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Jahresrückblick

Wetterlagen für 2016

Datum Wetterlage
J�NNERIm Jänner 2016 waren vor allem die Warmlufteinbrüche zur Monatsmitte sowie zum Monatsende hin prägend. Insbesondere in der Zeit zwischen dem 25. und 31. Jänner gelangten mit einer kräftigen Westströmung sehr milde Luftmassen in den Alpenostraum und sorgten für teils frühlingshafte Temperaturen. Verglichen mit dem vieljährigen Mittel war der Jänner 2016 um 1,3 °C wärmer und lag somit unter den 40 wärmsten Jänner-Monaten. Die milde Witterung sorgte auch dafür, dass es in Regionen unter 1.000 m Seehöhe deutlich weniger Tage mit einer Schneedecke gab als in einem durchschnittlichen Jänner, während aber österreichweit gesehen im Jänner 2016 um 40 Prozent mehr Niederschlag fiel als im Mittel. Die Sonnenscheindauer lag im Flächenmittel etwa um 4 % über dem klimatologischen Mittel, wobei aber große Unterschiede in der regionalen Verteilung der Sonnenscheinstunden auftraten. Mit einem Plus von 10 bis 30 % lagen die sonnigsten Regionen im Jänner 2016 mitunter im nördlichen Ober- und Niederösterreich, die relativ trübsten Gebiete (mit bis zu -50 %) waren von Vorarlberg über das nördliche Salzburg bis hin ins Salzkammergut zu finden.
FEBRUARDie ausgesprochen milde Witterung setzte sich auch im Februar 2016 fort. Mit +4,1 °C über dem vieljährigen Mittel war der Februar 2016 der zweitwärmste der knapp 250-jährigen Messgeschichte. Die höchste jemals in einem Februar registrierte Lufttemperatur mit 23,2 °C wurde am 22. Februar im niederösterreichischen Pottschach gemessen. Der Februar 2016 war aber nicht nur ein besonders milder Monat, sondern auch ein überaus niederschlagsreicher. Österreichweit fiel rund doppelt so viel Niederschlag wie in einem durchschnittlichen Februar, im Süden stellenweise sogar bis zu 400 %. Trotz der großen Niederschlagsmengen gab es in den Niederungen jedoch kaum bis gar keine Schneedecke, lediglich in Regionen oberhalb von 800 bis 1.400 m Seehöhe entsprachen die Schneedeckentage dem klimatologischen Mittel. In Sachen Sonnenschein gab es österreichweit gesehen ein Defizit von rund 20 %, wobei sich die Ausbeute der Sonnenscheindauer in der Niederschlagsverteilung widerspiegelt. Während die relativ trübsten Regionen (bis zu -50 %) im niederschlagsreichen Süden zu finden sind, schien die Sonne von Vorarlberg bis ins Nordburgenland um 10 bis 30 % kürzer.
M�RZIn Bezug auf die Temperaturverteilung war Österreich im März 2016 zweigeteilt. Während im Westen die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittel leicht negativ bis ausgeglichen war, lag diese von Salzburg ostwärts zwischen +0,5 und +1,8 °C. Österreichweit gesehen ergab sich für den März 2016 somit eine leicht positive Abweichung von +0,8 °C. Auch in Sachen Niederschlag brachte der März 2016 eine Änderung zu den voran gegangenen Monaten: Verglichen mit dem Mittel 1981-2010 fiel im März 2016 österreichweit um etwa 39 % weniger Niederschlag. Dabei waren der Westen Tirols im Großraum der Lechtaler Alpen, der Norden Salzburg bis ins Waldviertel und die nördliche Steiermark die trockensten Regionen mit Defiziten von -85 % bis -50 %. Ausgeglichen bis leicht positiv war die Bilanz hingegen entlang und südlich der Alpen. Die Anzahl der Tage mit einer Schneedecke entsprach vor allem in den höheren Lagen oberhalb von 1.000 bis 1.500 m Seehöhe dem langjährigen Mittel und auch die Sonnenscheindauer war im März 2016 österreichweit ausgeglichen.
