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21.08.2014

Europaweite Schadstoff-Vorhersagen

Europaweite Schadstoff-Vorhersagen

©ZAMG

Auf der Website der ZAMG findet man ab sofort europaweite Vorhersagen von Ozon, Feinstaub und Saharastaub. Die verwendeten Prognosemodelle berücksichtigen auch chemische Prozesse und die Auswirkungen auf das Wetter, wie etwa die Wolkenbildung.

Die Luftqualität ist eine Schlüsselgröße für das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Bevölkerung. Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) entwickelt und betreibt seit einigen Jahren spezielle Modelle zur Vorhersage der Luftgüte. Sie helfen, die Öffentlichkeit über die Luftqualität zu informieren und vor möglichen Überschreitungen zu warnen.

Neu: alle Vorhersagen auf der Website

Seit kurzem veröffentlicht die ZAMG die Vorhersagen der großräumigen Schadstoffbelastung für die nächsten drei Tage von Ozon, Feinstaub und Saharastaub auf der Website. Das Vorhersagegebiet reicht von Nordafrika über Europa bis Grönland. Die Grafiken und Animationen sind frei zugänglich auf www.zamg.at/cms/de/umwelt/luftqualitaetsvorhersagen/schadstofftransport .

Die Prognosen werden an der ZAMG mit einem sogenannten online gekoppelten Vorhersagemodell WRF/Chem gerechnet. Marcus Hirtl, von der ZAMG Abteilung für Umweltmeteorologie: „Dieses Modell berücksichtigt im Unterschied zu klassischen Vorhersagemodellen nicht nur die Verlagerung von Schadstoffen mit dem Wind, sondern auch die chemische Umwandlungen von Gasen und Aerosolkomponenten in der Atmosphäre und deren Auswirkungen auf meteorologische Größen wie Wolkenbildung und Strahlungshaushalt. In die Berechnungen gehen menschliche Emissionen durch zum Beispiel Industrie, und Verkehr ein, aber auch natürliche Emissionen, wie durch Vegetation und das Aufwirbeln von Staub."

Erstmals auch Vorhersagen der Saharastaub-Verlagerung

Seit kurzem wird an er der ZAMG auch die Verlagerung von Saharastaub berechnet. Saharastaub wird in der Wüste von kräftigen Winden aufgewirbelt und in höhere Luftschichten transportiert. Mit einer großräumigen Strömung aus südlicher Richtung kann er bis nach Europa gelangen. Der Großteil des nach Mitteleuropa transportierten Saharastaubs befindet sich in höheren Luftschichten (ca. in 2.500 bis 3.500 Meter Höhe ) und wirkt sich nicht wesentlich auf die Luftqualität in den unteren Luftschichten aus. Bei bestimmten Wetterlagen mit guter vertikaler Durchmischung (etwa bei Föhn), kann er jedoch untere Luftschichten erreichen und einen Beitrag zur Feinstaubkonzentration am Boden liefern. Saharastaub gelangt mehrmals im Jahr nach Österreich. Je nach Konzentration des Staubes in der Luft kann der Himmel leicht getrübt bzw. die Fernsicht beeinträchtigt sein.

Feinstaub und Ozon

Weiters werden die Vorhersagen für Feinstaub und Ozon veröffentlicht. Feinstaub (PM10) kann aufgrund der geringen Partikelgröße über den Kehlkopf bis tief in die Lunge gelangen und ist daher besonders gesundheitsschädlich. Bodennahes Ozon ist ein Reizgas, das die menschliche Lungenfunktion beeinträchtigen kann.

Nähere Informationen zu den Schadstoffen sowie Stationsdaten finden Sie auf www.umweltbundesamt.at .

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Web-Links

Großräumige Schadstoffvorhersagen Europa: www.zamg.at/cms/de/umwelt/luftqualitaetsvorhersagen/schadstofftransport

ZAMG allgemein: www.zamg.at und www.facebook.com/zamg.at

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Saharastaub: Die Abbildung 1 zeigt die vorhergesagte „gesamte Staubsäule“ (Summe der Staubkonzentrationen über alle Luftschichten vom Boden bis zum Oberrand der Atmosphäre) für den 4.3.2014 um 00 UTC. Diese einwöchige Episode, während der Saharastaub Richtung Österreich transportiert wurde, war besonders interessant, da aufgrund der großräumigen Wetterlage der am Sonnblick Observatorium gemessene Saharastaub durch Strömungsumlenkung über Westeuropa teilweise aus Nord-Westen herantransportiert wurde.

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Feinstaub: Die Abbildung 2 zeigt den Verlauf der bodennahen Feinstaubkonzentrationen in Europa und Nordafrika für einen ausgewählten Zeitpunkt. Feinstaub (PM10) kann aufgrund der Partikelgröße über den Kehlkopf bis tief in die Lunge gelangen und ist daher besonders gesundheitsschädlich. Nähere Informationen finden Sie auch auf www.umweltbundesamt.at.

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Ozon: Die Abbildung 3 zeigt den Verlauf der bodennahen Ozonkonzentrationen in Europa für einen ausgewählten Zeitpunkt. Im Gegensatz zum Ozon in höheren Luftschichten, das uns vor schädlicher UV-Strahlung schützt, ist bodennahes Ozon ein Reizgas, das die menschliche Lungenfunktion beeinträchtigen kann. Nähere Informationen finden Sie auch auf www.umweltbundesamt.at.

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