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Monthly Climate Report

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Weather in retrospect for July 2018

Juni 2018: sehr warm und größtenteils sehr trocken
Der Juli ist heuer schon der fünfte Monat, der außergewöhnlich warm ausfällt: Drittwärmster Jänner der Messgeschichte, Februar und März deutlich zu kühl, zweitwärmster April, viertwärmste Mai, einer der zehn wärmsten Juni-Monate und jetzt einer der 15 wärmsten Juli-Monate der 252-jährigen Messgeschichte. Lange Zeit sah es nach einem eher durchschnittlichen Juli aus. Aber durch die Hitzewelle am Monatsende lag der Juli mit einer Abweichung von +1,4 °C schließlich deutlich über dem vieljährigen Mittel. Zu Beginn des Monats war es stellenweise noch ungewöhnlich kalt. Die tiefste Temperatur dieses Monats registrierte die ZAMG am 2. Juli mit 2,3 °C in Zwettl (N). Das ist hier die tiefste Juli-Temperatur seit dem Jahr 1984.

Zahl der Hitzetage größtenteils überdurchschnittlich
Die Zahl der Hitzetage (mindestens 30 °C) liegt in diesem Juli im Großteil Österreichs über dem Durchschnitt, im Osten sogar deutlich darüber. Die meisten Hitzetage des Monats verzeichneten die Orte Andau (B, 118 m) und Hohenau/March (N, 154 m). An den beiden Wetterstationen wurden jeweils 17 Hitzetage registriert.

In vielen Regionen sehr trocken
Im Großteil Österreichs brachte der Juli 2018 um 50 bis 75 Prozent weniger Niederschlag als ein durchschnittlicher Juli. Die trockensten Regionen lagen dabei vor allem in Teilen von Vorarlberg, Nordtirol, Salzburg und Oberösterreich. Um 25 bis 82 Prozent mehr Niederschlag als im Mittel gab es in diesem Juli im Weinviertel und im Raum Wien.

In Linz bisher trockenstes Jahr seit Messbeginn
In einigen Regionen setzt sich die seit Monaten dauernde Trockenheit fort. An der ZAMG-Wetterstation in Linz zum Beispiel gab es seit Jänner nur 276 Millimeter Niederschlag. So trocken war es hier seit Messbeginn im Jahr 1852 noch nie. Zum Vergleich: In einem durchschnittlichen Jahr fallen von Jänner bis Juli in Linz 526 Millimeter Niederschlag.

Der Juli 2018 im Detail


Temperatur
In den ersten beiden Monatsdritteln sah es noch nach einem relativ durchschnittlichen bis leicht zu warmen Juli aus. Zu Beginn des Monats war es stellenweise noch ungewöhnlich kalt. In Zwettl (N, 502 M) sank die Lufttemperatur am 2. Juli auf ein Minimum von 2,3 °C. Tiefere Temperaturen gab es hier zuletzt im Juli im Jahr 1984 mit 1,8 °C. Mit der einsetzenden Hitzewelle um den 25. des Monats ging das Temperaturmittel deutlich nach oben. Schließlich ist dieser Juli um 1,4 °C wärmer als das klimatologische Mittel und liegt damit wieder im Trend der letzten Jahre. Die relativ wärmsten Regionen waren diesmal Vorarlberg sowie die Gebiete vom Innviertel bis zum Industrie- und Weinviertel. Die Anomalien der Lufttemperatur zum vieljährigen Mittel lagen hier durchwegs zwischen +1,5 bis 2,6 °C. In den anderen Landesteilen lag die Lufttemperatur um 0,5 bis 1,5 °C über dem Durchschnitt. Auf den Bergen war die positive Abweichung zum Klimamittel von 1,1 °C etwas geringer.
Tage mit sehr hohen Temperaturen beschränkten sich vorwiegend auf die letzten vier Tage des Monats, an denen Tagesmaxima von 33 bis 35 °C in Folge auftraten. Tropennächte (Minimum >=20 °C) traten bis zum 25. Juli außerhalb des Wiener Ballungsraumes nur vereinzelt in den Niederungen des Ostens auf. Mit der Hitzewelle am Monatsende stieg allerdings die Hitzebelastung und es kühlte in den Nächten vielerorts nicht mehr unter 20 °C ab. In der Wiener Innenstadt gab es in diesem Juli insgesamt 14 Tropennächte. Das sind um sechs Nächte mehr als in einem durchschnittlichen Juli. Am Stadtrand Wiens, wie z.B. in Groß-Enzersdorf (N, 154 m) entsprach die Anzahl der Tropennächste mit 2 dem klimatologischen Mittel.

