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1900-1999

Die Jahresmittel der Lufttemperatur lagen in den ersten Jahrzehnten des 20.Jahrhunderts eher unter dem Durchschnitt. Erst 1934 bis 1939 war es einige Jahre lang deutlich wärmer als zuvor, unmittelbar darauf folgte aber das extrem kühle Jahr 1940. Mitte der Vierzigerjahre begann wieder eine mehrjährige warme Periode, danach eine Abkühlung mit dem Tiefpunkt 1956. Von den späten Fünfzigerjahren bis Mitte der Achtziger wechselten einander kältere und wärmere Jahre ab wie gewohnt, wenn auch auf etwas höherem Niveau als 50 Jahre zuvor. Gegen Ende des Jahrhunderts setzte dann die vieldiskutierte Erwärmung ein, auf deren Ursachen an dieser Stelle nicht eingegangen werden soll.

Dezennienmittel der Lufttemperatur (Grad C) einiger oesterreichischer Orte
Wien Hohe Warte Innsbruck Klagenfurt Kremsmünster
1900-1909
9.0 8.1 7.6 8.1
1910-1919 9.1 8.2 7.8 8.3
1920-1929 9.1 8.5 7.9 8.4
1930-1939 9.4 8.4 8.0 8.5
1940-1949 9.1 8.6 8.0 8.5
1950-1959 9.5 8.5 8.1 8.6
1960-1969 9.4 8.6 8.0 8.5
1970-1979 9.7 8.6 8.1 8.6
1980-1989 9.8 8.9 8.1 8.8
1990-1999 10.5 9.6 8.8 9.5

Die Differenz zwischen den höchsten und tiefsten Jahresmitteln beträgt drei bis fünf Grad C. Wärmstes Jahr war verbreitet 1994, das an vielen Orten den wärmsten Sommer dieser hundert Jahre aufwies und auch in den übrigen Jahreszeiten sehr mild war. Demgegenüber steht als kältestes Jahr 1940, in dem ein sehr strenger Kriegswinter und ein sehr kühler Sommer zusammenkamen.

Der einfacheren Berechnung wegen werden in der Klimatologie die Jahreszeiten aus kompletten Monaten errechnet (Frühling sind die Monate März bis Mai usw...). Die jeweils wärmsten und kältesten Jahreszeiten fallen nur teilweise österreichweit in ein und dasselbe Jahr. So wurde der kühlste Sommer verbreitet im Jahr 1913 festgestellt, ein Jahr zuvor war allgemein der kälteste Herbst verzeichnet worden. Je nach Region waren die Winter 1928/29, 1939/40 oder 1962/63 die kältesten. Frösteln in einem besonders kalten Frühling mussten unsere Vorfahren im Norden und Osten Österreichs schon im Jahr 1900, die West- und Südösterreicher erlebten den kältesten Frühling 1970. Die wärmsten Jahreszeiten fallen keineswegs nur in die "treibhausverdächtigen" Neunzigerjahre. Zwar brachte der Winter 1997/98 verbreitet die höchsten Mitteltemperaturen, in Oberösterreich war aber der Winter 1915/16 der wärmste. Die mildesten Frühlinge (1920, 1934 und 1946) lagen durchwegs in der ersten Hälfte des Jahrhunderts. Verbreitet erfreuten wir uns 1992 oder 1994 an den wärmsten Sommern, außer im Süden, wo der Sommer 1952 noch etwas wärmer gewesen war. Und der wärmste Herbst wurde meist 1961, 1982 oder 1987 beobachtet. Der höchste Einzelwert der Temperatur wurde am 27.7.1983 in Dellach im Drautal mit 39.7 Grad C gemessen, der tiefste am 11.2.1929 in Zwettl mit 36.6 Grad. Der Februar 1929 brachte noch zahlreichen Orten in Niederösterreich von Laa a.d. Thaya über Orth a.d. Donau bis Wr. Neustadt Temperaturen unter 30 Grad. Vereinzelt (Tamsweg, St. Paul im Lavanttal, Reutte) wurden derartige Werte damals auch in anderen Bundesländern gemessen. Noch kälter war es nur im arktischen Klima des Sonnblicks: dort las der Wetterwart am 1.1.1905 ?37.2 Grad ab. Temperaturen von 39 Grad oder knapp darüber traten in diesen hundert Jahren mehrmals auf: 1950 in Andau und Leibnitz, 1957 in Enns, Horn und St. Pölten sowie 1992 in Mistelbach. Damals wurden 39.0 Grad C am 29. August, also ungewöhnlich spät im Jahr, gemessen.

