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04.12.2012

Erdbeben aus Slowenien in Österreich stark verspürt

Mehr als 200 Wahrnehmungsberichte

Das Erdbeben, das sich am 3. Dezember um 05:36 Uhr MEZ in Slowenien ereignete, wurde auch in Österreich von zahlreichen Personen deutlich verspürt. Die Magnitude betrug 4,3. Das Epizentrum lag etwa 25 km von der österreichischen Staatsgrenze entfernt in der Region östlich von Kamnik (46,23°N, 14,78°O).
Beim Österreichischen Erdbebendienst sind etwa 200 Wahrnehmungsberichte via online-Formular (www.zamg.ac.at/bebenmeldung) eingelangt, davon stammen 61 aus Klagenfurt.

 

Erdbeben aus Slowenien in Österreich stark verspürt

Die Karte zeigt die Lage jener Orte, aus denen Wahrnehmungsberichte beim Österreichischen Erdbebendienst eingetroffen sind. Sehr viele Personen sind erwacht und verspürten ein starkes Zittern. Kleinere Gegenstände haben sich bewegt, Fenster und Türen haben gerüttelt. Manche beobachteten, dass ganze Gebäude erschüttert wurden, doch Schäden sind nicht aufgetreten. Ersten Auswertungen zufolge betrug die Intensität 4 bis 5 Grad in Österreich.

Der Österreichische Erdbebendienst dankt der Bevölkerung für ihre Wahrnehmungsberichte, mit deren Hilfe die Intensität der Erdbeben bestimmt wird.

Das Erdbeben wurde von allen Stationen des Österreichischen Erdbebendienstes registriert. Das etwa 70 km entfernte Atomkraftwerk in Krsko war durch die Erschütterungen dieses Erdbebens nicht gefährdet.

Registrierung des Erdbebens in Slowenien am 3. Dezember 2012 um 05:36 Uhr MEZ (04:36 Weltzeit) an der Station OBKA (Hochobir, KTN.) des Österreichischen Erdbebendienstes.

Frühere heftige Erdbeben in Slowenien

Am 12. April 1998 ereignete sich im Raum Bovec/Kobarid im Westen von Slowenien ein starkes Erdbeben der Magnitude 5,6, das im Epizentralbereich schwere Schäden verursachte. Die Erschütterungen wurden in weiten Teilen Österreichs bis zur tschechischen Grenze verspürt. Einige leichte Gebäudeschäden wurden damals in Kärnten verursacht. Ein weiteres starkes Beben im Raum Bovec folgte am 12. Juli 2004 mit einer Magnitude von 5,4. Abermals sind leichte Schäden in Kärnten aufgetreten.

Der Österreichische Erdbebendienst und das Laibach-Beben von 1895

Aufgrund des Erdbebens vom 14. April 1895 in Laibach (heute Ljubljana, Slowenien) mit einer Epizentralintensität von 8-9 Grad wurde innerhalb von zwei Wochen an der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien eine eigene "Erdbebenkommission" eingerichtet (Hammerl und Lenhardt 1997). Die Aufgaben waren die Sammlung von Erdbebenberichten aus früherer Zeit, Beobachtungen aktueller Erdbeben und die Einrichtung von Messstationen. Im Jahr 1904  wurde das Beobachtungsnetz der Erdbebenkommission unter der neuen Bezeichnung "Erdbebendienst" von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Wien übernommen.

Die ersten bekannten Starkbeben, die vom Österreichischen Erdbebendienst auf einem Wiechert-Seismographen aufgezeichnet wurden, sind jene vom 18. April 1906 in San Francisco und vom 28. Dezember 1908 in Messina. Die Magnituden betrugen etwa 7,8 und 7,5.

 

Literatur

Hammerl, Christa und Wolfgang Lenhardt: Erdbeben in Österreich. (Leykam Verlag Wien, Graz 1997)

 

Österreichischer Erdbebendienst
seismo@zamg.ac.at

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Holzschnitt aus der 'Weltchronik' von Hartmann Schedel, 1493. 'Und der Engel nahm das Rauchfaß und füllte es mit Feuer vom Altar und warf es auf die Erde, und Donner folgten, Getöse, Blitze und Beben.' Offenbarung 8,5 © ZAMG Geophysik Hammerl
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