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28.05.2014

Siebentwärmster Frühling der Messgeschichte

Siebentwärmster Frühling der Messgeschichte

©ZAMG

Vorläufige Frühlingsbilanz der ZAMG: Der Frühling 2014 liegt um 1,5 °C über dem vieljährigen Mittel und damit auf Platz sieben der 247-jährigen Messgeschichte. Besonders der Mai trug zu einem um 20 Prozent überdurchschnittlich nassen Frühling bei.

Der Frühling 2014 zählt zu den wärmsten der Messgeschichte. Daran ändert auch der relativ kühle Mai nichts mehr, sagt Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG): „Der Frühling 2014 liegt um 1,5 °C über dem Mittel. Das ist der siebentwärmste Frühling seit Beginn der Messungen im Jahr 1767. Ähnlich warm war der Frühling auch in den Jahren 2009, 2011 und 2012."

Heißester Ort dieses Frühlings war Salzburg-Freisaal mit 33,0 °C am 22. Mai. Die tiefste Temperatur wurde an der höchst gelegenen Wetterstation der ZAMG gemessen, am Brunnenkogel in Tirol auf 3438 Meter Seehöhe. Hier hatte es am 25. März minus 21,0 °C. Am selben Tag wurde in Galtür (T, 1587 m) mit minus 13,3 °C die tiefste Temperatur an einem bewohnten Ort gemessen.

Regenrekord in Wien

Beim Niederschlag lag der Frühling österreichweit gesehen in etwa im Bereich der normalen statistischen Schwankungen, mit einem Plus von 20 Prozent. Dieser Wert setzt sich aus einem trockenen März (minus 41 Prozent), einem ausgeglichenen April und einem nassen Mai (plus 70 Prozent) zusammen.

Besonders der Mai brachte einige markante Niederschlagsereignisse, sagt Klimatologe Alexander Orlik von der ZAMG: „Sehr große Regenmengen gab es von 15. bis 18. Mai vom Salzkammergut bis ins südliche Niederösterreich. Hier regnete es verbreitet 100 bis 200 mm Niederschlag, vereinzelt sogar um die 300 mm. Muren, Überflutungen und Hochwasser waren die Folge. Sehr ungewöhnlich war aber auch das heftige Gewitter am 24. Mai im Westen von Wien, mit Hagelschlag und Überflutungen. An der Wetterstation Hohe Warte wurden innerhalb von nur 30 Minuten 57,6 Millimeter Regen gemessen. Das ist der höchste Werte seit Einführung der automatischen 10-Minuten-Messungen im Jahr 1992."

März für relativ sonnige Frühlingsbilanz verantwortlich

Der sonnigste Ort des Frühlings 2014 war Eisenstadt, mit 690 Sonnenstunden. Österreichweit gesehen waren die Sonnenstunden größtenteils im Bereich des vieljährigen Mittels oder bis zu 15 Prozent darüber. Vereinzelt war es etwas mehr, wie auf der Kanzelhöhe in Kärnten. Hier registrierte die ZAMG um 30 Prozent (630 Stunden) mehr Sonne als im Mittel.Für das Sonnenschein-Plus im Frühling 2014 war in vielen Regionen vor allem der ungewöhnlich sonnige März verantwortlich (plus 40 Prozent). Der April brachte durchschnittlich viel Sonne und der Mai war etwas trüber als im vieljährigen Mittel.

Der Frühling 2014 im Detail

Extremwerte

Höchste Temperatur: 33,0° C in Salzburg (S, 418 m) am 22.5.2014

Tiefste Temperatur: minus 21,0° C am Brunnenkogel (T, 3438 m) am 25.03.2014

Tiefste Temperatur unter 1000 m: -7,0 °C in Rauris (S, 934 m) am 26.03.2014

Meister Niederschlag: 600 mm in Lunz am See (N, 612 m)

Wenigster Niederschlag: 79 mm in Nauders (T, 1330 m)

Meister Sonnenschein: 690 Stunden in Eisenstadt (B, 184 m)