Extremwerte der Lufttemperatur (Juli 2018)
-höchste Lufttemperatur: Innsbruck-Uni. (T, 578 m) 36.0 °C am 31. Jul
-tiefste Lufttemperatur: Brunnenkogel (T, 3437 m) -4.3 °C am 8. Juli
-tiefste Lufttemperatur bewohnter Ort: Zwettl (N, 502 m) 2.3 °C am 02. Jul
-tiefste Lufttemperatur unter 1000 m: Zwettl (N, 502 m) 2.3 °C am 02. Jul

Minima und Maxima der mittleren Lufttemperatur (Juli 2018)
-relativ kältester Ort: Zeltweg (St, 678 m) 18.3 °C Abw. +0.6 °C
-relativ wärmster Ort: Feldkirch (V, 438 m) 21.7 °C Abw. +2.7 °C
-absolut kältester Ort: Brunnenkogel (T, 3437 m) 2.2 °C Abw. k.A.
-absolut kältester bewohnter Ort: Obergurgl (T, 1942 m) 12.3 °C Abw. +1.1 °C
-absolut kältester Ort unter 1000 m: Semmering (N, 988 m) 16.0 °C Abw. +0.8 °C
-absolut wärmster Ort:
1. Wien-Innere Stadt (W, 177 m) 23.7 °C Abw. +1.6 °C
2. Donaufeld (W, 160 m) 23.1 °C Abw. k.A.

Niederschlag
Die vielerorts bestehende Niederschlagsarmut setzte sich in diesem Juli fort. Vor allem in Vorarlberg, Nordtirol und Oberösterreich sind die Niederschlagsmengen seit dem Februar 2018 unter dem klimatologischen Mittel. In Vorarlberg, dem Tiroler Oberland, in Salzburg, in Oberösterreich südlich der Donau und im nördlichen Waldviertel fielen nur 20 bis 50 Prozent der hier üblichen Juliniederschlagsmengen. Im restlichen Tirol, in Teilen Niederösterreichs, Kärntens, Burgenlands und der Steiermark lag das Defizit bei 25 bis 50 Prozent. In der Südoststeiermark, im Nordburgenland und im östlichen Niederösterreich waren die Regenmengen ausgeglichen. Entlang der Donau, von Tulln bis Hainburg sowie im westlichen Weinviertel, summierte sich um 25 bis 82 Prozent mehr Regen als in einem durchschnittlichen Juli.
Besonders augenscheinlich sind die Niederschlagsdefizite in Oberösterreich und da vor allem vom Innviertel bis in den Zentralraum. In Ried im Innkreis fiel seit Jahresbeginn eine Niederschlagsmenge von 374 mm. Das sind, verglichen mit dem Mittel 1981-2010, um 38 Prozent weniger Regen und Schnee. In der 147 jährigen Niederschlagsmessreihe von Ried war es in den ersten sieben Monaten nur dreimal trockener. In Linz war es mit 276 mm noch niederschlagsärmer. Hier summiert sich in den ersten sieben Monaten üblicherweise 526 mm Niederschlag. Seit Beginn der Niederschlagsaufzeichnungen (1852) war es hier von Anfang Jänner bis Ende Juli noch nie so niederschlagsarm. Für die Region Vorarlberg-Nordtirol ist es einer der trockensten Juli der Messgeschichte. Ähnlich niederschlagsarm war es hier im Juli 2013 und 2015.

