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22.04.2015

Internationaler Workshop „Ausbreitung von gefährlichen Gasen in Städten“

Internationaler Workshop „Ausbreitung von gefährlichen Gasen in Städten“

©einsatzdoku.at

In der Zentralfeuerwache der Berufsfeuerwehr Wien tagen am Donnerstag, 23. April 2015, 60 Expertinnen und Experten aus 18 Ländern zum Thema „Ausbreitung von gefährlichen Gasen nach Unfällen in Städten: Modellierung und Krisenmanagement". Der Workshop ist der Abschluss eines vierjährigen internationalen Projektes mit Beteiligung der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), welches eine intensive Zusammenarbeit von Wissenschaft, Technik und Einsatzkräften brachte.

21. Februar 2012: Aus einem Großkühlhaus in Wien-Landstraße tritt plötzlich Ammoniak aus. 39 Anrainer werden in der Folge wegen Augenschmerzen und Atemproblemen behandelt, 29 davon müssen zur Überwachung die Nacht im Krankenhaus verbringen.
Derartige Unfälle mit gefährlichen Gasen betreffen in Städten innerhalb kürzester Zeit viele Menschen und sind eine besondere Herausforderung für die Einsatzkräfte. Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) arbeitet daher seit vielen Jahren eng mit der Wiener Berufsfeuerwehr zusammen. Ziel ist, die Ausbreitung von Giftgaswolken möglichst genau zu berechnen, um die gefährdeten Gebiete schnell zu erkennen und optimal zu reagieren. So stehen dem Schadstoffzug der Feuerwehr mittlerweile im Einsatzfahrzeug Computermodellberechnungen, chemische Datenbanken und meteorologische Informationen in Echtzeit zur Verfügung, um im Krisenfall eine rasche und fundierte erste Einschätzung treffen zu können.

Vergleiche von Ausbreitungsmodellen und Erfahrungen aus realen Fällen

Um den Austausch zwischen Wissenschaft, Technik und Anwendern in diesem Bereich auch international intensiv zu fördern, führten in den letzten vier Jahren Fachleute aus 23 Ländern der EU sowie aus Israel, der USA, Japan und Katar die COST Aktion ES1006 (COST = European Cooporation in Science and Technology) durch. Der Schwerpunkt lag dabei in der praktischen Anwendung moderner Wissenschaft, sagt die stellvertretende Leiterin der Aktion und Umweltmeteorologin Kathrin Baumann-Stanzer von der ZAMG: „Die Expertengruppe hat den Stand der Wissenschaft im Bereich der Ausbreitungsmodelle für Giftgasunfälle zusammengefasst, Empfehlungen für den Einsatz von kleinräumigen Störfallmodellen für Einsatzkräfte erarbeitet, Vergleiche von Modellergebnissen und Messungen aus Windkanalexperimenten und Feldversuchen sowie von einem realen Störfall durchgeführt. Beim Abschluss-Workshop in Wien wollen wir mit Vertreterinnen und Vertretern der Feuerwehren und des Krisenmanagements diskutieren, in welche Richtung weitere Entwicklungen von Wissenschaft und Technologie in diesem Anwendungsbereich möglich und wichtig sind."

Weiterhin internationale Zusammenarbeit

Der abschließende Workshop findet am Donnerstag, 23. April 2015, in der Zentralfeuerwache der Wiener Berufsfeuerwehr statt. Die internationale Zusammenarbeit ist damit aber nicht zu Ende, sagt die Kathrin Baumann-Stanzer: „Alle beteiligten Organisationen sind sich einig, diesen Austausch von Wissen und Technologie fortzuführen. Zum Beispiel werden wir weiterhin die Erfahrungen von Modelltests und praktischen Fällen teilen und wir planen, ein Mal pro Jahr einen internationalen Workshop durchführen."

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Web-Links

Website zum COST-Workshop: www.zamg.ac.at/COSTES1006Workshop

ZAMG allgemein: www.zamg.at und www.facebook.com/zamg.at

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