Benutzungshinweise - zum Inhalt - zur Sub-Navigation - zur Haupt-Navigation - zur Suche
Inhalt:

Saisonprognose Feber 2011 bis April 2012


Die Periode Feber 2011 bis April 2012 bringt nach den aktuellen Modellrechnungen in Bezug auf die Temperaturen mit 40% Wahrscheinlichkeit dem vieljährigen Durchschnitt entsprechende Temperaturen. Jeweils 30% entfallen auf über- bzw. unterdurchschnittliche Temperaturen. Die Mitteltemperatur für Österreich liegt in den Monaten Feber bis April bei etwa 3,5°C.

Für die einzelnen Monate zeigen sich folgende Bilder:

Im Feber liegt die Wahrscheinlichkeit für überdurchschnittliche Temperaturen bei rund 50% und bestätigt somit den Trend der letzten Saisonprognose. In zumindest 3 von 10 Fällen ist aber auch mit unterdurchschnittlichen Temperaturen zu rechnen. Dieses Szenario ist dann zu erwarten, falls Österreich in den Einflussbereich eines Hochdruckgebietes über Nordosteuropa gelangt, welches sich Ende Jänner 2012 dort aufbaut und kalte Luft in den Alpenraum transportieren könnte. Die restlichen etwa 20% entfallen auf den Durchschnitt entsprechende Temperaturen.

Im März 2012 halten sich nach den aktuellen Modellrechnungen die Wahrscheinlichkeiten für die einzelnen Temperaturbereiche fast exakt die Waage.
Auch für den April zeigt sich im Moment ein ähnliches Bild, wobei die Wahrscheinlichkeit für durchschnittliche Temperaturen mit rund 40% am größten ist. Die Wahrscheinlichkeiten für unter- bzw. überdurchschnittliche Temperaturen liegen bei jeweils 30%.

Der Grund dafür, dass die Saisonprognosen für die Frühjahrsmonate März und April noch keinen genaueren Trend erkennen lassen, liegt in der Umstellung der Großwetterlage, welche sich im Frühjahr normalerweise langsam vollzieht. Die winterlichen Kaltluftseen im Norden beginnen sich langsam abzuschwächen und im Mittelmeerraum kommt es vermehrt zu Tiefdrucktätigkeit. Je nachdem wie schnell sich die globale Strömung von Winter- auf Sommerzirkulation umstellet, können die Temperaturentwicklungen in Mitteleuropa komplett gegensätzlich ausfallen.

Die Saisonprognose für den Jänner ging mit rund 40% Wahrscheinlichkeit von einem überdurchschnittlich warmen Monat aus, jeweils 30% entfielen auf unterdurchschnittliche bzw. durchschnittliche Temperaturen. Eine erste Auswertung der Messdaten für den Jänner zeigt, dass dieser Monat bisher in den Niederungen vielfach überdurchschnittlich warm verlaufen ist. Auf den Bergen zeigt sich ein gegensätzliches Bild; hier liegen die Temperaturen unter dem vieljährigen Mittel. Diese Tatsache ist auf das gehäufte Auftreten von Nordwestwetterlagen und das Fehlen von Inversionswetterlagen zurückzuführen. Eine genauere Auswertung des Jänners gibt es kurz vor Monatsende auf der Homepage der ZAMG.

Es wird nochmals ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich bei der Saisonprognose nicht um eine exakte Vorhersage im Sinne einer 3- Tagesprognose handelt, sondern um eine grobe Abschätzung der mittleren Temperaturverhältnisse im Ostalpenraum.

