Geophysik / Magnetik / Paläomagnetismus

Paläomagnetismus

Wie sah das Erdmagnetfeld vor 800 000 Jahren aus? Genau anders rum. Ein Kompass hätte damals den Südpol gezeigt, statt den Nordpol.

Die Paläomagnetik befasst sich mit dem Erdmagnetfeld der Vergangenheit. Dabei werden sowohl die Variationen dieses Feldes und deren Ursprung untersucht, sowie Magnetfelddaten genutzt, um die Geschichte der Erde, deren Aufbau und Tektonik zu rekonstruieren, insbesondere die Paläogeographie der Erde.

Magnetostratigraphie an der Ozeanischen Kruste. © USGS

Muster des entgegengesetzt polarisierten Ozeanbodens. a) vor 5 Mio. Jahren, b) vor 2 – 3 Mio. Jahren, c) heute. Durch die Paläomagnetik ist eine geodynamische - tektonische Rekonstruktion der ozeanischen Plattenbewegungen möglich. Die jüngste ozeanische Kruste befindet sich um den Mittel Ozeanischen Rücken und bewegt sich mit der Zeit immer weiter weg vom Mittel Ozeanischen Rücken. Die Ausrichtung der Magnetisierung zum Zeitpunkt beim Abkühlens des Gesteins, behalten die magnetischen Mineralien bei, sofern sie keine Hochtemperaturmetamorphose (über den Curie - Punkt) mehr erfahren. © USGS

Somit kann die Kinematik der Plattentektonik und deren Prozesse entschlüsselt werden. Neben tektonischen Rekonstruktionen bildet die Untersuchung der geomagnetischen Variationen und deren Ursachen einen Arbeitsschwerpunkt. Geomagnetische Feldumkehrungen sind vermutlich die deutlichsten Erscheinungen dieser Variationen, welche ihren Ursprung in dynamischen Prozessen des flüssigen äußeren Erdkerns haben. Die Aufzeichnung der Polrichtungen und der Intensitätsvariationen während einer dieser Feldumkehrungen liefern wertvolle Erkenntnisse über die grundlegenden Mechanismen des Erdmagnetfelds. Diese Daten sind essentiell für das Verstehen des Geodynamos.

Dementsprechend wird ebenfalls großer Wert auf die Untersuchung der zu Grunde liegenden geologischen Archive (z. B. Vulkanite) gelegt, um die Zuverlässigkeit der darin gespeicherten Magnetfeldinformation zu verifizieren. Mit Hilfe der bekannten Feldumkehrungen der Erdgeschichte werden Polaritätszeitintervalle definiert, welchen dann im Rahmen der Magnetostratigraphie ein wertvolles Hilfsmittel zur Datierung darstellen.

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