Minima und Maxima des Niederschlags (Juli 2018)
-relativ nassester Ort: Wien-H. Warte (W, 198 m) 128 mm Abw. 82%
-relativ trockenster Ort: Wolfsegg (O, 635 m) 24 mm Abw. -80%
-absolut nassester Ort: Rudolfshütte (S, 2317 m) 279 mm Abw. -2%
-absolut trockenster Ort: Wolfsegg (O, 635 m) 24 mm Abw. -80%

Sonne
Die Sonnenscheindauer war in diesem Juli im Flächenmittel um 7 Prozent über dem klimatologischen Mittel, wobei die Verteilung der Anomalien nicht einheitlich war. In Vorarlberg, Oberösterreich, im Niederösterreich und in der östlichen Steiermark zeigte sich die Sonne, verglichen mit dem vieljährigen Mittel, um 10 bis 25 Prozent länger. Relativ trüb verlief der Juli in Osttirol, in Salzburg südlich der Salzach und in Oberkärnten. Die Abweichungen zum Mittel lagen in diesen Regionen zwischen minus 10 und minus 35 Prozent. Im übrigen Bundesgebiet waren die Sonnenscheinverhältnisse ausgeglichen.

Minima und Maxima der Sonnenscheindauer (Juli 2018)
-relativ sonnenreichster Ort: Feldkirch (V, 438 m) 303 h Abw. 34%
-relativ sonnenärmster Ort: Rudolfshütte (S, 2317 m) 127 h Abw. -23%
-absolut sonnenreichster Ort: Andau (B, 118 m) 328 h Abw. k.A.

Juli 2018: Übersicht Bundesländer


Vorarlberg
Niederschlagsabweichung: -60%
Temperaturabweichung: +2.2 °C
Abweichung der Sonnenscheindauer: 25%
Temperaturhöchstwert: Bludenz (571 m) 35.3 °C am 31.7.
Temperaturtiefstwert (Gipfel/Hochalpin): Lech (1442 m) 3.4 °C am 12.7.
Temperaturtiefstwert unter 1000 m: Schoppernau (839 m) 6.4 °C am 12.7.
höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur: Bregenz (424 m) 21.8 °C, Abw. +2.6 °C
höchste Sonnenscheindauer: Rohrspitz (395 m) 324 h, Abw. k.A.

Tirol
Niederschlagsabweichung: -47%
Temperaturabweichung: +1.4 °C
Abweichung der Sonnenscheindauer: 5%
Temperaturhöchstwert: Innsbruck-Uni. (578 m) 36.0 °C am 31.7.
Temperaturtiefstwert (Gipfel/Hochalpin): Brunnenkogel (3437 m) -4.3 °C am 8.7.
Temperaturtiefstwert unter 1000 m: Ehrwald (982 m) 4.6 °C am 12.7.
höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur: Innsbruck-Uni. (578 m) 20.7 °C, Abw. +1.5 °C
höchste Sonnenscheindauer: Rinn (924 m) 261 h, Abw. +9 %

Salzburg
Niederschlagsabweichung: -47%
Temperaturabweichung: +1.1 °C
Abweichung der Sonnenscheindauer: 2%
Temperaturhöchstwert: Salzburg/Freis. (418 m) 34.1 °C am 31.7.
Temperaturtiefstwert (Gipfel/Hochalpin): Sonnblick (3109 m) -1.4 °C am 8.7.
Temperaturtiefstwert unter 1000 m: Radstadt (835 m) 5.6 °C am 2.7.
höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur: Salzburg/Freis. (418 m) 20.4 °C, Abw. +1.3 °C
höchste Sonnenscheindauer: Salzburg-Flugh. (430 m) 285 h, Abw. +27 %

Oberösterreich
Niederschlagsabweichung: -46%
Temperaturabweichung: +1.6 °C
Abweichung der Sonnenscheindauer: 21%
Temperaturhöchstwert: Braunau (382 m) 34.8 °C am 31.7.
Temperaturtiefstwert (Gipfel/Hochalpin): Feuerkogel (1618 m) 6.2 °C am 2.7.
Temperaturtiefstwert unter 1000 m: Freistadt (539 m) 3.6 °C am 2.7.
höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur: Linz (262 m) 22.0 °C, Abw. +2.1 °C
höchste Sonnenscheindauer: Enns (317 m) 309 h, Abw. k.A.

