messnetze und Monitoring-Organisationen für Atmosphäre, Umwelt und Eis. Hier einige Beispiele:

Das Observatorium gehört zu den weltweit 40 hochwertigsten GAW-Stationen der Weltorganisation für Meteorologie. GAW (Global Atmosphere Watch) überwacht die chemische und physikalische Zusammensetzung der Atmosphäre.

Der Sonnblick ist auch Teil des Baseline Surface Radiation Network (BSRN) zur Messungen des Strahlungsfelds an der Erdoberfläche und von Long Term Ecological Research (LTER) zum globalen Verständnis des Ökosystems sowie von Global Cryosphere Watch (GCW) zur Untersuchung des Einfluss der Eisgebiete auf die Landoberflächen und die Atmosphäre.

Weiters ist das Observatorium in den Netzwerken VAO (Virtual Alpine Observatory: zur effiziente Erforschung der Alpen) und INTERACT, das der Erforschung und dem Monitoring der Arktis und Alpiner Regionen dient.

Seit über 130 Jahren in Betrieb

Im Jahr 1886 wurde das Observatorium am Sonnblick in den Salzburger Hohen Tauern eröffnet. Dass aus einer waghalsigen Idee eine wissenschaftliche Erfolgsgeschichte mit weltweiter Bedeutung wurde, ist vor allem zwei Männern zu verdanken: Julius Hann und Ignaz Rojacher. Hann war von 1877 bis 1897 Direktor der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) und forcierte den Ausbau von Gebirgswetterstationen zur Erforschung der höheren Luftschichten. Rojacher war Besitzer eines Goldbergwerkes in Rauris. Nach einigen Besteigungen von Gipfeln in seiner Region kam er zum Schluss, einen optimalen Ort für eine meteorologische Messstation gefunden zu haben: den frei stehenden Gipfel des Hohen Sonnblicks, in 3106 Meter Seehöhe.

Sonnblick Verein und ZAMG

Eigentümer von Gebäude und Infrastruktur des Sonnblick-Observatoriums ist der Sonnblick Verein. Betrieben wird das Observatorium von der ZAMG unter der Leitung der Meteorologin und Klimaforscherin Elke Ludewig.

Finanziert wird das Observatorium durch Subventionen der zuständigen Ministerien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sowie Vereins- und Sponsoringbeiträge.

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Eröffnung der neuen Seilbahn zum Sonnblick-Observatorium (20.11.2018): Im Bild Bundesminister Heinz Faßmann, Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Melitta Hinteregger-Doppelmayr, Franz Schausberger (Sonnblick Verein) und Elke Ludewig (Observatorium) und das Team von Doppelmayr. Land Salzburg/Melanie Hutter. –>Link zum Bild in Originalgröße

Die neue Seilbahn zum 3100m hoch gelegenen Sonnblick-Observatorium garantiert Versorgung und Sicherheit der Techniker und der internationalen Forschungsteams. Quelle: ZAMG/Scheer. –>Link zum Bild in Originalgröße

Weitere Fotos vom Sonnblick-Observatorium finden Sie auf –>www.flickr.com/zamg

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Web-Links

Sonnblick-Observatorium: www.sonnblick.net

ZAMG allgemein: www.zamg.at und www.facebook.com/zamg.at

Die ZAMG ist eine
Forschungseinrichtung des
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