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30.06.2014

Sonnigster Juni seit elf Jahren

Sonnigster Juni seit elf Jahren

©ZAMG

Vorläufige Monatsbilanz der ZAMG zum Juni 2014: Österreichweit gesehen 20 Prozent mehr Sonnenstunden als im vieljährigen Mittel. Damit sonnigster Juni seit 2003. An der Nordseite der Alpen sehr trocken (25 bis 77 Prozent weniger Niederschlag als im Mittel). Im Süden stellenweise sehr feucht (25 bis 80 Prozent mehr Niederschlag als im Mittel). Überdurchschnittlich warm (Temperatur um 1 °C über dem Mittel).

Sonnig, warm und teils trocken, teils feucht - so lässt sich der Juni 2014 zusammenfassen. Beachtlich sind vor allem die vielen Sonnenstunden, sagt Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik: „Österreichweit gesehen gab es um 20 Prozent mehr Sonnenstunden als im vieljährigen Mittel. So sonnig war es in einem Juni zuletzt im Jahr 2003. Die sonnigste Wetterstation war in diesem Juni Rohrspitz am Bodensee mit 326 Sonnenstunden."

Auch die Temperatur lag in diesem Monat deutlich über dem vieljährigen Mittel. Der Grund dafür lag aber in einer einzigen markanten Hitzewelle, sagt der Klimatologe Orlik: „Die meiste Zeit des Monats war die Temperatur durchschnittlich. Aber von 7. bis 13. Juni gab es in vielen Regionen die für Anfang Juni heißesten Tage der Messgeschichte. Das wirkt sich deutlich in der Monatsbilanz aus, mit einem Temperatur-Plus von 1 °C über dem vieljährigen Mittel."
Die höchste Temperatur des Monats war 35,7 °C, gemessen am 9.6. in Innsbruck (T, 578 m) und am 11.6. in Neusiedl/See (B, 148 m).

Der flächendeckende Regen am Ende des Monats änderte nichts an der sehr unterschiedlichen Niederschlagsverteilung in diesem Juni. Alexander Orlik von der ZAMG: „Im Süden war es stellenweise überdurchschnittlich feucht. Zum Beispiel gab es entlang der Drau und in der südlichen Steiermark um 25 bis 40 Prozent mehr Niederschlag als im vieljährigen Mittel. An der Wetterstation Klagenfurt wurde sogar um 80 Prozent mehr Niederschlag als im Mittel gemessen, dafür ist vor allem das heftige Unwetter am 23. Juni verantwortlich."

Zu trocken war es im Juni 2014 größtenteils an der Nordseite der Alpen, in Niederösterreich und Oberösterreich zum Beispiel mit einem Niederschlags-Minus von 50 bis 75 Prozent. Vereinzelt war es noch trockener, wie in Ried im Innkreis mit einem Regen-Minus von 77 Prozent. Der absolut trockenste Ort Österreichs war Retz mit nur 18 Millimeter Regen im gesamten Monat.

Der Juni 2014 im Detail

Extremwerte

Höchste Temperatur: 35,7 °C in Innsbruck (T, 578 m) am 9.6. und Neusiedl/See (B, 148 m) am 11.6.2014

Tiefste Temperatur: minus 10,1 °C am Brunnenkogel (T, 3438 m) am 01.06.2014

Tiefste Temperatur unter 1000 m: 0,0 °C in Ehrwald (T, 982 m) am 01.06.2014

Meister Niederschlag: 250 mm auf der Rudolfshütte (S, 2317 m)

Wenigster Niederschlag: 18 mm in Retz (N, 320 m)

Meister Sonnenschein: 326 Stunden am Rohrspitz (V, 395 m)

