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ACTIVE

Abk.Österreichische Klima- und Gesundheitstourismus-Initiative 2002
Statusabgeschlossen
Ausgangssituation

Der Mensch im Zentrum der atmosphärischen Wirkungskomplexe
Die bioklimatische Landschaftszonierung ist die Voraussetzung jeder Klimatherapie. Bei der Analyse der Ursache - Wirkung - Beziehungen zwischen der atmosphärischen Umwelt und der Gesundheit bzw. dem Wohlbefinden des Menschen werden in der Human-Biometeorologie und -Klimatologie neben dem aktinischen (Strahlungs-) Komplex und anderen Umweltfaktoren wie Lärm und Gerüche hauptsächlich der thermische und der lufthygienische Wirkungskomplex berücksichtigt (siehe Abbildung). Dies deshalb, weil diese in der Vorsorgeplanung eine besondere Bedeutung besitzen und bis zu einem gewissen Ausmaß vom Menschen selbst reguliert werden können.

Der Mensch im Zentrum der atmosphärischen Wirkungskomplexe
ProjektzieleDas Ziel von ACTIVE ist es, wissenschaftlichen Grundlagen zur verbesserten Nutzung des natürlichen Heilmittels "Klima" in Österreich zur Verfügung zu stellen. Durch interdisziplinäre Zusammenarbeit soll eine Verbindung zwischen medizinischen, klimatologischem und touristisch/wirtschaftlichem Fachwissen zur Erreichung des Projektgesamtzieles geschaffen werden. Diese Aufgabe erscheint nicht zuletzt vor dem Hintergrund des wachsenden Bevölkerungsinteresses an einer Koppelung von Freizeitgestaltung und Verbesserung des Gesundheitszustandes (Gesundheitsurlaub, Fitness, Wellness and Beauty) verfolgenswert.
Ergebnisse
Verlauf der Physiologisch Äquivalenten Temperatur PET in Mayrhofen um 7, 14 und 19 Uhr für den Zeitraum 1991 bis 2000
Verlauf der Physiologisch Äquivalenten Temperatur PET in Mayrhofen um 7, 14 und 19 Uhr für den Zeitraum 1991 bis 2000
© ZAMG
Der thermische Wirkungskomplex umfasst die meteorologischen Elemente, die thermophysiologisch den Menschen beeinflussen, nämlich Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit sowie kurz- und langwellige Strahlung aus dem gesamten dem Menschen umgebenden Raum. Ihre gesundheitliche Bedeutung hängt mit der engen Vernetzung von Thermo- und Kreislaufregulation zusammen.

Basierend auf der menschlichen Energiebilanzgleichung, die alle auf den Menschen im natürlichen Umfeld wirkenden äußeren thermischen Einflüsse und seinen eigenen Energieumsatz (und die Bekleidung) berücksichtigt und zueinander in Beziehung setzt und der Zuordnung zu einer "psycho-physischen" Empfindungsskala wird die sogenannte PET, die physiologisch äquivalente Temperatur berechnet. PET hat wie die Lufttemperatur die Einheit °C. Erste Ergebnisse von Testläufen liegen vor, als Beispiel sind die mittleren monatlichen Häufigkeiten von PET-Klassen (in Tagen) von Mayrhofen im Zillertal in der folgenden Tabelle zu finden):

PET-Klassen
psycho-physische Empfindungsklassen PET Klassen JAN FEB MAR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ
sehr kalt <4 29,0 22,6 20,0 10,7 2,1 0,2 0,1 0,4 3,6 12,5 23,3 29,3
kalt 4.1-8.0 1,3 2,7 3,3 5,9 6,1 1,8 0,7 1,2 8,9 6,8 3,2 1,3
kühl 8.1-13.0 0,7 2,0 3,0 5,1 12,2 5,0 4,5 6,4 11,3 4,9 2,7 0,3
leicht kühl 13.1-18.0 0,0 0,9 2,8 4,1 7,8 8,3 7,6 8,7 3,1 3,7 0,7 0,0
behaglich 18.1-23.0 0,0 0,2 1,3 2,2 2,5 6,2 5,8 4,3 0,1 2,1 0,1 0,0
leicht warm 23.1-29.0 0,0 0,0 0,6 1,3 0,3 4,2 6,0 4,1 0,0 0,9 0,0 0,0
warm 29.1-35.0 0,0 0,0 0,0 0,6 0,0 3,1 3,8 3,7 0,0 0,1 0,0 0,0
heiß 35.1-41.0 0,0 0,0 0,0 0,1 0,0 1,0 2,2 1,6 0,0 0,0 0,0 0,0
sehr heiß >41 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,2 0,4 0,6 0,0 0,0 0,0 0,0


Verlauf der Physiologisch Äquivalenten Temperatur PET in Mayrhofen um 7, 14 und 19 Uhr für den Zeitraum 1991 bis 2000
Projektpartner
  • Leitung: Institut für Meteorologie und Physik der Universität für Bodenkultur in Wien:
    Univ.-Prof. Helga Kromp-Kolb, helga.kromp-kolb@boku.ac.at
    Mag. Dr. Helga Nefzger, helga.nefzger@boku.ac.at
  • Meteorologisches Institut Universität Freiburg:
    PD Dr. Andreas Matzarakis, andreas.matzarakis@meteo.uni-freiburg.de
  • Institut für Physiologie, Universität Wien:
    Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Marktl, wolfgang.marktl@univie.ac.at
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