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Waldbrände

Wo gibt es Waldbrände? Was sind die Probleme? Was macht die ZAMG?

Wo gibt es Waldbrände?

Große Waldbrände treten in den verschiedensten Gebieten der Erde regelmäßig auf (siehe Abbildung 1). In den tropischen Gebieten sind ganzjährig Feuer möglich, die Millionen von Hektar Land betreffen. Hier brennt vorwiegend Gras- und Buschland. In den riesigen kontinentalen Wäldern Sibiriens, Alaskas und Kanadas  treten in den Sommermonaten regelmäßig Feuer auf, die ebenfalls große Waldgebiete betreffen. Aufgrund des dichten, hohen Bewuchses können diese Feuer extreme Hitze erzeugen. In den menschenleeren Gebieten werden die Feuer nicht bekämpft und können mehrere Monate aktiv bleiben. Durch die globale Erwärmung und der Tendenz von wärmeren und trockeneren Sommern in den nördlichen kontinentalen Gebieten ist anzunehmen dass die Feuertätigkeit in diesen Regionen eher zunimmt.

In Europa treten Waldbrände in den Sommermonaten speziell in den trockenen Regionen Süd- und Osteuropas auf. Spanien, Portugal und Griechenland sind besonders betroffen. Besonders große Brände traten im Sommer 2010 im Europäischen Teil Russlands auf, in der Nähe der Hauptstadt Moskau.

In Österreich gelten die Waldökosysteme derzeit als durch Brände wenig gefährdet. Es wird aber aufgrund der Zunahme heißerer Sommer mit längeren Trockenperioden infolge des Klimawandels angenommen, dass auch bei uns die Waldbrandgefahr zunimmt. Insbesondere im Süden Niederösterreichs und in Teilen Kärntens und Tirols kommt es heute bereits häufiger zu Bränden.

Firemap

Abbildung 1: Satellitenbeobachtung der Brände („Fire Pixel“) vom 9. bis 18.7. 2012 (Quelle: http://lance-modis.eosdis.nasa.gov/cgi-bin/imagery/firemaps.cgi; credits: Fire maps created by Jacques Descloitres. Fire detection algorithm developed by Louis Giglio. Blue Marble background image created by Reto Stokli)

 

Was sind die Probleme

Neben dem direkten Einfluss auf Bevölkerung und Infrastruktur im unmittelbaren Feuergebiet gibt es eine Reihe von anderen Problemen:

  • Sichtminderung im Bereich der Feuer und abwindig (Einfluss auf Verkehr)
  • Schlechte Luftqualität durch freigesetzte Partikel und Gase (siehe Abbildung 2)
  • Freisetzung von im Boden gespeicherter radioaktiver Substanzen (speziell in belasteten Gebieten)

 

Moskau

Abbildung 2: Smog und Sichtminderung durch die Waldbrände in Russland im Sommer 2010. Moskau, Yasenevo, Aivazovskogo-Straße, die linke Bildhälfte wurde am 17. Juni 2010 aufgenommen, die rechte am 7. August (unter Creative Commons-Lizenz im Medienarchiv Wikimedia Commons, http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Smog_Moscow_August_2010.jpg&filetimestamp=20100807165316

 

Was macht die ZAMG

Für Österreich wird eine Karte der täglichen Waldbrandgefahr erstellt. Die Abschätzung basiert auf einem Index, der sich aus den meteorologischen Größen Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit, Niederschlagsrate sowie kurz- und langwellige Strahlung errechnen lässt.

http://www.zamg.ac.at/cms/de/wetter/produkte-und-services/freizeitwetter/waldbrand

Für große Waldbrände weltweit beziehen wir tägliche Fire Pixel Daten von der NASA (aus den MODIS Daten der Satelliten Terra und Aqua), um Brandorte identifizieren zu können. Modellierungen der Ausbreitung der Rauchwolken werden bei besonders großen Feuern durchgeführt, zuletzt bei den Feuern rund um Moskau im Sommer 2010 (siehe Abbildung 3). Im Jahr 2010 wurde als besonderes Service für österreichische Geschäfts- und Privatreisende auch ein täglicher Wetterbericht für die Region Moskau ins Netz gestellt.

Modellsimulation der ZAMG

Abbildung 3: Modellsimulation der ZAMG für die Ausbreitung der Rauchwolken der Brände in Russland im Sommer 2010 (Hintergrundkarte: © Google)

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