Temperatur

Die mittlere Lufttemperatur in Österreich lag in diesem meteorologischen Frühling um 1,5 °C über dem Mittel 1981-2010. Das Temperaturniveau liegt somit ähnlich hoch wie in den Frühlingsmonaten der Jahre 2009, 2011 und 2012. Der Frühling 2014 ist damit der siebentwärmste seit dem Jahr 1767. Hauptverantwortlich für dieses Ergebnis waren der März, der mit einer Abweichung von plus 2,9 °C außergewöhnlich warm war und ein um 2,0 °C zu warmer April. Der Monat Mai stoppte den Temperaturtrend. Der Mai war um 0,5 °C kälter als das Mittel 1981-2010. Räumlich hat sich die Temperaturabweichung in eine um 1,5 bis 2,0 °C zu warme Osthälfte und eine 1 bis 1,5°C zu warme Westhälfte geteilt. Punktuell gab es etwas höhere bzw. niedrigere Abweichungen zum vieljährigen Mittel.

Die relativ wärmste Wetterstation verglichen mit dem Mittel 1981-2010 war Wagna bei Leibnitz (ST, 268 m). Hier war es mit einem Temperaturmittel von 11,8 °C um 2,2 °C wärmer als im Mittel. Die höchste absolute Lufttemperatur wurde am 22. Mai mit 33 °C in der Stadt Salzburg an der Wetterstation Freisaal gemessen. Der im Vergleich zum vieljährigen Mittel kühlste Ort war mit einem Saisonmittel von 6,3 °C und einer Abweichung von plus 0,5 °C Sillian (T, 1081 m). Am 25. März wurde am Brunnenkogel (T, 3438 m) mit minus 21 °C die niedrigste Temperatur erreicht. Am selben Tage wurde mit minus 13,3 °C in Galtür (T, 1587 m) die tiefste Temperatur in diesem Frühling an einem bewohnten Ort registriert.

Niederschlag

In Summe war der Frühling 2014 um 20 Prozent niederschlagsreicher als im Mittel. Dieser Wert liegt etwas oberhalb der normalen statistischen Schwankungsbreite. Die Niederschlagsabweichung des Frühlings 2014 setzt sich aus einem um 41 Prozent zu trockenen März, einem ausgeglichenen April und einem um 70 Prozent niederschlagsreicheren Mai zusammen. Ausgeglichene Niederschlagsverhältnisse im Frühling 2014 gab es in Vorarlberg, Teilen Tirols, Kärntens und Oberösterreichs. In Salzburg, der Steiermark und in Teilen Niederösterreichs fiel um 45 bis 75 Prozent mehr Niederschlag. Im Industrieviertel, Burgenland sowie im Marchfeld und in Wien summierte sich um 75 bis 104 Prozent mehr Niederschlag als im Mittel.

Verglichen mit den klimatologischen Niederschlagssummen im Frühling war Groß-Enzersdorf (N, 154 m) mit einer Niederschlagsmenge von 255 mm der relativ niederschlagsreichste Ort des Landes. Das entspricht einer positiven Abweichung zum Mittel 1981-2010 von 104 Prozent. Der absolut nasseste Ort Österreichs war mit 600 mm Niederschlag Lunz am See (N, 612 m). Das sind um 47 Prozent mehr als das vieljährige Mittel.

Die relativ geringste Niederschlagsmenge wurde in Galtür (T, 1587 m) gemessen. Hier summierten sich nur 130 mm und somit um 40 Prozent weniger als im Mittel. Der absolut trockenste Ort liegt ebenfalls in Nordtirol. In Nauders (T, 1330 m) fielen nur 79 mm Niederschlag. Das ist ein Defizit von 37 Prozent.

Bemerkenswert waren in diesem Frühling mehrere Niederschlagsereignisse. Zum einen fiel vom 15. bis zum 18. Mai vom Salzkammergut bis ins südliche Niederösterreich flächendeckend 100 bis 200 mm Niederschlag, kleinräumig auch bis zu 300 mm. Dieses Niederschlagsereignis führte zu Überflutungen und Hochwasser. Ein heftiges Gewitter führte am 24. Mai in Teilen Wiens zu Hagelschlag und Überflutungen. Binnen 30 Minuten fiel an der Wetterstation Wien Hohe Warte 57,6 mm Regen. Solch eine Niederschlagsintensität wurde seit Einführung der hochfrequenten automatischen Niederschlagsmessung auf der Hohen Warte im Jahr 1992 noch nie erreicht.

