Klima / News / Wie man Hitze in Städten vermindern kann

08.08.2018

Wie man Hitze in Städten vermindern kann

Wie man Hitze in Städten vermindern kann

©ZAMG

Die Klimaerwärmung und die zunehmende Verbauung sorgen für ein immer heißeres Klima in den Städten. Gezielte Maßnahmen, wie Begrünung, reflektierende Dachfarben, eine geeignete Art der Bebauung und Wasserflächen können die extreme Hitzebelastung in den Städten effizient vermindern. Die ZAMG ist derzeit an drei großen Projekten zum Thema Stadtklima und Stadtplanung beteiligt, mit Wien, Klagenfurt, Salzburg, Mödling und Linz.

In Städten haben extreme Wetterereignisse große Auswirkungen, da sehr viele Menschen und eine komplexe Infrastruktur betroffen sind. Das Team für Stadtmodellierung an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) berechnet Analysen und Zukunftsszenarien, um eine nachhaltige Stadtplanung zu unterstützen.

Hochaufgelöste Computersimulationen

Für die Berechnungen werden an der ZAMG Computersimulationen mit dem dynamischen Stadtklimamodell MUKLIMO_3 durchgeführt. „Dieses Stadtklimamodell berechnet die flächenhafte und zeitliche Verteilung von Temperatur, relativer Luftfeuchtigkeit, Windrichtung und Windgeschwindigkeit auf einem sehr detaillierten Raster von etwa 100 mal 100 Meter unter Berücksichtigung der Geländeform und einer detaillierten Landnutzung (Bebauung, Grünfläche, Agrarfläche etc.)", erklärt die ZAMG-Expertin für Stadtklima Maja Zuvela-Aloise, „so können die Besonderheiten der einzelnen Städte und Regionen sehr genau erfasst werden."

An der ZAMG werden damit nicht nur klimatologische Trends in Städten untersucht sondern auch die Frage, wie sich das Stadtklima in Abhängigkeit von der Stadtentwicklung, wie etwa einer geänderten Bebauung und Flächennutzung, entwickelt. „Dadurch lassen sich zum Beispiel die Auswirkungen von Maßnahmen im Städtebau abschätzen, wie Änderungen in der Bebauungsart und Begrünungen", so Maja Zuvela-Aloise.

Derzeit führt die ZAMG mit Partnerorganisationen drei große Projekte zum Thema Stadtklima und Stadtplanung durch. Hier eine kurze Beschreibung der Projekte:

GREEN.RESILIENT.CITY - Studie für Wien

Das Ziel von „GREEN.RESILIENT.CITY - grüne und resiliente Stadt" ist, Instrumente zu entwickeln, mit denen die Steuerung, Optimierung und Evaluierung einer klimasensiblen Planung von Stadtteilen und Städten möglich ist. Ein Schwerpunkt ist dabei die Verminderung von Hitzestress. Hitzewellen haben in Städten eine große Auswirkung auf die Gesundheit der Bevölkerung, da es in den Nächten weniger abkühlt als auf dem Land und daher zum Beispiel die Belastung für das Herz-Kreislaufsystem sehr hoch ist.

Im Projekt wird unter anderem untersucht, welche Instrumente der Klimaforschung einen direkten Nutzen für die Stadtplanung haben bzw. welche neuen Methoden dafür entwickelt werden können. Anhand zweier Stadtteile in Wien, dem Stadterneuerungsgebiet Innerfavoriten/Kretaviertel im 10. Bezirk und dem Stadterweiterungsgebiet Aspern Seestadt, wird die Umsetzbarkeit und Wirksamkeit der Methoden zur Entwicklung geprüft.

Am Projekt sind unter anderem die Universität für Bodenkultur Wien (Projektleitung), Green4Cities GmbH, die Stadt Wien, das Austrian Institute of Technology (AIT) und die ZAMG beteiligt. Finanziert wird GREEN.RESILIENT.CITY durch das Programm Stadt der Zukunft der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).

Projekt ADAPT-UHI: Urbane Hitzeinseln in Klagenfurt, Salzburg und Mödling

Das Projekt ADAPT-UHI „Urban Climate Change Adaptation for Austrian Cities: Urban Heat Islands" untersucht anhand der Städte Klagenfurt, Salzburg und Mödling, wie effektiv Maßnahmen zur Senkung der Hitzebelastung in kleineren Großstädten sein können. Für sehr große Städte wie Wien ist der Nutzen einer klimasensiblen Stadtplanung schon sehr gut untersucht und bestätigt. Das Projekt ADAPT-UHI ermittelt unter anderem mehrere Szenarien für das mögliche Klima der Zukunft in den drei untersuchten Städten und berechnet den Nutzen unterschiedlicher Maßnahmen im Städtebau, um die Auswirkungen eines immer heißeren Klimas auf die Bevölkerung zu reduzieren.

Das Projekt ADAPT-UHI wird vom International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) geleitet und unter anderem mit der Stadt Klagenfurt, dem Umweltbundesamt und der ZAMG durchgeführt. Finanziert wird ADAPT-UHI durch das Austrian Climate Research Program (ACRP) des Klima- und Energiefonds.

CLARITY - Climate Services: Klimastudie für Linz

Die internationale Initiative CLARITY untersucht unter anderem für vier unterschiedliche europäische Regionen die Auswirkungen möglicher Klimaentwicklungen und analysiert die Wirksamkeit von Anpassungsmaßnahmen an ein geändertes Klima. Untersucht werden dabei Neapel in Italien, Stockholm und Jönköping in Schweden, die Verkehrsinfrastruktur in Spanien und die Stadt Linz in Österreich. Die ersten Ergebnisse des Stadtklimamodells zeigen, dass die Hitzebelastung in der Stadt Linz auch in den nächsten Jahren weiter steigt.

Geleitet wird das Projekt vom Austrian Institute of Technology (AIT). Beteiligt sind aus Österreich die Stadt Linz, Smart Cities Consulting GmbH und die ZAMG sowie internationale Organisationen aus Spanien, Schweden, Deutschland und Italien. Finanziert wird CLARITY durch das Programm Horizon 2020 der EU-Kommission.

---

Web-Links

Projekt GREEN.RESILIENT.CITY:
nachhaltigwirtschaften.at/de/sdz/projekte/Gruene-und-resiliente-stadt.php

Projekt ADAPT-UHI:
http://www.iiasa.ac.at/web/home/research/researchPrograms/EcosystemsServicesandManagement/Urban_Heat_Islands.html

Projekt CLARITY:
myclimateservices.eu/heat-islands und clarity-h2020.eu/

ZAMG Stadtklima: www.zamg.ac.at/cms/de/forschung/klima/stadtklima

ZAMG Broschüre Stadtklimaforschung: ->hier als pdf frei abrufbar

ZAMG allgemein: www.zamg.at und www.facebook.com/zamg.at

© Meteopics P. Schuhbauer
Wettergutachten

Auskunft über vergangenes Wetter… mehr  •••

Gitterdatensätze

Räumliche Daten für Forschung und Planung… mehr  •••

© IG Windkraft Österreich
Windenergiegutachten

Berechnung der erwartbaren Energieproduktion… mehr  •••

Sonnblick-Observatorium
zur Sonnblick-Website (© ZAMG)
Phänologie-PhenoWatch
zum Phänologie-Portal (© ZAMG)
HISTALP
zur HISTALP-Website (© ZAMG)