Temperatur

Der Juni 2014 war in Österreich um 1,0 °C wärmer als das Mittel 1981-2010. Die meiste Zeit des Monats lag die Lufttemperatur nahe am Mittelwert. Nur die Hitzewelle von 7. bis 13. Juni bewirkte, dass dieser Juni doch deutlich über der vieljährigen Mitteltemperatur liegt. Ausgeglichene Junitemperaturen gab es im oberen Murtal und im Semmering-Schneeberggebiet. Der relativ kühlste Ort war in diesem Juni mit einem Monatsmittel von 14,7 °C und einer Abweichung zum Mittel von minus 0,1 °C Neumarkt (ST, 869 m). Der absolut kälteste bewohnte Ort war mit 9,7 °C im Mittel Obergurgl (T, 1956 m). Das entspricht einem Plus von 0,8 °C zum klimatologischen Mittel. Der relativ wärmste Ort des Landes war mit einer Abweichung von 1,9 °C und einem Monatsmittel von 18,6 °C Waidhofen an der Ybbs (N, 365 m). Mit 21,0 °C (Abw. +1,2 °C) wurde in der Wiener Innenstadt das höchste absolute Temperaturmittel Österreichs erzielt. Der wärmste nicht urbane Ort des Landes war Andau (B, 118 m) mit 20,6 °C. Das höchste Tagesmaximum der Lufttemperatur lag bei 35,7 °C und wurde am 9. Juni an der Wetterstation Innsbruck/Uni (T, 578 m) und am 11. Juni in Neusiedl am See (B, 148 m) erreicht. Die tiefste Lufttemperatur wurde gleich zu Beginn des Monats am 1. Juni mit minus 10,1 °C am Brunnenkogel (T, 3437 m) registriert. Am selben Tag wurde in Ehrwald (T, 982 m) mit einem Tagesminimum von 0 °C auch unter 1000 m Seehöhe die tiefste Lufttemperatur erreicht.

Niederschlag

Der Juni 2014 war in den ersten beiden Dritteln hauptsächlich durch Trockenheit und im letzten Monatsdrittel durch rege Gewittertätigkeit geprägt. Ein ausgedehnter Tiefdruckkomplex zum Monatsende brachte dann nochmals flächendeckende Niederschläge in ganz Österreich. Trotz der ergiebigen Regenfälle zum Monatsende konnte das Niederschlagsdefizit nördlich des Alpenhauptkammes nicht ausgeglichen werden. Hier gab es durchwegs um 25 bis 50 Prozent weniger Niederschlag als im Mittel. Regional lag das Defizit in Ober- und Niederösterreich mit 50 bis 75 Prozent noch etwas niedriger. In Ried im Innkreis (O, 427 m) fiel mit 26 mm um 77 Prozent weniger Regen als im Mittel. Damit ist dieser Ort im Innviertel der relativ trockenste Ort des Landes. Der Weinbauort Retz (N, 320 m) ist mit einer Regenmenge von 18 mm (Abw. -72 %) der absolut trockenste Ort im Juni 2014.

Ausgeglichene Niederschlagsmengen wurden in Tirol, Teilen Salzburgs, in Kärnten, in der Steiermark südlich der Mur-Mürz-Furche, im Südburgenland sowie vom Marchfeld bis in den Seewinkel registriert. Entlang der Drau und in der Südsteiermark gab es im Vergleich zum Mittel 1981-2010 um 25 bis 40 Prozent mehr Niederschlag. In Klagenfurt fiel mit 190 mm sogar um 80 Prozent mehr Regen als im Mittel. Die größte Niederschlagsmenge summierte sich mit 250 mm (Abw. -3 %) auf der Rudolfshütte (S, 2317 m).

Sonne

Mit einem Plus von 20 Prozent mehr Sonnenschein war der Juni 2014 österreichweit der sonnigste seit dem Jahr 2003. Im Südosten und Inneralpin war es mit einem Plus von 14 bzw. 10 Prozent nicht ganz so sonnenreich. Im Westen, Norden und in den Gipfelregionen zeigte sich die Sonne um rund 25 Prozent länger. Um insgesamt 70 Prozent oder 120 Stunden mehr Sonnenschein als im Mittel gab es an der Wetterstation Wachtberg bei Steyr (N, 384 m). In Summe zeigt sich die Sonne hier 293 Stunden lang. Mit 326 Stunden schien die Sonne in diesem Juni an der Wetterstation Rohrspitz am Bodensee (V, 395 m) am absolut längsten.

