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29.11.2012

Vorläufige Bilanz November 2012

Vorläufige Bilanz November 2012

©ZAMG

Der November 2012 im Überblick

Und wieder geht ein sehr milder Monat zu Ende. Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG): „Österreichweit gesehen lag dieser November um 2,3 ° C über dem vieljährigen Mittel. Beachtlich sind die Regionen von Unterkärnten, über die südliche Steiermark bis zum Südburgenland. Hier war es sogar um 3 bis 4° C wärmer, das bedeutet Platz sieben in der Messgeschichte.“ Die höchste Temperatur in diesem November wurde am 11. mit 21° C in Weyer (OÖ) gemessen.

Beim Niederschlag kann man in diesem November grob von einem sehr trockenen Norden und einem sehr nassen Süden sprechen. In Teilen des Weinviertels, Wiens und des Most- und Mühlviertels sowie im Hausruckgebiet lagen die Niederschlagsmengen um mehr als 50 Prozent unter dem vieljährigen Mittel. Der trockenste Ort war Laa/Thaya (NÖ) mit nur 15 mm.
Die nassesten Regionen in diesem November waren Osttirol und Oberkärnten. Hier registrierte die ZAMG rund 100 bis 250 Prozent mehr Niederschlag als in einem durchschnittlichen Jahr. Herausragend war dabei Sillian in Osttirol mit einem Plus von 247 Prozent (230 mm). Nasser war es in Sillian seit Messbeginn (im Jahr 1946) nur drei Mal (1949, 2000 und 2002).

Zu den hohen Niederschlagsmengen im Süden Österreichs passen auch die wenigen Sonnenstunden. Im Großteil von Kärnten gab es in diesem November um 40 bis 64 Prozent weniger Sonnenstunden als im vieljährigen Mittel. Die sonnigsten Regionen lagen im vergangenen Monat im Gebiet von Vorarlberg bis zum Traunviertel und im Mühlviertel. Hier schien die Sonne um 10 bis 30 Prozent länger als in einem durchschnittlichen November. Vereinzelt lag das sonnige Plus sogar bei rund 30 bis 40 Prozent, wie in Bregenz, Innsbruck, Obergurgl, sowie im Salzkammergut und im Ausseerland. Der absolut sonnigste Ort in diesem November war der Patscherkofel (T) mit 143 Sonnenstunden.

Der November 2012 im Detail

Temperatur

Im Vergleich zum Mittel 1971-2000 war der November 2012 in Österreich um 2,3° C wärmer. In Unterkärnten, der Südsteiermark und im Südburgenland war die Abweichung zum Mittel mit 3 bis 4° C deutlich höher. Der November 2012 gehört in diesen Regionen somit zu den sieben wärmsten der Messgeschichte. Im Weinviertel, dem Nord- und Mittelburgenland, in der Obersteiermark, in Oberkärnten und im Lungau war es im diesem November um 2,5 bis 3° C wärmer als im vieljährigen Mittel. Von Vorarlberg bis Niederösterreich westlich von Wien registrierte die ZAMG eine Abweichung zum Klimamittel von 1,5 bis 2,5° C. Im Bodenseeraum und Flachgau waren mit 1 bis 1,5° C die kleinsten positiven Abweichungen zu finden. Der relativ wärmste Ort war mit einer Abweichung von plus 4,1° C Bad Radkersburg (Nov. 12: 7,8° C). Das absolut höchste Novembermittel gab es in der Wiener Innenstadt mit 8,0° C (Abw. +2,5° C). In Salzburg – dem relativ kühlsten Ort – war der November 2012 hingegen nur um 0,9° C wärmer als das Mittel 1971-2000. Abgesehen von den Bergstationen war der vergangene Monat in St. Jakob/Defereggental mit minus 0,3° C (Abw. +2,4) der absolut kälteste Ort des Landes. Die höchste Temperatur wurde am 11. November mit 21° C in Weyer (OÖ) gemessen.

