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05.08.2021

Grenzübergreifende Warnung vor Naturgefahren

Grenzübergreifende Warnung vor Naturgefahren

©ZAMG

Im Projekt CROSSRISK entwickelten in den letzten drei Jahren sieben Organisationen aus Slowenien und Österreich unter der Leitung der ZAMG neue einheitliche Vorhersage- und Warnsysteme für Naturgefahren im Zusammenhang mit Regen (Überflutungen) und Schnee (Schneelast und Lawinengefahr). Zusätzlich wurde der Einfluss des Klimawandels auf diese Naturgefahren untersucht.

Bei der Abschlussveranstaltung am 4. August 2021 am Loiblpass präsentierte das Projekt-Team die Ergebnisse.

In den südlichen Regionen von Österreich und in Slowenien verursachen große Regen- und Schneemengen immer wieder Schäden und gefährden die Bevölkerung. Dennoch gab es in der Grenzregion bis vor kurzem keine einheitlichen Vorhersagen und Warnungen.

In den vergangenen drei Jahren arbeiteten Slowenien und Österreich im Projekt CROSSRISK zusammen, um die Warnungen und Vorhersagen im Zusammenhang mit Regen (Hochwasser, Überflutungen) und Schnee (Lawine, Schneelast) auszubauen und Ausbildungskonzepte zu entwickeln.

Geleitet wurde das Projekt von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Partner waren die Länder Steiermark und Kärnten, die FH Joanneum sowie die Slowenische Akademie der Wissenschaften (ZRC-SAZU), die Universität Maribor und Sloweniens Ministerium für Umwelt und Raumplanung (ARSO).

Verbesserung der Vorhersage von Hochwasser

Um die Vorhersage von Überflutungen in der slowenisch-österreichischen Grenzregionen zu verbessern, ergänzte das CROSSRISK-Team bestehende hydrologische Modelle mit neuen Messstationen, neuen Daten von Geländeformen und Flussbetten sowie mit noch umfassenderen Vorhersagedaten von Wettermodellen. Darauf basierend wurde beispielsweise für zehn Szenarien berechnet, welche Regionen bei bestimmten Pegelständen überflutet werden können.

Regionale Schneedaten für zahlreiche Anwendungen

Im Bereich Schnee wurde im Projekt CROSSRISK in den letzten drei Jahren ein grenzübergreifendes Modell entwickelt, das unterschiedliche Schneeparameter analysiert und vorhersagt. Diese Daten dienen künftig zahlreichen Anwendungen, wie Schneewarnungen für regionale Behörden, Lawinenwarnungen, Potenzial für künstliche Beschneiung in Skigebieten und Schmelzwasservorhersagen für Wasserstandprognosen.

Außerdem wurden klimatologische Trends für die Entwicklung von Schneehöhe und Schneebedeckung in Vergangenheit und Zukunft in der slowenisch-österreichischen Grenzregion berechnet. Diese Informationen sind sowohl für die Beurteilung der langfristigen Gefährdung einer Region wichtig als auch für den Tourismus.

Neuer Ansatz für Lawinenwarnungen

Ein wichtiger Schritt war auch die Vereinheitlichung der Lawinenwarnungen für die Region Slowenien, Kärnten und die Steiermark (->weitere Infos).

Darüber hinaus entwickelte das Projekt-Team von CROSSRISK einen weltweit neuen Ansatz, um die Lawinengefahr an einzelnen Hängen vorherzusagen: In den Testregionen Hohe Veitsch (Steiermark), Mauthner Alm (Kärnten) und Zelenica (Slowenien) wurden neuartige Messsysteme mit Schnee- und Wettermodellen gekoppelt um das Risiko eines Lawinenabgangs einzuschätzen und für bis zu 24 Stunden vorherzusagen. Diese Vorhersagen unterstützen die lokalen Behörden, Lawinenkommissionen und Skigebiete bei der Entscheidungsfindung über etwaige Sperren oder Evakuierungen und liefern auch dort wertvolle Informationen, wo eine Vorortbegutachtung durch Personen aufgrund des Wetters und der Schneelage zu gefährlich wäre.

Alle Daten auf einer Website

Ein wichtiges Ziel von CROSSRISK war, dass die Bevölkerung einen direkten Zugang zu den neuen Informationen und Daten hat. Auf der Website www.crossrisk.eu stehen in den Sprachen Deutsch, Slowenisch, Englisch folgende Services frei zur Verfügung:

  • Einheitliche Lawinenwarnungen für die Region Slowenien, Kärnten, Steiermark.
  • Detaillierte Analysen und Prognosen für Österreich und Slowenien für die Parameter Schneehöhe, Neuschnee, Schneeschmelze, Schneelast, Beschneiungspotenzial, Temperatur, Wind Feuchte.
  • Die Stunden- und Tageswerte des gemessenen Durchflusses der Mur und ihrer Nebenflüsse der letzten drei Tage sowie die Tageswerte des vom hydrologischen Modell der Mur simulierten Durchflusses der letzten drei bzw. der nächsten acht Tage werden dargestellt. Grenzwerte für Nieder- bzw. Hochwasserdurchfluss werden ebenfalls angezeigt.
  • Extremwert-Auswertungen für Regen und Schneefall: Auf einer Karte wird dargestellt, wie häufig bestimmte extreme Regen- und Schneemengen zu erwarten sind.
  • Wetterwarnungen für das gesamte Gebiet von Slowenien und Österreich

Neu ist auch das Planungstool für Schitouren grenzübergreifend für Steiermark, Kärnten und Slowenien auf www.snowmaps.org/de/ . Hier können Touren geplant werden und aktuelle Daten von Wetterstationen, Wettermodellen und Webcams abgerufen werden. Auch ein Download für GPS-Geräte steht zur Verfügung.

Kooperation von sieben Organisationen

CROSSRISK lief von Juni 2018 bis August 2021, gefördert vom EU-Programm Interreg Slowenien-Österreich. Geleitet wurde das Projekt von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Partner waren die Länder Steiermark und Kärnten, die FH Joanneum sowie die Slowenische Akademie der Wissenschaften (ZRC-SAZU), die Universität Maribor und Sloweniens Ministerium für Umwelt und Raumplanung (ARSO).

Durch die Beteiligung der operationellen Warndienste aus Slowenien und Österreich wurde sichergestellt, dass die Ergebnisse und Produkte auch nach Projektende langfristig frei zur Verfügung stehen und regelmäßig gewartet werden.

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Weitere Informationen

Website CROSSRISK: www.crossrisk.eu/de/

Tool zur Tourenplanung: www.snowmaps.org/de/

Die ZAMG ist eine
Forschungseinrichtung des
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung
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