An der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) ist auch der Österreichische Erdbebenwarndienst (ÖEW) untergebracht. In den letzten Jahren wurde viele neue Erdbebenstationen im Rahmen des ÖEW errichtet und Neuerungen im Erdbebendienst eingeführt.
So wurde erst vor kurzem eine mobile Auswertestation in Betrieb genommen, die es erlaubt, die Erdbebenstationen direkt abzufragen. Dies dient neben dem Testen der Funktionstüchtigkeit der digitalen Meßstationen auch der Auswertung neuester Erdbeben und der Verfassung von Meldungen, sowie deren Weiterleitung an die Warnzentralen und Medien.
Die folgenden Seiten sollen einen Überblick über die technischen Entwicklungen auf dem Gebiet der Erdbebenstationen in Österreich geben und den Leser informieren, wo die verschiedenen Stationen aufgestellt wurden bzw. welche Standorte in nächster Zukunft in Betracht gezogen werden.
Die Modernisierung des seismischen Meßnetzes in Österreich erfolgte durch den Übergang von der Analogregistrierung der Erdbeben, also von einer seismographischen Aufzeichnung am Stationsort, zu einer digitalen Meßwerterfassung mit Datenfernübertragung über Funk und mit Datenleitungen zur Auswertezentrale des ÖEW in Wien, sowie mit der Errichtung lokaler Stationen in Gebieten erhöhter Erdbebengefährdung.

Je nach Zweck der digitalen Erdbebenerfassung werden drei verschiedene Systeme eingesetzt:
Kurzperiodische Stationen (hauptsächlich zur Beobachtung von Nahbeben)
Breitband-Stationen (für die Erfassung von Nah- und Fernbeben)
Strong-motion-Stationen (zur Registrierung von starken Bodenbewegungen im Epizentralbereich)