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12.04.2013

Neues Buch „Smart-City“ mit Beiträgen der ZAMG

Neues Buch „Smart-City“ mit Beiträgen der ZAMG

©ZAMG/Hammerl

„Smart City - Wiener Know-how aus Wissenschaft und Forschung“, mit Beiträgen der ZAMG zu den Themen Luftqualität, Klima und Sicherheit bei Erdbeben im Wien der Zukunft.

Diese Woche wurde das Buch „Smart City - Wiener Know-how aus Wissenschaft und Forschung“ präsentiert. 67 Wiener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erläutern in 27 Beiträgen ihre Sicht einer zukunftstauglichen Stadt in den Bereichen Stadtplanung, Energieversorgung und Bauwesen, Mobilität und Infrastruktur, Umwelt und Klima. Die ZAMG hat zu dem Buch die Themen Luftqualität, Klima und Sicherheit bei Erdbeben beigetragen. Im Folgenden einige Details dazu:

Luftqualität in der Stadt: vom Feinstaub bis zum Unfall mit gefährlichen Stoffen

In den letzten Jahrzehnten sind Gefahrenstoffunfälle beispielsweise im Bereich von Bahnhöfen und Terroranschläge in Städten bedauerlicherweise zu realen Bedrohungsszenarien geworden. „Vorsorgemaßnahmen sind einerseits die verstärkte Überwachung kritischer Bereiche und die Entfernung von Gefährdungszonen aus Wohngebieten durch gezielte Stadtplanung, andererseits die Vorbereitung von modernen Entscheidungshilfesystemen, die im Ernstfall die Gasausbreitung im städtischen Bereich adäquat vorherberechnen können“ erläutert Kathrin Baumann-Stanzer, Umweltmeteorologin der ZAMG. Die ZAMG befasst sich derzeit in Kooperation mit internationalen Expertinnen und Experten intensiv mit der Zusammenstellung der wissenschaftlichen Grundlagen für die praktischen Umsetzung dieser Aufgabe.

Ein Hauptproblem von Städten wird auch in Zukunft die Luftverschmutzung durch Abgase unterschiedlichster Art sein. „Idealerweise werden in der Smart City der Zukunft die Immissionsgrenzwerte für eine gesunde Luft eingehalten. Der Weg dorthin ist eigentlich auch schon lange bekannt: das Hauptziel muss die Einsparung des Energieverbrauchs sein, ohne dass unser gewohnter Lebensstandard sinkt.“ erklärt Martin Piringer, Umweltmeteorologe der ZAMG.

Eine Grenze für lokal wirksame Maßnahmen stellt der Ferntransport dar, der zum Beispiel für Feinstaub einen wirksamen Mechanismus für erhöhte Konzentrationen darstellt. „Emissionsreduzierende Maßnahmen auf lokaler Ebene, zum Beispiel im Bereich der Gemeinde Wien, sind zwar notwendig, aber nicht ausreichend“, wie August Kaiser, Umweltmeteorologe der ZAMG betont.  Es bedarf eines internationalen Konsenses zur Emissionsvermeidung und –reduktion, um eine überregionale Verringerung unerwünschter Luftbeimengungen zu erreichen. Dazu dienen die auf EU-Ebene ausformulierten gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Marcus Hirtl, Umweltmeteorologe der ZAMG, gibt im Buch einen kurzen Einblick in den Stand der Luftqualitätsvorhersage an der ZAMG: „Aufgrund der steigenden Computerressourcen können Luftqualitäts-Vorhersagemodelle mit immer feinerer horizontaler Auflösung (zum Beispiel 1 bis 3 km) betrieben werden. Künftig wird sogar eine Vorhersage der Luftqualität für einzelne Straßenzüge oder Gebäudegruppen möglich sein.“

Die Hitze der Stadt: mit Klimamodellen Strategien zur Anpassung testen

Städte sind Hitzeinseln. Durch den Klimawandel und die steigende Urbanisierung könnte sich die Hitzebelastung in Zukunft zu einem ernst zu nehmenden Problem entwickeln. Deswegen ist es von besonderer Relevanz, verschiedene Aspekte in Maßnahmen zur Klimaanpassung miteinzubeziehen, um eine nachhaltige und ausgewogene Stadtentwicklung zu erreichen. Maja Zuvela-Aloise, Roland Koch und Barbara Chimani erläutern in ihrem Beitrag zum Buch „Smart City“ , wie mit den Daten und Modellen an der ZAMG die Hitzebelastung in Wien und die zukünftige Klimaszenarien berechnet werden und wie sich gezielte Anpassungsmaßnahmen auswirken können.

Erdbeben in Wien: modernes Messnetz und Analyse historischer Beben.

„Um die Erdbebengefährdung Wiens so genau wie möglich zu erfassen wurde vom Erdbebendienst der ZAMG in Wien ein seismisches Messnetz errichtet, das dazu dient die aufgetretenen Bodenbewegungen von Erdbeben im Wiener Becken im Stadtgebiet zu erfassen. Diese Daten helfen der erdbebengerechten Bauwerksplanung in Wien,“ erklärt Wolfgang Lenhardt, Geophysiker an der ZAMG.

Aber auch die Analyse historischer Erdbeben in von großen praktischem Nutzen. Christa Hammerl, Historikerin an der ZAMG: „Aufgrund der verhältnismäßig langen Wiederkehrperioden von Erdbeben in Österreich ist auch die Interpretation historischer Erdbeben wichtig. Deshalb werden im Erdbebendienst historische Beben genauestens recherchiert und analysiert. Die Auswertungen gehen ebenfalls in die Bewertung der Erdbebengefährdung eines Gebietes ein.“

Web-Links

Informationen zum Buch „Smart City“:
www.bohmann-verlag.at/portal/Smart%20City.608.0.html

Informationen zur ZAMG: www.zamg.at und www.facebook.com/zamg.at

Die ZAMG ist eine
Forschungseinrichtung des
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung
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