Niederösterreich
Niederschlagsabweichung: -5%
Temperaturabweichung: +1.5 °C
Abweichung der Sonnenscheindauer: 19%
Temperaturhöchstwert: B. Deutsch-Altenb. (169 m) 35.1 °C am 31.7.
Temperaturtiefstwert (Gipfel/Hochalpin): Rax/Seilbahn (1547 m) 2.8 °C am 1.7.
Temperaturtiefstwert unter 1000 m: Zwettl (502 m) 2.3 °C am 2.7.
höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur: Gumpoldskirchen (212 m) 22.5 °C, Abw. +1.7 °C
höchste Sonnenscheindauer: Zwerndorf (144 m) 317 h, Abw. k.A.

Wien
Niederschlagsabweichung: 49%
Temperaturabweichung: +1.6 °C
Abweichung der Sonnenscheindauer: 15%
Temperaturhöchstwert: Wien-Stammersd. (191 m) 34.1 °C am 31.7.
Temperaturtiefstwert (Gipfel): Wien-Jubiläumsw. (450 m) 9.3 °C am 1.7.
Temperaturtiefstwert unter 1000 m: Wien-Mariabrunn (225 m) 5.4 °C am 2.7.
höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur: Wien-Innere Stadt (177 m) 23.7 °C, Abw. +1.6 °C
höchste Sonnenscheindauer: Wien-Jubiläumsw. (450 m) 317 h, Abw. k.A.

Burgenland
Niederschlagsabweichung: -19%
Temperaturabweichung: +1.4 °C
Abweichung der Sonnenscheindauer: 13%
Temperaturhöchstwert: Andau (118 m) 34.9 °C am 31.7.
Temperaturtiefstwert unter 1000 m: Neusiedl/See (117 m) 7.2 °C am 2.7.
höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur: Andau (118 m) 23.0 °C, Abw. +1.5 °C
höchste Sonnenscheindauer: Andau (118 m) 328 h, Abw. k.A.

Steiermark
Niederschlagsabweichung: -35%
Temperaturabweichung: +1.1 °C
Abweichung der Sonnenscheindauer: 10%
Temperaturhöchstwert: Graz-Strassgang (357 m) 33.9 °C am 31.7.
Temperaturtiefstwert (Gipfel/Hochalpin): Schöckl (1443 m) 4.5 °C am 1.7.
Temperaturtiefstwert unter 1000 m: Mariazell (864 m) 3.4 °C am 2.7.
höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur: B. Radkersburg (207 m) 22.0 °C, Abw. +2.0 °C
höchste Sonnenscheindauer: B. Radkersburg (207 m) 304 h, Abw. +18 %

Kärnten
Niederschlagsabweichung: -23%
Temperaturabweichung: +1.1 °C
Abweichung der Sonnenscheindauer: -2%
Temperaturhöchstwert: Gmünd (738 m) 34.4 °C am 31.7.
Temperaturtiefstwert (Gipfel/Hochalpin): Villacher Alpe (2117 m) 4.5 °C am 12.7.
Temperaturtiefstwert unter 1000 m: Weitensfeld (704 m) 6.4 °C am 8.7.
höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur: Klagenfurt (450 m) 20.7 °C, Abw. +0.9 °C
höchste Sonnenscheindauer: Feistritz/Bleib. (532 m) 264 h, Abw. k.A.

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