
An den ersten Tagen des neuen Jahres gehen mehrere Lawinen ab. In Salzburg wird am 1. Januar bei Obertauern auf dem Zehnerkar ein Tourengeher von einer Lawine erfasst und bei einem 15 Meter tiefen Absturz schwer verletzt. Am 3. Januar wird in Tirol auf dem Hoadlsattel bei der Axamer Lizum ein Mann einer siebenköpfigen Gruppe von abgehenden Schneemassen erfasst und 200 Meter weit mitgerissen. Der zur Gänze Verschüttete kann von seinen Freunden unverletzt geborgen werden. In Tirol gehen auch am 4. Januar mehrere Lawinen ab. Im Kühtai (Bezirk Imst) und in Vals (Bezirk Innsbruck- Land) werden bei den Abgängen Tourengeher verletzt.
Sturm „Andrea“ bestimmt ab dem 5. Januar den Witterungsverlauf, bewirkt zuerst zahlreiche Sturmschäden im Westen Österreichs, besonders in Vorarlberg und in Tirol, und in den Folgetagen bewirken intensive Schneefälle große Einschränkungen im Straßen- und Eisenbahnverkehr, bei der Stromversorgung und in der Tourismusbranche. Wintersportorte sind „von der Umwelt abgeschnitten“, nach intensiven Schneeräumungen und Absicherungen sind für einige Stunden Zu- und Abfahrten möglich. In Vorarlberg stehen 800 Feuerwehrleute im Einsatz. In allen Bezirken müssen geknickte Bäume beseitigt werden. Im Bregenzerwald ist die Stromversorgung für mehrere Gemeinden, wie Riefensberg und Krumbach vorübergehend unterbrochen. Probleme bei der Stromversorgung gibt es auch in Tirol, zunächst im Lechtal, von Steeg bis Reutte, schließlich in ganz Nordtirol. Vom Sturm entwurzelte, und unter den Schneelasten stürzende Bäume haben das Leitungsnetz der TIWAG an rund 200 Stellen beschädigt.
Am 6. Januar müssen mehrere Straßenverbindungen nach Lawinenabgängen und Baumstürzen gesperrt werden, so die Straßen im Paznauntal und im Zillertal und die Seefelder Straße bei Scharnitz und die Mieminger Straße bei Obsteig. Hohe Schneelasten auf den Hausdächern erzwingen vorübergehende Evakuierungen, so auch die mehrerer Wohnhäuser nördlich Innsbruck im Bereich Rechenhof - Hungerburg. Gleichzeitig führen die intensiven Schneefälle, Schneeverfrachtungen zu einer äußerst kritischen Lawinensituation. Nach einem Neuschneezuwachs von rund 50 cm besteht in den Staulagen des Arlberg, im Außerfern, in der Silvretta; in den Ötztaler und Stubaier Alpen die Lawinenwarnstufe 4. Im Paznauntal wird eine Frau auf dem Parkplatz von Wirl, nahe Galtür, von abgehenden Schneemassen erfasst und verletzt. Nahe Kappl wird ein Taxi von einer Lawine erfasst und von der Straße geschoben; die sieben Insassen können unverletzt geborgen werden. Im Kaunertal wird den rund 800 Touristen empfohlen ihren Winterurlaub vor weiteren Straßensperren vorzeitig abzubrechen.
Die anhaltenden intensiven Schneefälle bringen bis zum 10. Januar einen neuerlichen Neuschneezuwachs von rund einem Meter, führen in der Folge zu ausgedehnteren Beeinträchtigungen in Teilen Osttirols, und in den Bundesländern Salzburg und Steiermark. Am 7. Januar beginnen erste Hilfseinsätze des Bundesheeres. In Vorarlberg werden im Montafon 52 Personen von der Lindauer Hütte ausgeflogen. Weitere Erkundungsflüge schaffen einen Überblick der bereits entstandenen Forstschäden. Trotz der hohen Lawinengefahr sind Tourengeher im freien, ungesicherten Gelände unterwegs. Einige von ihnen lösen den Abgang von Schneebrettern aus; in der Axamer Lizum und in Kals am Großglockner werden Tourengeher verschüttet, können schließlich unverletzt geborgen werden. Am Nachmittag des 7. Januar können rund 15.000 Urlauber nach Räumungsarbeiten ihre Quartiere in der Arlbergregion und im Montafon verlassen; die Orte Warth, Stuben, Zürs und Gargellen sind wieder erreichbar. Weiter gesperrt bleibt die Westbahnstrecke Bludenz – Landeck. Andererseits muss die Straße nach Galtür ab Kappl am Abend wieder gesperrt werden. Mit dem anhaltenden Schneefall sind die Wintersportorte der Arlbergregion und des Montafon am 8. Januar erneut nicht mehr erreichbar. In Tirol können Touristen seit dem Samstagabend, 7. Januar, Ischgl und Galtür, und St. Anton am Arlberg nicht mehr verlassen. Auch Schipisten müssen teilweise gesperrt werden (nach Schneehöhenmeldungen vom Galzig in 2100 Meter Seehöhe beträgt die Gesamtschneehöhe mehr als vier Meter).
