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23.03.2015

ZAMG Wissenspark eröffnet

ZAMG Wissenspark eröffnet

©Sebastian Philipp

Am 23. März 2015, dem Welttag der Meteorologie, präsentierte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien die neu gestalteten Führungen für Erwachsene und Kinder. Unter anderem wurden mehrere interaktive Info-Stationen errichtet, um eine optimale Wissensvermittlung in den Bereichen Wetter, Klima, Umwelt und Geophysik zu ermöglichen. Der neue Wissenspark ist Teil des Schwerpunktes „Citizen Science", der den Dialog von Wissenschaft und Öffentlichkeit fördert. Weitere Informationen unter www.zamg.at/fuehrungen und www.zamg.at/citizenscience .

„Das Interesse an den Themen Wetter, Klima, Umwelt und Geophysik ist sehr groß, wir sehen das auch an der steigenden Nachfrage an Führungen an der ZAMG", sagt Michael Staudinger, Direktor der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), „daher ist uns wichtig, das Angebot an Führungen auszubauen. Unter anderem bieten wir in Zukunft spezielle Themenführungen an, etwa zur Wettervorhersage, zum Klimawandel und zu Erdbeben. Außerdem haben wir mehrere interaktive Info-Stationen errichtet. Darunter sind zum Beispiel Messgeräte zum selber ausprobieren, Möglichkeiten die Klimazonen und ihre Eigenschaften zu erforschen, Fragen und Antworten zum Thema Klimawandel und eine zweieinhalb Meter hohe Silhouette des Sonnblicks mit Infos zur Entwicklung der Gletscher in Österreich."

Neuer Wissenspark für Kinder und Erwachsene aus ganz Österreich

Der neu gestaltete Wissenspark auf der Hohen Warte in Wien richtet sich an Kinder und Erwachsene gleichermaßen, sagt ZAMG-Direktor Staudinger: „Die Stationen wurden in Zusammenarbeit mit der Firma ProNatour so gestaltet, dass für jedes Alter und für jeden Wissensstand etwas dabei ist. Uns besuchen viele Schulklassen, aber auch zahlreiche Firmen und private Erwachsenengruppen. Wir freuen uns auch, dass uns auch immer öfter Schulen und Firmen aus den Bundesländern in das Programm ihrer Wien-Ausflüge aufnehmen. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit für Führungen an unseren Außenstellen in Salzburg, Innsbruck, Graz und Klagenfurt"

Sparkling Science: Erfolgsgeschichte des BMWFW mit mehr als 200 Projekten

Die neu gestalteten Führungen sind Teil eines Unternehmensschwerpunkts der ZAMG, den Dialog mit der Öffentlichkeit zu pflegen. Dazu gehören auch Wissenschaftsprojekte im Rahmen von Sparkling Science, einem Forschungsprogramm des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW), das die Förderung hochwertiger Forschung mit gezielter voruniversitärer Nachwuchsförderung verbindet. Der im BMWFW für Forschung und Innovationen für die Zukunft zuständige Abteilungsleiter Christian Smoliner erläutert die erfolgreichen Programme: „Im Rahmen von Sparkling Science haben seit 2007 mehr als 15.000 Jugendliche Seite an Seite mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an mittlerweile mehr als 200 Forschungsprojekten gearbeitet. Insgesamt wurden mit dem Programm rund 57.000 Jugendliche erreicht. Österreich geht hier einen erfolgreichen und in Europa einzigartigen Weg der Nachwuchsförderung für einen wettbewerbsfähigen Forschungsraum. Wir freuen uns, dass hier auch die ZAMG immer wieder mit neuen Projekten dabei ist. Bürgerbeteiligung ist auch ein wichtiger Schwerpunkt im Jahr der Forschung des BMWFW. So ist die Bevölkerung etwa eingeladen unter www.jahrderforschung.at ´Zukunftsideen´ für Österreich zu melden."

Sieben ausgewählte Sparkling Science-Projekte werden derzeit bereits unter dem Titel Citizen Science für eine Beteiligung der Öffentlichkeit erweitert. Mitforschen wird noch im Frühjahr 2015 möglich werden. Alle Informationen dazu findet man unter www.youngcitizenscience.at.

