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Kurzperiodische Stationen

Die digitale Erfassung der Bodenbewegungen begann in Österreich ursprünglich in Tirol. Das seismische Messnetz in Tirol ist mit vier kurzperiodischen Seismometern ausgerüstet, die in 1500 bis 2000 Meter Seehöhe installiert wurden. Im Jahre 1985 wurde mit dem Projekt begonnen, seit 1989 sind die Stationen SQTA, MOTA, WATA und WTTA (siehe Abbildung des Messnetzes) in Betrieb. Der Großraum Innsbruck wurde für dieses Projekt gewählt, da sich etwa 30% aller österreichischen Erdbeben in diesem Gebiet ereignen. Der Zweck dieses Messnetzes liegt in der möglichst genauen Erfassung von Mikrobeben im Inntal. Seit Inbetriebnahme der vier Stationen können aufgrund des hohen Dynamikumfanges der Anlage von 110 dB nicht nur Erdbeben im Nahbereich, sondern auch ferne seismische Ereignisse (z.B. aus Japan oder aber auch Nukleartests) erfasst werden.

Der kleinste Abstand zwischen zwei Messstationen in Tirol beträgt 9 km, der größte 35 km. Jede Station ist in einem eigenen Stollen von 15 bis 25 m Länge untergebracht. Die vollständig automatisch arbeitenden Geräte übertragen ständig ihre digitalen Mess- und Systemzustandswerte über eine eigene Richtfunkstrecke zur Berufsfeuerwehr Innsbruck, dem Subzentrum des ÖEW. Dort wird das enorme Datenmaterial mit Hilfe eines Computers zum Teil vorselektiert und zwischengespeichert, aber auch gleichzeitig direkt in komprimierter Form nach Wien zur Zentrale des Erdbebendienstes übertragen. Dieses Konzept ermöglicht bei Leitungsausfall die Datensicherung über einige Tage hinweg und stellt gleichzeitig eine ökonomische Lösung dar. Diese vier Stationen befinden sich nördlich und südlich des Inntales in St.Quirin, Moosalm, Walderalm und Wattenberg. Die Station "Wattenberg" wurde inzwischen auch durch ein modernes Breitband-System ergänzt. Weitere kurzperiodische Stationen sind in Feldkirch und in Schwadorf in Betrieb.