| Status | abgeschlossen |
| Zusammenfassung | 
© ZAMG | Die Klimatographie Sonnblick stellt ein typisches Beispiel einer Regionalklimatographie dar. Sie soll eine umfassende Beschreibung des Klimas im Bereich des Sonnblicks (3106 m) und seiner Umgebung geben, in einer Auflösung, die in einer Bundesländerklimatographie bzw. in ÖKLIM nicht erreicht werden kann. |
| Projektziele | Einer der Hauptschwerpunkte lag auf der Erstellung von Klimakarten von denen nun insgesamt 45 im Maßstab 1:400.000 und weitere 16 sowohl im Maßstab 1:400.000 als auch im Maßstab 1:100.000 zur Verfügung stehen. Die Palette der Klimakarten überdeckt die Parameter Lufttemperatur, Niederschlag und Schnee, relative Feuchte und Dampfdruck, Luftdruck und Luftdichte, Bewölkung und Sonnenscheindauer sowie die Globalstrahlung. Auch von diesen Hauptelementen abgeleitete Größen kamen zur Darstellung wie etwa: Thermische Kontinentalität, Heizgradtage, Frostwechseltage etc.
Diese Karten ergänzen und erweitern die klimatologisch-statistische Beschreibung des Klimas des Sonnblickgipfels. Zwei weitere Datenquellen erlauben eine genauere Einordnung der auf dem Sonnblick gemessenen Klimadaten: Einerseits der Vergleich mir Radiosondendaten aus gleich hohen Luftschichten der freien Atmosphäre, andererseits der Vergleich mit ähnlichen Klimaten aus weiter entfernten Regionen, vornämlich aus Polargebieten.
Durch die Analyse der inzwischen auf 115 Jahre angewachsenen Klimazeitreihen des Observatoriums wird der Blickwinkel von den 30 Jahren der WMO-Normalperiode 1961-1990 erweitert auf das Klima als zeitlich variable Größe. Zusätzlich zu den Analysen der einzelnen Zeitreihen des Sonnblicks werden auch die Vertikaleffekte der Klimavariabilität diskutiert. Die 1990er Jahre, charakterisiert durch einen starken Temperaturanstieg und auch Besonderheiten bei den anderen Klimaelementen, nehmen dabei in der Klimageschichte des Sonnblicks eine Sonderstellung ein: Darum wird das Jahrzehnt 1991-2000 in einem eigenen Abschnitt gesondert behandelt.
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt am Sonnblick Observatorium ist die Gletscherforschung. Erhoben wurden Längen-, Flächen-, Höhen- und Volumsänderungen sowie die Massenbilanzen einzelner Sonnblickgletscher. Ihre Änderungen sowie auch die Zusammenhänge zwischen Klima- und Gletscherschwankungen werden diskutiert. Im Rahmen des Projekts wurde auch ein elektronisches Gletscherbildarchiv Sonnblick aufgebaut, das mehrere hundert Fotos von 1896 bis 2001 enthält. Ein systematischer Querschnitt davon ist in der Klimatographie enthalten.
In den letzten 20 Jahren ist auf dem Sonnblick ein neuer Forschungs- und Messschwerpunkt immer stärker in den Vordergrund gerückt - die Umweltchemie und -physik der Hochgebirgsatmosphäre. Der Gedanke dahinter ist der, dass das Sonnblick-Observatorium Umweltdaten aus der noch relativ ungestörten mittleren Troposphäre liefern soll, die weniger von Schadstoffemittenten der unmittelbaren Umgebung beeinflusst sind, sondern eher die kontinentale bis globale "Hintergrundbelastung" widerspiegeln. Diesem Aspekt wird durch die Bearbeitung der in der Zwischenzeit schon 8jährigen Ozonmessreihe Rechnung zu tragen. |
| Ergebnisse | Das Projekt ist abgeschlossen, die Projektsergebnisse werden in der Reihe Österreichische Beiträge zu Meteorologie und Geophysik, 2002 publiziert werden. Um den textlichen Zusammenhang nicht zu sprengen und den Umfang des gedruckten Bandes nicht allzu sehr auszudehnen, werden Teile wie Tabellen, die homogenisierten Klimazeitreihen (auf Monatsbasis), Fotomaterial über die Sonnblickgletscher, eine technisch wissenschaftliche Beschreibung der Kartenerarbeitung und anderes auf eine beigelegte CD-ROM ausgelagert.
Die Ergebnisse des Projekts Klimatographie Sonnblick sind nicht nur für Klimatologen von Interesse, sondern für ein breiteres Spektrum von Anwendern, unter die auch die zahlreichen Forschungsgruppen fallen, die am Sonnblick Observatorium tätig sind. |