Auch Straßen im Bregenzerwald werden gesperrt. Nach Baumstürzen auf die Oberleitung der Westbahnstrecke beim Bahnhof Dalaas wird ein weiterer regionaler Schienenersatzverkehr eingerichtet. Im Bundesland Salzburg erzwingen die großen Schneemengen ebensolche Maßnahmen, besonders im Pinzgau, rund um Saalfelden und Mühlbach am Hochkönig. Baumstürze unterbrechen die Zufahrten von Bischofshofen nach Dienten und von Dienten nach Lend. Die Felbertauernstraße wird zwischen Mittersill und Matrai in Osttirol ebenfalls gesperrt. Der Eisenbahnverkehr zwischen Wörgl und Saalfelden wird eingestellt. Auch im Salzburger Lungau und in der angrenzenden Obersteiermark wachsen die Gesamtschneehöhen rasch an.
Die außergewöhnlichen Schneeverhältnisse führen am 9. Januar in Tirol zu weiteren Schwierigkeiten bei der Stromversorgung. Dreißig Tiroler Gemeinden können nach Baumstürzen in die Freileitungen nicht versorgt werden. Schneelasten und Folgeschäden erzwingen die Sperre weiterer Straßenverbindungen, wie jene von Wörgl in die Wildschönau. In Innsbruck bleibt der Weg zur Hungerburg sechs Tage lang gesperrt. Am Abend des 9. Januar ist nach intensiven Räumarbeiten die Straße über den Arlberg wieder passierbar, sind die Wintersportorte wieder erreichbar. Dagegen ist der Salzburger Pinzgau ab dem 9. nach der Sperre der Bundesstraßen nach Taxenbach und nach Lofer praktisch unerreichbar; zahlreiche umgestürzte Bäume blockieren die Verbindungen. Die Straße nach Rauris wird wegen hoher Lawinengefahr gesperrt. Die Eisenbahnabschnitte Schwarzach – Zell am See und Bischofshofen – Radstadt sind nach Oberleitungsschäden nur eingeschränkt befahrbar. Jetzt behindern große Schneemengen den Verkehr auf Bahn und Straße in der Obersteiermark. Vom Ennstal aus ist die Zugverbindung über Bad Aussee nach Oberösterreich, und die Sölkpass- Straße nach Murau unterbrochen.
Ab dem 10. Januar herrscht auch im Westen Niederösterreichs, in den Ybbstaler Alpen Lawinengefahr, während der Osten und Südosten Österreichs praktisch schneefrei bleibt. Nach nur wenigen Stunden muss in Salzburg die Bundesstraße bei Taxenbach erneut gesperrt werden; erneut brechen Bäume unter den Schneelasten.
Am 12. Januar geht in Vorarlberg in der Gemeinde Schröcken eine Gleitschneelawine ab, welche die Straße drei Meter hoch verschüttet.
Mit dem Störungsdurchzug am 13. Januar macht sich der Winter erstmal im Osten Österreichs stürmisch bemerkbar. Auf der Außenring- Autobahn bleiben Lkw hängen, lösen umfangreiche Staus aus. Die Schnellstraße S6 ist zwischen Gloggnitz und Semmering wegen im Schneesturm hängengebliebener Lkw unpassierbar. Ähnliche Behinderungen im Straßenverkehr werden aus der Steiermark aus den Bereichen Bad Aussee und Gesäuse gemeldet.
In Oberösterreich sind in den zentralen Landesteilen weniger Mengen von Schnee „schuld“ an Verkehrsbehinderungen, als spontane Glättebildungen auf den Straßen. Alleine am 17. Januar kommt es südlich Linz zu zahlreichen Unfällen auf glatten Fahrbahnen. Auf der A1 kollidieren bei Steyrermühl zwei Lkw; ein mehrere Kilometer langer Stau ist die Folge.