Sonne

Die Sonnenscheindauer im Frühling 2014 war, verglichen mit dem klimatologischen Mittel, österreichweit ausgeglichen bis etwa 15 Prozent überdurchschnittlich. Punktuell schien die Sonne aber auch um 15 bis 30 Prozent häufiger. Auf der Kanzelhöhe (K, 1520 m) schien die Sonne in Summe 630 Stunden. Das ist ein plus zum vieljährigen Mittel von 30 Prozent. Eisenstadt war im Frühling 2014 der sonnigste Ort des Landes. Hier zeigte sich die Sonne insgesamt 690 Stunden. Das sind um 15 Prozent mehr Sonnenstunden als im Mittel.

Frühling 2014: Übersicht Bundesländer

Vorarlberg

Niederschlagsabweichung minus 10 Prozent

Temperaturabweichung plus 1,3 °C

Abweichung der Sonnenscheindauer plus 15 Prozent

Temperaturhöchstwert 29,5 °C in Feldkirch (438 m) am 22.5.2014

Temperaturtiefstwert, Gipfel/Hochalpin: - 8,5 °C in Laterns (1559 m) am 25.3.2014

Temperaturtiefstwert unter 1000 m: -6,1 °C in Schoppernau (839 m) am 27.3.2014

Höchstes Frühlingsmittel der Lufttemperatur 10,8 °C in Feldkirch (Abw. +1,2 °C)

Höchste Sonnenscheindauer 640 Stunden am Rohrspitz

Tirol

Niederschlagsabweichung Nordtirol plus 10 Prozent, Osttirol minus 20 Prozent

Temperaturabweichung plus 1,2 °C

Abweichung der Sonnenscheindauer plus 10 Prozent

Temperaturhöchstwert 32,1 °C in Kössen (588 m) am 22.5.2014

Temperaturtiefstwert, Gipfel/Hochalpin: -21,0 °C am Brunnenkogel (3438 m) am 25.3.2014

Temperaturtiefstwert unter 1000 m: minus 6,8 °C in Ehrwald (982 m) am 26.3.2014

Höchstes Frühlingsmittel der Lufttemperatur 11,0 °C in Innsbruck (Abw. +1,1 °C)

Höchste Sonnenscheindauer 650 Stunden in Sillian

Salzburg

Niederschlagsabweichung plus 20 Prozent

Temperaturabweichung plus 1,3 °C

Abweichung der Sonnenscheindauer plus 10 Prozent

Temperaturhöchstwert 33,0 °C in Salzburg/Freisaal (418 m) am 22.5.2014

Temperaturtiefstwert, Gipfel/Hochalpin: minus 16,8 °C am Sonnblick (3109 m) am 25.3.2014

Temperaturtiefstwert unter 1000 m: minus 7,0 °C in Rauris (934 m) am 26.3.2014

Höchstes Frühlingsmittel der Lufttemperatur 10,5 °C in Salzburg/Freisaal (Abw. +0,8 °C)

Höchste Sonnenscheindauer 570 Stunden in Mattsee (Abw. +25 %)

Oberösterreich

Niederschlagsabweichung plus 20 Prozent

Temperaturabweichung plus 1,4 °C

Abweichung der Sonnenscheindauer plus 10 Prozent

Temperaturhöchstwert 31,9 °C in Bad Goisern (502 m) am 22.5.2014

Temperaturtiefstwert, Gipfel/Hochalpin: minus 7,1 °C am Feuerkogel (1618 m) am 15.4.2014

Temperaturtiefstwert unter 1000 m: -4,4 °C in Freistadt (549 m) am 1.3.2014

Höchstes Frühlingsmittel der Lufttemperatur 11,8 °C in Linz (Abw. +1,5 °C)

Höchste Sonnenscheindauer 600 Stunden Reichersberg (Abw. +20 %)

Niederösterreich

Niederschlagsabweichung plus 45 Prozent

Temperaturabweichung plus 1,5 °C

Abweichung der Sonnenscheindauer plus 10 Prozent

Temperaturhöchstwert 31,6 °C in Waidhofen/Ybbs (365 m) am 22.5.2014

Temperaturtiefstwert, Gipfel/Hochalpin: minus 6,6 °C Rax/Seilbahnstation (1547 m) am 15.4.2014

Temperaturtiefstwert unter 1000 m: minus 6,5 °C in Gars/Kamp (267 m) am 11.3.2014

