TAMOS Modellsystem auf Basis von großräumigen ECMWF-Prognosen
Status
laufend
Zusammenfassung
Die Abteilung für Umweltmeteorologie der ZAMG entwickelt und betreut das Krisenmodellsystem TAMOS für nukleare Störfälle. Dabei werden an der ZAMG die Zugwege (Trajektorien) der kontaminierten Wolken sowie Konzentrations- und Depositionsfelder berechnet und an das staatliche Krisenmanagement weitergeleitet. Unter Berücksichtigung der allgemeinen Wetterlage wird damit abgeschätzt, ob, wann und wo kontaminierte Luftmassen nach Österreich transportiert werden und wie hoch die Belastungen voraussichtlich sein werden.
Ausgangssituation
Die meteorologischen Prognosefelder werden mit dem Ausbreitungsmodell FLEXPART und dem Trajektorienmodell FLEXTRA verknüpft.
Methodik
Für großräumige Betrachtungen werden die Analyse und Prognose ausgehend von den Windfeldern des großmaschigen Prognosemodells des Europäischen Zentrums für Mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF) vorgenommen. Die ECMWF-Felder werden einmal pro Tag aktualisiert und liegen mit einer Horizontalauflösung von einem Grad für das Gebiet von Europa und für eine Prognosezeit bis zu 84 Stunden vor. Die großmaschigen Felder werden bei Störfallorten in großer Entfernung von Österreich und bei Zeitrahmen von mehren Tagen benötigt.
Obenstehende Abbildungen zeigen für das Fallbeispiel 17.11.2005 Ergebnisse der Trajektorien- und der Ausbreitungsrechnung vom AKW Neckarwestheim, die mit ECMWF-Feldern durchgeführt wurden. Mit einer westlichen Strömung wird Luft von Neckarwestheim nach Österreich transportiert, die nach 24 Stunden die Transportrichtung nach Süd ändert.