Der österreichische Hitzerekord:
+39.7 Grad C
Im Zuge einer zweiwöchigen Hitzewelle wurde am 27. Juli 1983 in Dellach im Drautal die österreichische Rekordtemperatur von 39.7 Grad C gemessen.
Dass der österreichische Hitzerekord in Kärnten verzeichnet wurde, ist keine Überraschung. Im südlichsten Bundesland ist es zwar im Winter grimmig kalt, die Sommer jedoch gehören auch im Mittel zu den wärmsten Österreichs.
Zur Enttäuschung der Klimastatistiker wurde auch damals nicht die anscheinend magische Grenze von +40 Grad überschritten. Zusammen mit dem Kälterekord vom Sonnblick von -37.4 Grad beträgt der gesamte Variationsbereich der Lufttemperatur in Österreich somit knapp 80 Grad.
Der österreichische Kälterekord:
-37.4 Grad
Am 1. Jänner 1905 wurden auf dem Sonnblick die tiefsten Temperaturen Österreichs gemessen.
Stürmischer Nordostwind brachte polare Kaltluft zum Alpenhauptkamm, und auf dem Sonnblick fiel die Quecksilbersäule 24 Stunden lang unter -30 Grad C. Der damalige Wetterbeobachter Alois Sepperer schrieb nach seinen Neujahrsgrüßen an die Kollegen in Wien:
"...Bei uns war´s nicht gar rar; das Telephon kaputt, ausrücken auch nicht gut: die Kälte zu groß, die Thermometer zu kurz. Hygrometer und dreitägiger Hygrograph sind erkrankt vor Kälte, in unserem Zimmer fangen die Kirschen an den Wänden zu blühen an..."
Mit seinen Sorgen wegen der "zu kurzen" Thermometer hatte Alois nicht unrecht, nur 2 Grad weniger, und das Quecksilber wäre in der Thermometersäule erstarrt.
Der Extremwinter 1928/29
Die extremste Kältewelle des 20.Jahrhunderts in den besiedelten Gebieten Österreichs ereignete sich im Winter 1928/29, der Schwerpunkt war im Februar 1929.
Die Temperaturregistrierung Wiens zeigt den Verlauf eines kontinentalen Kaltlufteinbruchs von Anfang Jänner bis Anfang März 1929. Mehr als 2 Monate hindurch lagen die Tagesminima der Lufttemperatur in Wien unter Null Grad, das Mittel des Februars war -10 Grad C. Auf dem Höhepunkt der Kältewelle, vom 10. bis 13. Februar wurden vier Tage hindurch jeweils -20 Grad C unterschritten, am 11. Februar wurden sogar -26.3 Grad C erreicht. An der meteorologischen Station in Stift Zwettl wurden an diesem Tag -36,6 Grad C gemessen.
Die Folgen waren in Zeiten wirtschaftlicher Krise und Arbeitslosigkeit sehr ernst. Durch einen Eisstoß auf der Donau von Mohacs bis Melk war die Schifffahrt unmöglich, Kohle und Wasser waren knapp und die Kälte forderte zahlreiche Todesopfer.
Der extreme Kälteeinbruch
zu Neujahr 1979
Am 1. Jänner 1979 erlebten die Österreicher eine herbe Neujahrsüberraschung. Die gesamte Silvesternacht hindurch war es in den meisten Gegenden nördlich des Alpenhauptkamms mit rund +10 Grad C außergewöhnlich warm gewesen. Erst nachdem auch die letzte Silvesterfeier ihr Ende gefunden hatte, überschwemmte arktische Kaltluft das Land, und als nach Neujahrskonzert und Schispringen ein Blick auf das Thermometer riskiert wurde, traute so mancher seinen Augen nicht und glaubte wohl an Nachwirkungen des Alkohols der Silvesternacht, denn die Temperatur war um bis zu 25 Grad gefallen und bremste sich gerade bei -10 bis -15 Grad C ein. Nur die Oststeirer und Kärntner hatten noch etwas Zeit für einen Neujahrsspaziergang, hier schlug die arktische Kaltluft erst gegen Abend des 1. Jänner zu.
In weiterer Folge floss die Kaltluft bis weit nach Italien hinein und sorgte dort für große Schäden an den nicht kälteresistenten Pinien und Olivenbäumen.
Die 1990er Jahre -
Änderung der Lufttemperatur
gegenüber 1961-1990
Wird es wärmer, wird es kälter? Eine derzeit wohl häufig gestellte Frage. Dazu ein Vergleich des letzten Jahrzehnts (1991-2000) mit den Klimanormalwerten (1961-1990). Die Antwort fällt in Österreich sehr leicht, es ist sowohl auf den Bergen als auch in den Tälern wärmer geworden, im Tiefland leicht zu Gunsten des Minimums, auf den Bergen umgekehrt. Das Ausmaß der Erwärmung bewegt sich für die Halbjahresmittel zwischen 0.4 bis 0.8 Grad C, im Jahresmittel 0.6 bis 0.7 Grad C.
Inwieweit sind nun die "menschlichen Aktivitäten" daran schuld, oder befinden wir uns noch im Rahmen der natürlichen Klimavariabilität, oder ist die Erwärmung auf beide Ursachen zurückzuführen? An der Beantwortung dieser Fragen arbeitet derzeit ein "Heer" der besten Wissenschaftler weltweit.
| APR-SEP | OKT-MÄR | JAN-DEZ | |
| Österreichmittel, Tiefland | |||
| mittleres Temperaturmaximum | +0.7°C | +0.4°C | +0.6°C |
| mittleres Temperaturminimum | +0.8°C | +0.6°C | +0.7°C |
| Österreichmittel, hochalpin | |||
| mittleres Temperaturmaximum | +0.8°C | +0.7°C | +0.7°C |
| mittleres Temperaturminimum | +0.7°C | +0.6°C | +0.7°C |
Markante Änderungen gewährt der Blick ins Detail, anhand des Beispiels der höchstgelegen Station Österreichs. Fast 2 Grad C wärmer als der Normalwert (1961-1990) war es am Sonnblick im Jänner, im August wurde der Normalwert um 1.5 Grad C übertroffen. Ein gegenteiliger Effekt zeigt sich hingegen im Herbst. Bei gleichzeitig übernormaler Bewölkung waren in den Monaten September bis November die Lufttemperaturen unternormal.
| Abteilung Klimatologie | ZAMG Wien/KLI | ![]() | +43 1 36026 0 |