Höchstes Frühlingsmittel der Lufttemperatur 12,2 °C in Gumpoldskirchen (Abw. +1,8 °C)

Höchste Sonnenscheindauer 660 Stunden in Zwerndorf

Wien

Niederschlagsabweichung plus 65 Prozent

Temperaturabweichung plus 1,6 °C

Abweichung der Sonnenscheindauer plus 15 Prozent

Temperaturhöchstwert 30,0 °C in der Inneren Stadt (177 m) am 23.5.2014

Temperaturtiefstwert, Gipfel: minus 0,4 °C auf der Jubiläumswarte (450 m) am 8.3.2014

Temperaturtiefstwert, Tiefland: minus 3,1 °C in Mariabrunn (225 m) am 11.3.2014

Höchstes Frühlingsmittel der Lufttemperatur 13,6 °C in der Inneren Stadt (Abw. +1,8 °C)

Höchste Sonnenscheindauer 650 Stunden auf der Hohen Warte (Abw. +12 %)

Burgenland

Niederschlagsabweichung plus 50 Prozent

Temperaturabweichung plus 1,7 °C

Abweichung der Sonnenscheindauer plus 15 Prozent

Temperaturhöchstwert 29,5 °C in Andau (118 m) am 23.5.2014

Temperaturtiefstwert, Gipfel: minus 1,2 °C am Hirschenstein (859 m) am 8.3.2014

Temperaturtiefstwert, Tiefland: minus 3,2 °C in Bad Tatzmannsdorf (347 m) am 1.3.2014

Höchstes Frühlingsmittel der Lufttemperatur 12,7 °C in Neusiedl/See (Abw. +1,7 °C)

Höchste Sonnenscheindauer 690 Stunden in Eisenstadt (Abw. 15 %)

Steiermark

Niederschlagsabweichung plus 20 Prozent

Temperaturabweichung plus 1,6 °C

Abweichung der Sonnenscheindauer plus 10 Prozent

Temperaturhöchstwert 30,6 °C in Hall/Admont (637 m) am 22.5.2014

Temperaturtiefstwert, Gipfel/Hochalpin: minus 5,1 °C am Schöckl (1443 m) am 16.4.2014

Temperaturtiefstwert unter 1000 m: minus 6,4 °C in Aigen/Ennstal (641 m) am 1.3.2014

Höchstes Frühlingsmittel der Lufttemperatur 12,0 °C in Bad Radkersburg (Abw. +1,9 °C)

Höchste Sonnenscheindauer 650 Stunden in Wagna

Kärnten

Niederschlagsabweichung 0 Prozent

Temperaturabweichung plus 1,4 °C

Abweichung der Sonnenscheindauer plus 20 Prozent

Temperaturhöchstwert 30,1 °C in Spittal/Drau (542 m) am 22.5.2014

Temperaturtiefstwert, Gipfel/Hochalpin: minus 10,4 °C auf der Villacher Alpe (2117 m) am 25.3.2014

Temperaturtiefstwert unter 1000 m: -4,3 °C in Weißensee (946 m) am 10.3.2014

Höchstes Frühlingsmittel der Lufttemperatur 10,9 °C in Villach (Abw. +1,6 °C)

Höchste Sonnenscheindauer 650 Stunden in Klagenfurt (Abw. +13 %)

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Anmerkungen

  • Die Bezeichnung „vieljähriges Mittel" betrifft die Klimaperiode 1981-2010.

  • Die Daten setzen sich aus den Messungen bis zum gestrigen Tag und den Vorhersagen für die restlichen Tage des Monats zusammen. Die endgültige Bilanz ist ab der zweiten Woche des Folgemonats auf www.zamg.at/cms/de/klima/klima-aktuell abrufbar.

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Temperatur Frühling 2014: Abweichung der Temperatur vom vieljährigen Mittel 1981-2010. Quelle ZAMG.
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Niederschlag Frühling 2014: Vergleich des Niederschlags mit dem vieljährigen Mittel 1981-2010. 100 Prozent entsprechen dem Mittel. Quelle ZAMG.
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Web-Links

Klima Übersichten: www.zamg.at/cms/de/klima/klima-aktuell

Warnungen Österreich: www.zamg.at/warnungen

Warnungen Europa: www.meteoalarm.eu

ZAMG allgemein: www.zamg.at und www.facebook.com/zamg.at

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