Juni 2014: Übersicht Bundesländer

Vorarlberg

Niederschlagsabweichung minus 20 Prozent

Temperaturabweichung plus 1,3 °C

Abweichung der Sonnenscheindauer plus 30 Prozent

Temperaturhöchstwert 35,2 °C in Bregenz (424 m) am 9.6.2014

Temperaturtiefstwert, Gipfel/Hochalpin: 0,9 °C in Warth (1478 m) am 1.6.2014

Temperaturtiefstwert unter 1000 m: 2,7 °C in Schoppernau (839 m) am 1.6.2014

Höchstes Junimittel der Lufttemperatur 18,8 °C in Bregenz (Abw. +1,5 °C)

Höchste Sonnenscheindauer 326 Stunden am Rohrspitz

Tirol

Niederschlagsabweichung minus 5 Prozent

Temperaturabweichung plus 1,0 °C

Abweichung der Sonnenscheindauer plus 20 Prozent

Temperaturhöchstwert 35,7 °C in Innsbruck (578 m) am 9.6.2014

Temperaturtiefstwert, Gipfel/Hochalpin: -10,1 °C am Brunnenkogel (3438 m) am 1.6.

Temperaturtiefstwert unter 1000 m: 0,0 °C in Ehrwald (982 m) am 1.6.2014

Höchstes Junimittel der Lufttemperatur 18,6 °C in Innsbruck (Abw. +1,4 °C)

Höchste Sonnenscheindauer 260 Stunden in Rinn (Abw. +36 %)

Salzburg

Niederschlagsabweichung minus 25 Prozent

Temperaturabweichung plus 0,8 °C

Abweichung der Sonnenscheindauer plus 20 Prozent

Temperaturhöchstwert 34,3 °C in Salzburg/Freisaal (418 m) am 10.6.2014

Temperaturtiefstwert, Gipfel/Hochalpin: -7,1 °C am Sonnblick (3109 m) am 1.6.

Temperaturtiefstwert unter 1000 m: 1,7 °C in Rauris (934 m) am 2.6.2014

Höchstes Junimittel der Lufttemperatur 18,0 °C in Salzburg/Freisaal (Abw. +0,8 °C)

Höchste Sonnenscheindauer 285 Stunden in Mattsee (Abw. +32 %)

Oberösterreich

Niederschlagsabweichung minus 50 Prozent

Temperaturabweichung plus 1,2 °C

Abweichung der Sonnenscheindauer plus 30 Prozent

Temperaturhöchstwert 35,6 °C in Schärding (307 m) am 10.6.2014

Temperaturtiefstwert, Gipfel/Hochalpin: 2,4 °C am Feuerkogel (1618 m) am 1.6.

Temperaturtiefstwert unter 1000 m: 3,6 °C in Frankenmarkt (571 m) am 2.6.2014

Höchstes Junimittel der Lufttemperatur 19,5 °C in Linz (Abw. +1,6 °C)

Höchste Sonnenscheindauer 310 Stunden in Kollerschlag

Niederösterreich

Niederschlagsabweichung minus 45 Prozent

Temperaturabweichung plus 0,9 °C

Abweichung der Sonnenscheindauer plus 25 Prozent

Temperaturhöchstwert 35,3 °C in Wolkersdorf (185 m) am 11.6.2014

Temperaturtiefstwert, Gipfel/Hochalpin: 2,8 °C Rax/Seilbahnstation (1547 m) am 1.6.

