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Breitband-Stationen

Die Errichtung von 3-Komponenten-Breitbandstationen ist sehr aufwendig erfordert die Herstellung einer aufwendigen Infrastruktur (Energieversorgung des Standorts, Datenverbindung, Absicherung, etc.) und den Einsatz erheblicher finanzieller Mittel für die Instrumentierung. Grundsätzlich eignen sich nur Standorte, an denen die Bodenunruhe sehr gering ist, denn sowohl natürliche als auch künstliche Störquellen (Wind, Wasserläufe, Industrieanlagen, Verkehrswege, etc.) dürfen den Betrieb dieser hochempfindlichen Messapparate nicht beeinträchtigen. Solch einen Standort im Alpenraum zu finden ist sehr schwierig, da auch Sägewerke und Bahnlinien große Störungen verursachen können. Immerhin sollen mit den Messgeräten Bodenbewegungen im Nanometerbereich beobachtet werden.

Seismometer einer Breitband-Station
zur großen Bildversion Seismometer einer Breitband-Station
© ZAMG

Gemeinsam mit der Universität in Brünn in Tschechien und dem Geoforschungszentrum Potsdam in Deutschland werden Stationen dieses Typs in der Tschechischen Republik im Großraum Mähren betrieben. Damit wird der Übergangsbereich Ostalpen-Westkarpaten seismisch erfaßt. Das Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr hat 1994 durch ein grenzüberschreitendes Forschungsprogramm die Erfassung der seismotektonischen Vorgänge aus diesem Bereich initiiert.
Im Jahre 1996 wurde die seit 1972 bestehende kurzperiodische Analogstation bei Molln (MOA) in Oberösterreich durch eine neue Breitbandstation ersetzt, von der die gemessenen Bodenbewegungen nun ständig an die von der Zentrale des Erdbebendienstes in Wien übertragen werden.

Im Sommer 1997 wurde bei Arzberg (ARSA) in der Steiermark die erste steirische Station des Erdbebendienstes in Betrieb genommen. Ende 1997 wurde die bestehende kurzperiodische Station am Fuß der Kölnbreinsperre (KBA) im Maltatal/Kärnten auf Breitband umgerüstet. Eine Station am Hochobir (OBKA) bei Bad Eisenkappel/Kärnten konnte 1998 in Betrieb genommen werden. Bei Damüls (DAVA) in Vorarlberg befindet sich die jüngste Station, die im Sommer 1999 ihren Betrieb aufgenommen hat. Nach deren Inbetriebnahme wurde am Trafelberg (CONA) bei Muggendorf in Niederösterreich eine weitere Station im sogenannten Conrad-Observatorium eingerichtet. Weitere Erdbebenstationen dieses Typs befinden sich in Feichten (FETA), Reutte (RETA), wattenberg (WTTA), Abfaltersbach in Osttirol (ABTA) und in der Terra Mystica bei Bad Bleiberg (MYKA).