Niederschlag

Im November 2012 gab es in Österreich eine starke Ungleichverteilung des Niederschlags. In einem schmalen Streifen, der von Oberen Inntal über das Salzachtal, Ennstal bis ins Nordburgenland verläuft, war die Niederschlagsmenge im November 2012 im Vergleich zum vieljährigen Mittel ausgeglichen. Nördlich davon war es hingegen teils deutlich trockener. In Oberösterreich, Wien und nahezu in ganz Niederösterreich fiel zumindest um ein Viertel weniger Niederschlag als im Mittel. Regional, wie etwa im Weinviertel, Wien, in Teilen des Most- und Mühlviertels und in Hausruck war die Niederschlagsausbeute nur halb so hoch oder darunter als in einem durchschnittlichen November. Die relativ geringste Niederschlagsmenge registrierte die ZAMG mit nur 35 % (30 mm) vom mittleren Novemberniederschlag in Wolfsegg (OÖ). Am absolut wenigsten regnete es mit nur 15 mm in Laa/Thaya (NÖ, Abweichung minus 60 %).

Völlig anders gestaltete sich dagegen die Niederschlagsverteilung am und südlich des Alpenhauptkammes. In diesen Regionen summierte sich zumindest um ein Drittel mehr Niederschlag als im Mittel. In Nordtirol, südlich des Inns, in Unterkärnten, südlich der Mur und Mürz und im Mittel- und Südburgenland summierte sich im Vergleich zum klimatologischen Mittel um 40 bis 60 Prozent mehr Niederschlag.

In Osttirol und Oberkärnten fiel in diesem November so viel Niederschlag wie nur selten. In diesen Landesteilen summierte sich in Relation zum vieljährigen Mittel etwa zwei bis dreieinhalb mal so viel Niederschlag. Im Rheintal und am Loiblpass war das Niederschlagsplus 60 bzw. 95 Prozent. Die relativ größte Niederschlagsmenge summierte sich in Sillian in Osttirol mit einem Plus zum Mittel von 247 Prozent (230 mm). Nur dreimal seit 1946, und zwar in den Jahren 1949, 2000 und 2002 fiel in Sillian mehr Niederschlag im November als in diesem Jahr. Die absolut größte Menge in diesem November fiel mit 462 mm (Abw. +95 %) am Loiblpass.

Schnee

Nennenswerten Schneefall gab es im November kaum. Hauptsächlich in den hochalpinen Regionen über 1500 Meter Seehöhe summierte sich etwas an Neuschnee. Erst mit dem Kaltluftvorstoß am Ende des Monats, der einen markanten Wetterwechsel brachte, setze von Westen her kräftiger Schneefall ein, der einiges an Neuschnee brachte.

Sonne

Überdurchschnittlich viel Sonnenschein gab es in diesem November von Vorarlberg bis ins Traunviertel und im Mühlviertel. Hier schien die Sonne um 10 bis 30 Prozent länger als in einem durchschnittlichen November. Punktuell, wie in Bregenz, Innsbruck, Obergurgl, sowie im Salzkammergut und im Ausseerland lag die positive Abweichung mit 30 bis 43 Prozent noch etwas höher. Insgesamt 143 Stunden lang zeigte sich die Sonne an der Wetterstation der ZAMG am Patscherkofel und somit am längsten in diesem Monat. Der relativ sonnigste Ort des Landes war Aigen/Ennstal (St) mit einem Sonnenscheinplus von 43 Prozent (85 h). Ausgeglichene Sonnenscheinbedingungen herrschten im Donauraum von Oberösterreich, in Teilen des Wald- und Industrieviertels, im Mostviertel, im Burgenland und in der Obersteiermark. Um zumindest 10 Prozent weniger Sonnenschein im Vergleich zum Mittel gab es vom östlichen Waldviertel über das Weinviertel bis ins südliche Wiener Becken sowie in der Südsteiermark und in Kärnten. In großen Teilen Kärntens war das Defizit beim Sonnenschein mit 40 bis 64 Prozent am höchsten.

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Anmerkungen

* Die Bezeichnung „vieljähriges Mittel“ betrifft die Klimaperiode 1971-2000, bei der Sonnenscheindauer den Zeitraum 1991-2010.

* Die Daten setzen sich aus den Messungen bis zum gestrigen Tag und den Vorhersagen für die restlichen Tage des Monats zusammen. Die endgültige Monatsbilanz ist ab der zweiten Woche des Folgemonats auf www.zamg.at abrufbar.

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Bilder

November 2012: Abweichung der Temperatur vom vieljährigen Mittel 1971-2000 (Quelle ZAMG).
Link zum Bild in Originalgröße

November 2012: Abweichung des Niederschlags vom vieljährigen Mittel 1971-2000 (Quelle ZAMG).
Link zum Bild in Originalgröße

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Web-Links

Infos zur ZAMG: www.zamg.at und www.facebook.com/zamg.at

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