Schulen und Wissenschaft erforschen Klima, Gletscher und Erdbeben

An der ZAMG laufen derzeit drei Projekte von Sparkling Science:

Im Rahmen von "QuakeWatch Austria" messen und analysieren Schülerinnen und Schüler Erdbeben in den relativ bebenreichen Gebieten vom Mürztal bis zum Wiener Becken. QuakeWatch ist auch eines jener sieben Projekte, die für Citizen Science geöffnet werden sollen. In diesem Projekt wird die Bevölkerung über Smartphone-App und einfach zu bedienenden low-cost Sensoren in die Beschreibung und quantitative Erfassung von Erdbebenauswirkungen eingebunden werden.

Bei „NaturVerrückt" werden die Auswirkungen von Wetter und Klima auf heimische Wildgehölze und landwirtschaftliche Kulturpflanzen untersucht und ein Phänologie-App für Smartphones entwickelt. Einen wesentlichen Beitrag liefern dabei die Schülerinnen und Schüler von fünf landwirtschaftlichen Fachschulen in Niederösterreich (Edelhof, Gießhübel, Hohenlehen, Mistelbach, Warth).

Bei „Glacio-Live" entwickelt die ZAMG gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des TGM Wien ein Nahe-Echtzeit-Informationssystem, das den Zustand von Österreichs größtem Gletscher, der Pasterze, und kleinerer Gletscher rund um das Sonnblick-Observatorium misst und im Internet visualisiert.

Meldungen aus der Bevölkerung unterstützen Forschung und Katastrophenschutz

Citizen Science ist kein neues Phänomen. Denn über die Projekte von Sparkling Science hinaus, sind Informationen aus der Bevölkerung ein wichtiger Teil der täglichen Arbeit an der ZAMG. „Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung nach einem Erdbeben, helfen zum Beispiel die Auswirkungen zu analysieren und dienen unter anderem der Verbesserung des Katastrophenschutzes", sagt ZAMG-Direktor Staudinger, „seit Einrichtung des Webformulars im Jahr 2004 haben uns rund 43.000 Bebenberichte erreicht. In der Zeit davor wurden die Wahrnehmungsformulare per Brief geschickt. Das älteste Dokument stammt dabei übrigens aus dem Jahr 1897. Damals startete die ´Erdbeben-Commission der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien´ eine Initiative zur besseren Dokumentation von Beben."

Einen wichtigen Beitrag leistet die Bevölkerung auch im Rahmen des phänologischen Messnetzes der ZAMG. Die seit 1928 an mehr als 100 Standorten in Österreich gemeldeten Blüh- und Reifezeiten von Pflanzen liefern wertvolle Informationen für die Klimaforschung.

Input von geschulten "Gewitterjägern" für Warnungen und Wissenschaft

Eine besondere Zusammenarbeit mit der Öffentlichkeit betreibt die ZAMG auch im Rahmen des Trusted Spotter Netzwerks (TSN). "Trusted Spotter" leiten bei Unwetterereignissen wie Hagel, Sturm, Überflutungen und anderen Extremwettererscheinungen wichtige Informationen in Echtzeit an die ZAMG weiter und unterstützen damit Wetterwarnungen und die Dokumentation von Extremereignissen. Um eine verlässlich hohe Qualität der Meldungen zu garantieren, sind "Trusted Spotter" an der ZAMG geschult und aktive Mitglieder bei Skywarn Austria, Österreichs größtem Verein, der sich mit Wetter- und Unwetterbeobachtungen, Schadensanalysen und Extremwetter befasst.

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Alle Bilder Quelle "Sebastian Philipp".

Diese und weitere Fotos finden Sie zum Download auf  www.flickr.com/photos/zamg/sets

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Alle Bilder Quelle "Sebastian Philipp".

Diese und weitere Fotos finden Sie zum Download auf  www.flickr.com/photos/zamg/sets

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Web-Links

ZAMG Führungen: www.zamg.at/fuehrungen

ZAMG Citizen Science: www.zamg.at/citizenscience

ZAMG allgemein: www.zamg.at und www.facebook.com/zamg.at

BMWFW: www.bmwfw.gv.at

Sparkling Science: www.sparklingscience.at

Jahr der Forschung: www.jahrderforschung.at

Young Citizen Science: www.youngcitizenscience.at

Skywarn Austria: www.skywarn.at

ProNatour: www.pronatour.at

Die ZAMG ist eine
Forschungseinrichtung des
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung
© Zentralanstalt für
Meteorologie und Geodynamik
1190 Wien, Hohe Warte 38
Telefon: +43 1 36 0 26
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