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23.09.2020

Interreg-Projekt RaDoLive: Standort für Niederschlagsradar gesucht

Interreg-Projekt RaDoLive: Standort für Niederschlagsradar gesucht

©LPA/ Agentur für Bevölkerungsschutz

Im Grenzgebiet Osttirol, Südtirol und Nordtirol fehlen Wetterradare. Mit einem Interreg-Projekt erfolgt nun die optimale Standortsuche. So kann der Schutz vor extremen Ereignissen verbessert werden

Hochmoderne Niederschlagsradare ermöglichen genaue Vorhersagen. Weil die Berge die freie Sicht auf Niederschlagsgebiete verdecken, ist es im Gebirge allerdings oft schwierig, optimale Standorte für die Messung mittels Radar zu finden. Aus diesem Grund wurde das zweijährige Interreg-Projekt RaDoLive (Location search for a new precipitation Radar in the Dolomiti Live Area) ins Leben gerufen.

Inhaltlich geht es darum, mögliche Standorte für die Errichtung eines Niederschlagsradars in der Dolomiti Live Region – also im Grenzgebiet von Nord-, Ost- und Südtirol - genauer zu untersuchen. Im Zuge des Projektes sollen die zwei geeignetsten Standorte ausgewählt und im Detail analysiert werden. Nach Abschluss der Analyse ist für einen dieser zwei Standorte die Errichtung und der langfristige Betrieb eines Niederschlagradars geplant.

Gestartet ist das Projekt im April 2020. „Im betroffenen Grenzgebiet ist die flächenhafte Erfassung des Niederschlages durch bestehende Radare unzureichend. Diese Lücke im Radarsystem gilt es zu schließen“, erklärt Südtirols Landesrat für Bevölkerungsschutz Arnold Schuler die Zielsetzung. Denn eine möglichst genaue Wettervorhersage ist nicht nur für die Bevölkerung von Bedeutung. Sie ist vor allem auch für die Einsatzkräfte und den Katastrophenschutz wichtig.

„Mit zusätzlichen Daten können wir noch genauere Aussagen und Prognosen zur Wettersituation im Grenzgebiet Tirol-Südtirol treffen“, führt der für den Katastrophenschutz zuständige Tiroler Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler aus. „Damit kann das Naturgefahrenmanagement in diesem Gebiet verbessert und der Schutz der Bevölkerung vor Extremwetterereignissen erhöht werden.“

Präzise Lokalisierung von Starkniederschlägen

„In einigen Landesteilen von Tirol und Südtirol gibt es nicht ausreichend Niederschlagsradare, um Starkniederschläge oder andere Regen- und Schneefallereignisse optimal erfassen zu können“, erklärt Manfred Bauer von der ZAMG-Wetterdienststelle in Innsbruck. Deren präzise Lokalisierung werde aber immer wichtiger: „Aufgrund des Klimawandels erwarten wir eine steigende Anzahl von teils sehr kleinräumigen Wetterphänomenen, die oft gravierende Auswirkungen haben können“, so Bauer.

Eine ganzheitliche und grenzüberschreitende Wettervorhersage gilt somit als wichtige Ergänzung für das vorhandene Radarnetz. „Das Wetter hält sich nicht an politische Grenzen. Deshalb ist es in unserem Tätigkeitsfeld besonders wichtig, grenzüberschreitend zusammenzuarbeiten“, so Günther Geier vom Landeswetterdienst der Agentur für Bevölkerungsschutz.

Über das Projekt RaDoLive

Das Interreg-Projekt RaDoLive läuft bis Oktober 2022. Es wurde im Rahmen der Initiative „Fit4Co“ der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino ausgearbeitet und entspricht der alpinen makroregionalen Strategie EUSALP. Projektpartner sind die Agentur für Bevölkerungsschutz des Landes Südtirol, die Abteilung Zivil- und Katastrophenschutz beim Amt der Tiroler Landesregierung und die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

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Radar_LPA/ Agentur für Bevölkerungsschutz

Ziel von RaDoLive ist es, zwei potentielle Standorte für ein Niederschlagsradar im Grenzbereich Osttirol, Südtirol und Nordtirol zu finden. Im Bild das Niederschlagsradar am Gantkofel. (Foto: LPA/ Agentur für Bevölkerungsschutz)

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