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16.03.2016

Internationale Übung für nuklearen Zwischenfall

Internationale Übung für nuklearen Zwischenfall

© Matthias Fischer/NÖ LFKDO

Von 16. bis 17. März 2016 findet eine internationale Übung zum Krisenmanagement nach einem Unfall in einem europäischen Kernkraftwerk statt. Die ZAMG liefert bei der Übung sowie im Krisenfall detaillierte Berechnungen der Ausbreitung der radioaktiven Wolke und Wetterprognosen.

Österreich verfolgt seit über 40 Jahren eine Politik gegen die Nutzung von Kernenergie und engagiert sich konsequent für eine Verbesserung der nuklearen Sicherheit. Auch wenn es gelingt, das Risiko eines Unfalls in einem Kernkraftwerk zu verringern, müssen die österreichischen Behörden auf den Ernstfall vorbereitet sein.

Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft hat die Aufgabe, die österreichische Bevölkerung bei einem radiologischen Notfall zu schützen und zu informieren. Die enge Zusammenarbeit mit allen beteiligten Bundes- und Länderbehörden in Österreich sowie im Fall grenzüberschreitender Ereignisse mit den Nachbarstaaten spielt in einem effektiven Notfallmanagement eine wichtige Rolle. Österreich hat mit allen Nachbarstaaten, die Kernkraftwerke betreiben, bilaterale Abkommen abgeschlossen, die Informationsaustausch und Kooperation sowie gemeinsame Übungen vorsehen.

Übung: Unfall in einem Kernkraftwerk in Slowenien

An der Übung am 16. und 17. März beteiligen sich Slowenien als fiktives Unfallland, Kroatien, Italien, Ungarn und Österreich. In dieser länderübergreifenden behördeninternen Strahlenschutzübung werden die Informations- und Meldewege, Kommunikationsabläufe und Simulationen geübt.

In Österreich ist Folgendes geplant:

Teil 1, am Mittwoch, 16. März 2016: Notfallmanagement auf Bundes- und Landesebene sowie internationale Kommunikationswege und -abläufe sowie internationale Zusammenarbeit

Teil 2, am Donnerstag, 17. März 2016: Zusammentreten des Koordinationsausschusses des Staatlichen Krisen- und Katastrophenschutzmanagements

ZAMG: Vorhersagen als Basis für Krisenmanagement

An der ZAMG werden für den Krisenfall Ausbreitungsmodelle für Luftschadstoffe entwickelt und operationell betrieben. Die Anwendungen reichen von Tankwagenunfällen über Großbrände bis zu Unfällen in einem Kernkraftwerk oder der Simulation einer Aschewolke nach einem Vulkanausbruch.

Bei den regelmäßigen Übungen für radiologische Störfälle simuliert die ZAMG, wie auch im Realfall vorgesehen, die Verlagerung der radioaktiven Wolke in Abhängigkeit von der Entwicklung des Wetters. Unter anderem führen Regen oder Schneefall in den betroffenen Regionen zu einer deutlich höheren radiologischen Belastung.

Die Berechnungsergebnisse sowie eine Erläuterung der Verlässlichkeit bzw. der Hinweis auf mögliche Unsicherheiten der Wetterprognose durch eine Meteorologin oder einen Meteorologen der ZAMG gehen an das staatliche Krisenmanagement. Diese Informationen bilden neben den Messungen des Strahlenfrühwarnnetzes die wesentlichen Grundlagen für die Lagebewertungen und die Maßnahmenplanung gemäß Strahlenalarmplan. Durch diese Mess- und Prognosesysteme wird wertvolle Zeit für die Vorbereitung und Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung gewonnen.

Lange Nacht der Forschung mit Schwerpunkt Kernenergie

Das Thema Kernenergie spielt heuer auch im Rahmen der Langen Nacht der Forschung am 22. April 2016 eine Rolle. Anlass dafür sind die Jahrestage der Unfälle von Tschernobyl und Fukushima. Der Themenschwerpunkt Auf den Spuren der Kernenergie“ wird von verschiedenen Organisationen an unterschiedlichen Standorten aufgearbeitet. In der Zentrale der ZAMG, auf der Hohen Warte in Wien, erklären Expertinnen und Experten dazu die Funktion der Ausbreitungsmodelle und die Rolle der meteorologischen Beratung im Krisenfall.

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Web-Links

ZAMG Krisenfallvorsorge: www.zamg.at/cms/de/umwelt/krisenfallvorsorge

Lange Nacht der Forschung: www.langenachtderforschung.at

ZAMG allgemein: www.zamg.at und www.facebook.com/zamg.at

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