Geophysik / Magnetik / Landesaufnahme

Landesaufnahme

Die Abteilung Magnetik erstellt jährlich aktualisierte geomagnetische Karten, welche die Richtung und Intensität des Erdmagnetfeldes in Österreich darstellen.

Das Erdmagnetfeld ist orts- und zeitabhängig. Die Ortsabhängigkeit ­spiegelt die Vertei­lung der Magnetfeldquellen wieder: im Erdkern, in der Erdkruste sowie in höheren Schichten der Atmosphäre. Dabei unterscheidet man zwischen langsam veränderlichen Quel­len, die für die so genannte Säkularvariation verantwortlich sind, und schnell veränderlichen Quel­len. Letz­tere stammen aus der Wechselwirkung zwischen Erdmagnetfeld und Son­nen­wind. Die Landesaufnahme befasst sich mit örtlichen Unter­schieden der langsam variierenden Kompo­nenten des Erd­magnetfeldes.

Geschichte

Damals wurde das Erdmagnetfeld an 241 ausgewählten Punkten, auch außerhalb des österreicherisches Kaiserstaates, sorgfältig gemessen. Die Mes­sungen er­folgten selbst unter erschwerten Bedingungen, z. B. während des Revolutionsjahres 1848. Daraus entstand die erste magnetische Deklinationskarte Öster­reichs (siehe unten).

Magnetische Deklination 1850
Magnetische Deklination im Jahre 1850 vermessen von Karl Kreil. © ZAMG Geophysik

Seither wird in Österreich im Abstand von etwa 35 Jahren eine geomagnetische Landesaufnahme durchgeführt. Die letzte Messkampagne fand von 1995 bis 1998 statt. Dabei wurden neue moderne Messmethoden angewandt und die Messpunkte verdichtet. Zum ersten Mal wurden auch alle 57 zivilen und militärischen Flugfelder in Österreich vermessen und gemeinsame Messungen mit den Nachbarländern im Grenzgebiet ausgeführt, verbunden mit einem Austausch der Messdaten.

Um die jährlichen Änderungen zu erfassen, führt die ZAMG regelmäßig auch kleinere Messkam­pagnen durch, an 14 sogenannten Säkularpunkten. So können geomagnetische Karten auf den neuesten Stand gebracht und Auskünfte über die jüngsten Feldwerte gegeben werden.

Die Säkularvariation – wie hat sich das Erdmagnetfeld in 160 Jahren verändert?

Die untenstehende Karte zeigt die magnetische Deklination in Österreich im Jahre 2017. Die Deklinationswerte liegen zwischen 2°40’ und 4°20’ östlicher Deklination. 167 Jahre nach der ersten Landesauf­nahme hat sich die magnetische Deklination um mehr als 5° verändert! Über die gleiche Zeitspanne hat das Dipolmoment des Erdmagnetfeldes um 10% abgenommen. Solche langfristigen Änderungen des Erdmagnetfeldes bezeichnet man als Säkularvariation.

Magnetische Deklination 2017 1
Magnetische Deklination 2017

 

Wo steht die Landesaufnahme heute?

Die geomagnetische Landesaufnahme ist auch mit moderner Technik sehr zeitintensiv. Die letzte Kampagne hat drei Jahre für 304 Messpunkte im Anspruch genommen. Messstellen müssen sorgfältig ausgewählt werden, möglichst weit weg von menschlichen Störquellen (dicht be­wohnten Gebieten, Eisenbahnlinien, etc.) sowie von natürlichen Anomalien, die durch stark mag­netische Gesteine erzeugt werden.

Teaserportlet Bebenkarte groß
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Umfeld eines Stollens © ZAMG
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Historische Erdbeben
Holzschnitt aus der 'Weltchronik' von Hartmann Schedel, 1493. 'Und der Engel nahm das Rauchfaß und füllte es mit Feuer vom Altar und warf es auf die Erde, und Donner folgten, Getöse, Blitze und Beben.' Offenbarung 8,5 © ZAMG Geophysik Hammerl
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Willkommen bei der Magnetik der geophysikalischen Abteilung der ZAMG. © ZAMG Geophysik
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