Maximale und minimale Temperatur-Jahresmittel (Grad C)
  Wien Hohe Warte Innsbruck Klagenfurt Kremsmünster
1940 7.2 7.1 6.8 6.8
1994 11.8 10.8 9.9 10.7
langj. Mittel 9.5 8.6 8.1 8.6

Maximale und minimale Temperatur-Einzelwerte (Grad C)
  Wien Hohe Warte Innsbruck Klagenfurt Kremsmünster
Max. Temp. 38.3 37.7 37.4 34.3
Datum 8.7.1957 11.7.1984 5.7.1950 27.7.1983
Min. Temp. -25.8 -30.6 -27.8 -25.4
Datum 11.2.1929 3.2.1956 22.1.1963 7.1.985

Die Entwicklung der Niederschlagsmengen in den jüngsten hundert Jahren kann nicht anhand weniger Stationen gültig für ganz Österreich beschrieben werden, weil selbst auf geringe Entfernung schon ganz unterschiedliche Trends feststellbar sind. Dennoch sollen auch hier die Messdaten der bereits zuvor verwendeten Orte angeführt werden.

Insgesamt weisen Wien-Hohe Warte und Klagenfurt einen fallenden Trend auf, in Kremsmünster dagegen steigt er. In Innsbruck verläuft der Trend nahezu gleichbleibend. Gemeinsam ist den hier betrachteten vier Messorten ein Niederschlagsmaximum um1910-1915. Danach entwickelten sich die Niederschlagsmengen aber sehr unterschiedlich. In Wien-Hohe Warte zeigt sich ein beinahe stetiger Rückgang, nur in den Vierzigerjahren kurz unterbrochen, bis Mitte der Achtziger. Klagenfurt weist eine Unterbrechung des fallenden Trends von etwa 1950-1970 auf, während in Innsbruck nur der deutliche Anstieg von den Vierziger- zu den Fünfzigerjahren auffällt. In Kremsmünster wurde der generelle Anstieg jeweils in den Dreissigern und Siebzigern durch Rückgänge unterbrochen. in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren ist ein mehr oder weniger ausgeprägter Anstieg zu bemerken.

Dezennienmittel der Niederschlagsjahressummen (mm)
  Wien Hohe Warte Innsbruck Klagenfurt Kremsmünster
1900-1909 673 819 1011 861
1910-1919 748 951 1056 929
1920-1929 657 879 1004 895
1930-1939 658 855 1020 924
1940-1949 683 837 900 978
1950-1959 663 936 938 1000
1960-1969 616 893 958 951
1970-1979 617 863 915 909
1980-1989 590 852 846 977
1990-1999 668 862 867 986

Maximale und minimale Niederschlagsmonats- und jahressummen (mm)
  Wien Hohe Warte Innsbruck Klagenfurt Kremsmünster
Max. Jahressumme 988 1247 1390 1294
Jahr 1941 1966 1937 1944
Min. Jahressumme 404 649 681 684
Jahr 1932 1938 1971 1908
Max. Monatssumme 244 246 299 293
  Jul 97 Aug. 70 Okt. 33 Jul. 57
Min. Monatssumme 0.0 0.0 0.0 0.0
  Okt. 65 Okt. 43 mehrmals Okt. 51