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PRISKCHANGE

Abk.PRISKCHANGE
ThemenbereichKlimawandel, Klimavariabilität, Klimafolgenforschung
Statusabgeschlossen
Zusammenfassung


Im Rahmen des Projektes PRISKCHANGE sollen konkrete Antworten auf Fragen der Intensitäten und Wiederkehrszeiten von relevanten, d.h. extremen, Niederschlagsereignissen in Österreich gegeben werden.

Diese Aussagen umfassen zum einen das beobachtete Klima der Vergangenheit (ab etwa 1950) und zum anderen aber auch zukünftige Perioden, also die Zeit von heute bis 2050. Daraus soll eine etwaige zu
erwartende Veränderung im Niederschlagsverhalten, im Speziellen des Extremniederschlages, für
Österreich abgeleitet werden.
AusgangssituationDie Erfassung des Risikos von Extremniederschlägen in der Vergangenheit und in der nahen Zukunft dient als Grundlage für Entscheidungsträger zur Entwicklung etwaiger Anpassungsstrategien (Mitigation).
Projektziele(1) Die Modellierung täglicher Niederschlagssummen in Österreich mit langer Wiederkehrzeit (z.B. 20, 30 oder 50 Jahren)
(2) Die Beschreibung des Risikos (Wiederkehrszeiten) von seltenen und intensiven Niederschlagsereignissen.
(3) Untersuchung der möglichen, zukünftigen Entwicklung solch extremer Ereignisse. Erfassung und Beschreibung der Veränderung des Risikos.
MethodikAus den Stationsdaten von täglichen Niederschlagssummen werden die jeweiligen Wahrscheinlichkeitsverteilungen bestimmt. Dazu ist es notwendig Zeitreihen die nicht homogenisiert sind, auf sogenannte „change points“ zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen (Lund und Rahel, 2002). Zur Ableitung der passenden Extremwertverteilung (General Extreme Value distribution) wird nur eine bestimmte Anzahl von extremen Werten verwendet.

Um eine etwaige Veränderung im Niederschlagsverhalten für die Zukunft zu untersuchen, benutzen wir Simulationen aus der globalen Klimamodellierung. Aus diesen werden mittels der Analogmethode regionale Niederschlagsszenarien für Österreich generiert und untersucht. Die Analogmethode basiert auf dem Suchen von Ähnlichkeiten zwischen den großräumigen meteorologischen Feldern (z.B. Luftfeuchte oder Druck) und dem zu untersuchenden lokalen Phänomen (z.B. Niederschlag), jeweils zum gleichen Zeitpunkt. Man bedient sich dabei sogenannter „empirischer orthogonaler Funktionen“. Die so gefundenen Analogien werden im Folgenden verwendet um, das Niederschlagsverhalten der Zukunft aus den Feldern der Klimasimulation ableiten zu können.
ErgebnisseWir erwarten in der Klimazukunft in Österreich eine moderate bis deutliche Zunahme der 30-jährigen täglichen Niederschlagssummen. Diese Zunahme beträgt im Sommerhalbjahr generell 15-25%. Im Winterhalbjahr ist dagegen ein räumlich stark differenziertes Bild zu erkennen. So zeigt sich, vor allem im Szenario B1, eine kräftige Zunahme um 20-40% in den Regionen des Ostens und Südostens. Ansonsten sehen wir – ähnlich wie im Sommerhalbjahr - eine generelle Zunahme um 15-25%, sowie sehr schwache Änderungssignale in A1B im Osten Österreichs.

Sommer:
2007-2050: A1B konsistent mit B1, verbreitete Zunahme um 17-26%
2051-2094: A1B und B1 zeigen in ganz Österreich eine Zunahme um 10-30%. Szenario B1 stärkere Änderungen als A1B - bevorzugt auf der Alpennordseite.

Winter:
2007-2050: Zunahme um 10-30% in A1B bzw. 15-25% in B1. Im Osten in A1B schwache Abnahme aber in B1 deutliches Signal im Osten/Südosten mit starker Zunahme um 20-45%.
2051-2094: Zunahme um 15%. Schwächeres Signal im Norden. Ausgeprägte Zunahme ganz im Osten und Südosten in B1 (15-30%).

Der markante Unterschied zwischen den beiden Klimaszenarien A1B und B1 im Winterhalbjahr im Osten und Südosten Österreichs könnte auf Unterschiede in den Zugbahnen von Tiefdruckgebieten oder auf Unterschiede bzw. unterschiedliche Veränderungen in den Wetterlagen zurückzuführen sein.
Projektbeginn06.2009
Projektende06.2010
Projektteam
Ansprechpartner Abteilung Fachgebiet E-Mail Telefon
Böhm Reinhard Dr.Abteilung KlimaforschungKlimavariabilität und Modellierung +43 1 36026 2203
Hofstätter Michael Mag.ZAMG Wien/KLIKlimavariabilität und Modellierung +43 1 36026 2218
Matulla Christoph Dr.Fachabteilung KlimavariabilitätKlimavariabilität und Modellierung +43 1 36026 2217
ProjektpartnerDr. Eduardo Zorita, Dr. Sebastian Wagner - GKSS Forschungszentrum Geesthacht, Hamburg, Deutschland
Dr. Jiafeng Wang - Environment Canada
FinanzierungLaufende Finanzierung aus Mitteln der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, TRF
Projektberichte