Wetterrückblick für Februar
2010
Februar 2010, trocken und kalt
Der Februar 2010 hatte 2 markante Gesichter. Während sich Österreichs bis zur Monatsmitte tief winterlich präsentierte, sorgte eine föhnige Südströmung in der zweiten Februarhälfte verbreitet für frühlingshafte Temperaturen. In Summe ergeben sich für das gesamte Bundesgebiet Temperaturabweichungen zwischen 0,6 und -1,9 °C vom vieljährigen Mittel, wobei sich die kältesten Regionen neuerlich im Norden und Osten bzw. auf den Bergen befinden. Während die Niederschlagsmengen im Westen und Osten deutlich unter den Erwartungswerten blieben, sorgten einzelne Italientiefs südlich des Alpenhauptkamms für Niederschlagsmengen von bis zu 221 %. Die Sonne erfüllt nur im Westen ihr soll, während sich die Osthälfte stellenweise mit etwa 50 % des Erwartungswertes zufrieden geben musste.
Verbreitet zu kalt
Besonders die erste Februarhälfte verlief 2010 in weiten Teilen Österreichs ausgesprochen kalt. In diesen Zeitraum fällt auch der absolute Monatstiefstwert mit -20,9 °C vom 15. d.M. aus St. Jakob/ Def (T). Ab dem 17. Februar sorgte eine föhnige Südströmung vorerst in den typischen Föhntälern Westösterreichs und mit einigen Tagen Verzögerung auch im Osten für frühlingshafte Temperaturen. Der absolute Monatshöchstwert stammt mit +17,7 °C vom 28.2.2010 aus der Stadt Salzburg. In Summe führten der kalte Februarbeginn sowie das milde Monatsfinale von Vorarlberg über die südlichen Teile Salzburgs bis in die Südsteiermark verbreitet zu leicht unterdurchschnittlichen bis ausgeglichenen Temperaturmittelwerten. Etwas kälter verlief der Februar 2010 in den sonnenarmen Gebieten zwischen Salzburg und dem mittleren Burgenland. Hier lagen die Mittelwerte der Temperatur um -0,5 bis -1,5 °C unter den Erwartungswerten. Der relativ gesehen kälteste Ort des abgelaufenen Monats war Mondsee (OÖ) mit einer Abweichung von -1,4 °C vom vieljährigen Mittel, dem gegenüber steht Jenbach (T) mit einer relativen Abweichung von +0,6 °C.
Im Westen und Osten zu deutlich trocken
In weiten Teilen Österreichs endete der Februar 2010 mit einem Niederschlagsdefizit. Besonders markant fiel dieses im westlichen Tirol sowie im südlichen Vorarlberg aus, wo verbreitet nur 20- 40 % des vieljährigen Niederschlagsmittels registriert wurden. Aber auch in den östlichen Landesteilen brachte der Februar 2010 gebietsweise ausgesprochen wenig Niederschlag. Absolut gesehen am trockensten war es in Nauders im Oberinntal (T) mit lediglich 9,6 mm (26 %). Mit 30 – 50 % des Durchschnittswertes blieb auch der Großraum von Wien deutlich unter dem Erwartungswert zurück. Niederschläge im Bereich des vieljährigen Mittelwerts wurden im Norden Vorarlbergs, in weiten Teilen Oberösterreichs sowie vom südlichen Salzburg bis in die Südsteiermark erreicht, wobei besonders in den südlichen Teilen Kärntens bis zu 221 % des Durchschnittswertes registriert wurden. Die größte relative Abweichung findet sich hierbei in Villach, wo mit 104 mm 221 % des mittleren Niederschlags gemessen wurde.
Viel Schnee im Süden
Während im Jänner besonders die nordöstlichen Landesteile viel Schnee abbekommen hatten, waren es im Februar die südlichen Landesteile. Im Wochenabstand sorgten Italientiefs für teils intensive Schneefälle, wobei die Schneefallgrenze zwischen tiefen Lagen und 1500 m pendelte. Graz stellte im Februar 2010 die schneereichste Landeshauptstadt Österreichs dar. Am 12. d.M. wurden in der Murmetropole 38 cm Gesamtschneehöhe gemessen, eine Schneehöhe wie sie in Graz nur etwa alle 5 Jahre vorkommt. Zum selben Zeitpunkt waren es in Klagenfurt 32 cm in Innsbruck hingegen nur bescheidene 7 cm. Auch die maximalen Schneehöhen aus Villach (K, 50 cm), Feistritz/ Bleiburg (K, 56 cm) oder Deutschlandsberg (ST, 58 cm) sind durchaus beachtlich. Die größte Neuschneesumme wurde im Februar in Hochfilzen (T) mit 101 cm erreicht, die größte Tagesneuschneesumme wurde mit 37 cm am 11. d.M. in Feistritz/ Bleiburg (K) gemessen. Deutlich zu wenig Schnee lag im Februar 2010 auf den Bergen nördlich des Alpenhauptkamms. Auf der Rudolfshütte (S) betrug die maximale Schneehöhe „nur“ 133 cm, womit dieser Wert die geringste Februarschneehöhe seit über 10 Jahren darstellt.
Sonne erst zu Monatsende
Nach einem durchwegs sonnigen Start präsentierte sich der Februar 2010 um die Monatsmitte besonders im Osten ausgesprochen trüb. Erst in den letzten Februartagen zeigte sich mit einer föhnigen Südströmung in ganz Österreich wieder länger die Sonne. In Summe ergaben sich somit von Oberösterreich in einem weiten Bogen über Wien bis nach Kärnten Monatssummen, welche 25 bis 55 % unter dem vieljährigen Mittelwert liegen. Die westlichen Landesteilen waren deutlich sonniger und erreichten verbreitet 100 bis 120 % der durchschnittlichen Sonnenscheindauer. Der relativ und absolut gesehen sonnenärmste Ort Österreichs im abgelaufenen Monat war Langenlois (NÖ) mit rund 42 Sonnenstunden (46 %). Relativ am sonnigsten verlief der Februar 2010 in Bregenz mit 95 Stunden Sonnenschein und einem Plus von 16 % zum vieljährigen Mittel. Mit Ausnahme der Berge war der absolut sonnigste Ort Innsbruck mit 135 Sonnenstunden (109 %).
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