Stand: 25.01.2012


Periode: Februar - April
Einzelmonate: Februar | März | April


Hintergrundinformation zur Funktionsweise einer saisonalen Vorhersage

Die Öffentlichkeit ist immer an möglichst langen Wettervorhersagen interessiert, aber sehr lange Zeit wurde es als unmöglich erachtet, Prognosen über das Wettergeschehen für mehrere Monate zu erstellen. Der Grund ist darin zu sehen, dass die Atmosphäre ein hoch-chaotisches System ist, in dem sich kleinste Störungen rasch ausbreiten können. Fundierte Wettervorhersagen sind auf einen Zeitraum von weniger als zwei Wochen beschränkt - ein Problem, das sich auch in Zukunft nicht lösen lassen wird. Bei saisonalen Vorhersagen wählt man deshalb einen anderen Ansatz. Man versucht nicht, einzelne Wetterereignisse vorherzusagen, sondern beschränkt sich auf das mittlere Wettergeschehen, also das sogenannte "Klima", es handelt sich hier somit also um Klimavorhersagen. Grundsätzlich wird das Klima durch eine ganze Reihe von äußeren Faktoren beeinflusst. Dazu zählen beispielsweise Bodenfeuchte und Schneebedeckung, vor allem aber der Zustand der Ozeane. Besonders sichtbar wird dies beim El Nino Phänomen, wenn ungewöhnliche Meerestemperaturen im äquatorialen Pazifik vermehrte Niederschläge in Südamerika und Dürren in Australien bewirken. Wenn man also in der Lage ist, solche Faktoren korrekt zu prognostizieren, dann kann man auch Aussagen zur jahreszeitlichen Entwicklung des Klimas machen.

Wie funktioniert eine saisonale Vorhersage?

Die saisonalen Vorhersagen des ECMWF, auf denen die Jahreszeitenprognosen für Österreich beruhen, basieren auf einem gekoppelten Ozean-Atmosphäre-Modell. Damit wird die Entwicklung der Ozeane und der Atmosphäre mit Hilfe komplexer Gleichungen berechnet. In diese Rechnungen fließen zum Startzeitpunkt alle weltweit verfügbaren Messungen ein. Dazu werden Satelliten, Bojen, Flugzeuge, aber auch Bodenstationen verwendet. Um die Unsicherheit der Vorhersage abzuschätzen, wird eine ganze Reihe solcher Modell-Simulationen mit leicht variierten Anfangsbedingungen durchgeführt. Dadurch lässt sich die Bandbreite möglicher Klimazustände quantifizieren. Die Vorhersagen werden schließlich mit vergangenen Messungen kalibriert.
Die Güte saisonaler Vorhersagen ist in der Praxis nach wie vor limitiert, besonders im Alpenraum. Die Modelle können die Realität nicht in ihrer ganzen Komplexität wiedergeben, da sie auf einer Reihe von Vereinfachungen beruhen und kleinräumige Strukturen nicht erfassen können. Außerdem sind nicht alle Regionen der Erde in gleichem Maße durch die erwähnten Schwankungen beeinflusst. So sind saisonale Vorhersagen in tropischen Regionen verhältnismäßig einfach, wohingegen gerade in Mitteleuropa das chaotische Hintergrund-Rauschen des normalen Klimas nahezu jedes Signal überdeckt. Dies gilt insbesondere für unseren Winter.
Alles in allem ist die saisonale Prognostik noch ein sehr junges Forschungsgebiet, auf dem derzeit intensiv gearbeitet wird. Deshalb kann in der Zukunft mit weiteren Verbesserungen gerechnet werden.

Graphiken

Die Abbildung zeigt die aktuelle Vorhersage des saisonalen Temperaturmittels. Die Höhe der farbigen Säulen gibt dabei jeweils die vorhergesagte Wahrscheinlichkeit dafür an, dass die folgende Jahreszeit eher kühl wird (blau), eher normal wird (grün), oder eher warm wird (rot). In ihrer Summe ergeben die drei Säulen immer 100%.
Im langjährigen Mittel betrachtet (von 1981 an ausgewertet) traten kühle, normale, und warme Jahreszeiten gleich häufig auf. Die drei Kategorien sind also klimatologisch gleich wahrscheinlich (33.3%, angedeutet durch die grau strichlierte Linie).