Temperaturtiefstwert unter 1000 m: 2,9 °C in Puchberg/Sch. (583 m) am 4.6.2014

Höchstes Junimittel der Lufttemperatur 19,8 °C in Wolkersdorf

Höchste Sonnenscheindauer 313 Stunden in Zwerndorf

Wien

Niederschlagsabweichung minus 25 Prozent

Temperaturabweichung plus 1,0 °C

Abweichung der Sonnenscheindauer plus 25 Prozent

Temperaturhöchstwert 35,0 °C in der Inneren Stadt (177 m) am 10.6.2014

Temperaturtiefstwert, Gipfel: 9,0 °C auf der Jubiläumswarte (450 m) am 4.6.2014

Temperaturtiefstwert, Tiefland: 7,6 °C in Mariabrunn (225 m) am 27.6.2014

Höchstes Junimittel der Lufttemperatur 21,0 °C in der Inneren Stadt (Abw. +1,2 °C)

Höchste Sonnenscheindauer 305 Stunden auf der Jubiläumswarte

Burgenland

Niederschlagsabweichung minus 20 Prozent

Temperaturabweichung plus 1,0 °C

Abweichung der Sonnenscheindauer plus 25 Prozent

Temperaturhöchstwert 35,7 °C in Neusiedl/See (148 m) am 11.6.2014

Temperaturtiefstwert, Gipfel: 7,7 °C am Hirschenstein (859 m) am 16.6.2014

Temperaturtiefstwert, Tiefland: 6,7 °C in Kleinzicken (265 m) am 4.6.2014

Höchstes Junimittel der Lufttemperatur 20,6 °C in Andau (Abw. +1,3 °C)

Höchste Sonnenscheindauer 322 Stunden in Andau

Steiermark

Niederschlagsabweichung minus 10 Prozent

Temperaturabweichung plus 0,6 °C

Abweichung der Sonnenscheindauer plus 15 Prozent

Temperaturhöchstwert 35,0 °C in Leoben (544 m) am 11.6.2014

Temperaturtiefstwert, Gipfel/Hochalpin: 2,9 °C am Schöckl (1443 m) am 1.6.2014

Temperaturtiefstwert unter 1000 m: 2,1 °C in Bad Mitterndorf (814 m) am 2.6.2014

Höchstes Junimittel der Lufttemperatur 15,3 °C in Wagna (Abw. +1,5 °C)

Höchste Sonnenscheindauer 277 Stunden in Feldbach

Kärnten

Niederschlagsabweichung plus 15 Prozent

Temperaturabweichung plus 0,8 °C

Abweichung der Sonnenscheindauer plus 6 Prozent

Temperaturhöchstwert 34,9 °C in St. Andrä (403 m) am 11.6.2014

Temperaturtiefstwert, Gipfel/Hochalp.: -1,2 °C auf der Villacher A. (2117 m) am 1.6.

Temperaturtiefstwert unter 1000 m: 1,3 °C in Weitensfeld (946 m) am 2.6.2014

Höchstes Junimittel der Lufttemperatur 18,7 °C in Pörtschach (Abw. +0,8 °C)

Höchste Sonnenscheindauer 257 Stunden in Ferlach

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Anmerkungen

  • Die Bezeichnung „vieljähriges Mittel" betrifft die Klimaperiode 1981-2010.

  • Die Daten setzen sich aus den Messungen bis zum gestrigen Tag und den Vorhersagen für die restlichen Tage des Monats zusammen. Die endgültige Bilanz ist ab der zweiten Woche des Folgemonats auf www.zamg.at/cms/de/klima/klima-aktuell abrufbar.

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Temperatur Juni 2014: Abweichung der Temperatur vom vieljährigen Mittel 1981-2010. Quelle ZAMG.
Link zum Bild in Originalgröße

Niederschlag Juni 2014: Vergleich des Niederschlags mit dem vieljährigen Mittel 1981-2010. 100 Prozent entsprechen dem Mittel. Quelle ZAMG.
Link zum Bild in Originalgröße

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Web-Links

Klima Übersichten: www.zamg.at/cms/de/klima/klima-aktuell

Warnungen Österreich: www.zamg.at/warnungen

Warnungen Europa: www.meteoalarm.eu

ZAMG allgemein: www.zamg.at und www.facebook.com/zamg.at

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