Ähnliche „Ausritte“ auf eisglatten Straßen Oberösterreichs, werden trotz Warnungen, am Morgen des 20. Januar gemeldet. Auch in der Steiermark kommt es am frühen Morgen des 20. Januar bei Glatteis auf der Südautobahn bei Mooskirchen (Bezirk Voitsberg) zu Zusammenstößen zweier Lkw und mehrerer Pkw; enorme Sachschäden sind die Folge.
Am 20. und am 21. Januar fällt noch einmal im Westen Österreichs in den Nordstaulagen der Alpen bis zu einem Meter Neuschnee! Lawinenabgänge, temporäre Straßensperren, neuerliche Unerreichbarkeiten der schon betroffenen Regionen sind die Folge: im Bezirk Reutte gehtam 20. Januar in der Gemeinde Lermoos eine Lawine ab. Wegen der enormen Schneemengen besteht die höchste Lawinenwarnstufe 5. Der Zirler Berg, die Verbindung Zirl – Seefeld, wird zeitweise gesperrt, im Tagesverlauf sind alle Bergstraßen nur mehr mit Schneeketten passierbar. Die Bahnstrecke über den Arlberg wird am 21. Januar wegen massiver Neuschneemengen gesperrt. Die Gemeinden, Lech, Zürs und Stuben, sowie im Galtür im Paznauntal sind nicht erreichbar. Die hohen Schneelasten auf den Dächern werden ab diesem Zeitpunkt zu einer weiteren Gefahr. In Schwaz wird das Einkaufszentrum wegen der Einsturzgefahr evakuiert. In Salzburg wird die Hochkönigstraße bei Mühlbach wieder wegen umgestürzter Bäume gesperrt. Für die Nacht vom 21. auf den 22. Januar werden für rund 300 Urlauber, welche ihre gebuchten Quartiere nicht erreichen können, im Tiroler Oberland, in Zams und im Mils (Bezirke Landeck und Imst) drei Notquartiere eingerichtet.
In Oberösterreich gerät am 22. Januar im Bezirk Eferding ein Hang im Aschachtal nach den anhaltenden Schneeregenfällen ins Rutschen; ein Pkw wird dabei erfasst und schwer beschädigt, der Lenker bleibt unverletzt.
Ab dem 23. Januar sind die Wintersportorte in Vorarlberg und in Tirol auf dem Straßenweg wieder erreichbar.
In der letzten Januarwoche kommt es noch zu mehreren Lawinenabgängen, schwerwiegender werden aber die durch die hohen Schneelasten hervorgerufenen Folgeschäden. In Vorarlberg ist die Gemeindestraße von Schröcken am 23. Januar nach einem Lawinenabgang bis zu drei Meter hoch verschüttet. Vom Tiroler Oberland bis in die Obersteiermark stehen die regionalen Feuerwehren im Einsatz zur Verringerung der hohen Schneelasten auf den Dächern. In Radstadt im Pongau stürzt das Dach einer Lagerhalle ein. Glücklicherweise wird nur ein Arbeiter leicht verletzt. In der Steiermark stehen in der Eisenerzer Ramsau (Bezirk Leoben) nach einem Neuschneezuwachs von rund 50 cm Bergrettung und Feuerwehr im Einsatz zur Senkung der Schneelasten (rund 600 kg pro m²).
Die bis zum 25. Januar anhaltenden Schneefälle bewirken besonders in Salzburg im Pinzgau und im Pongau neue Einschränkungen im Straßenverkehr. In Altenmarkt im Pongau stehen zur Entlastung der großflächigen Hallendächer Helikopter im Einsatz. Rund 400 Schüler und Lehrer des Werkschulheimes Felbertal bei Ebenau (Bezirk Salzburg- Umgebung) sind vorübergehend „von der Umwelt abgeschnitten“. Nur zwei Tage später ist in Vorarlberg die Gemeindestraße von Schröcken nach einem weiteren Lawinenabgang wieder bis zu 5 Meter hoch verschüttet.
Am 29. Januar wird ein Mitglied einer Gruppe von Tourengehern von einem abgehenden Schneebrett mitgerissen und dabei schwer verletzt.
Zwei Tourengeher werden am 31. Januar beim Aufstieg auf den Rinnkogel bei Strobl (Bezirk Salzburg- Umgebung) nach dem Bruch einer Wechte verschüttet; einer von ihnen wird dabei schwer verletzt.
Die durch die hohen Schneelasten entstandenen Folgeschäden werden besonders für die Forstwirtschaft hoch sein. Alleine das Ausmaß der im Bundesland Salzburg geknickten und umgestürzten Bäume wird auf rund 100.000 Festmeter Holz geschätzt.
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