APRILTrotz des Wintereinbruchs Ende des Monats, setzten sich in der Monatsstatistik die milden Temperaturen zu Monatsbeginn durch. Die höchste Temperatur im April 2016 betrug 27,2 °C und wurde am 05. April in Lutzmannsburg (B) registriert. Österreichweit gesehen lag der April 2016 um 1,1 °C über dem langjährigen Mittel. Der April 2016 brauchte zudem flächendeckend etwa drei Prozent mehr Niederschlag als in einem durchschnittlichen April. Außergewöhnlich waren allerdings die Schneemengen im Süden Österreichs. Am 28. April lagen in Klagenfurt 15 Zentimeter Neuschnee. Derart große Neuschneemengen gab es in der zweiten Aprilhälfte in den tiefen Lagen Kärntens zuletzt vor rund 30 Jahren.
MAIDer Mai 2016 brachte in der ersten Monatshälfte Kaltlufteinbrüche und sorgte somit für Schnee bis in einige Täler. Dem gegenüber standen sommerlich heiße Temperaturen in der zweiten Monatshälfte, die höchste Temperatur im Mai 2016 mit 32,5 °C wurde am 22. Mai in Salzburg-Freisaal registriert. In der Monatsbilanz ergab sich allerdings ein leicht unterdurchschnittlicher Mai, der Mai 2016 lag mit 0,2 °C unter dem vieljährigen Mittel. Der Mai 2016 war zudem einer der 20 niederschlagsreichsten Mai-Monate seit 1858, österreichweit war es um 46 % nasser als in einem durchschnittlichen Mai. Mit -6 % im Vergleich zum Klimamittel 1981-2010 fällt passend zu den großen Regenmengen auch die österreichweite Bilanz der Sonnenscheindauer negativ aus.
JUNIDer Juni 2016 lag um 1,1 °C über dem langjährigen Mittel und das ist vor allem den heißen Tagen Ende Juni zu verdanken, während die ersten 20 Tage noch ziemlich genau im Durchschnitt lagen. Der wohl höchste Wert des Junis mit 35,4 °C wurde am 24. Juni an der Station Innsbruck-Universität gemessen. Beachtlich waren aber auch die Regenmengen im Westen in Vorarlberg und Tirol fiel um 65 % mehr Niederschlag als in einem durchschnittlichen Juni. Relativ trocken verlief der Juni 2016 hingegen im äußersten Osten. Im Vergleich dazu gab es im Osten um 10 bis 25 Prozent mehr Sonnenstunden, während sich die Sonne in den niederschlagsreichen Bundesländern um etwa 10 bis 25 % weniger als im langjährigen Mittel zeigte. "
JULIMit 1,2 °C über einem durchschnittlichen Juli der Vergleichsperiode 1981-2010 war der Juli 2016 einer der 15 wärmsten Julimonate der rund 250-jährigen Messgeschichte. Flächendeckend brachte der Juli 2016 30 % mehr Niederschlag als im vieljähren Mittel. Beachtlich sind allerdings die großen Regenmengen in kurzer Zeit, die häufig zu Überschwemmungen und Muren führten. Der Durchzug einer Unwetterfront am 21. Juli verursachte neben Starkregen und Hagel auch einen kurzlebigen Tornado im Raum Karlstein/Thaya mit Windspitzen von bis zu 220 km/h.
AUGUSTEin kurzer, aber kräftiger Kaltlufteinbruch in der ersten Monatshälfte brachte selbst in Regionen unterhalb von 1.000 m Seehöhe Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt. So fiel am 12. August 2016 die Temperatur in Neumarkt (ST, 869 m) auf 2,8 °C. In der zweiten Monatshälfte folgte dann die erste längere Hitzeperiode des Sommers. In Landeck beispielsweise wurde an fünf Tagen hintereinander mehr als 30 °C erreicht. In den Vergleich zu den letzten 30 Jahren stellte sich aber ein relativ durchschnittlicher August ein. Auch in Hinblick auf die Niederschlagsbilanz fiel der August 2016 nur leicht überdurchschnittlich aus, trotz zahlreicher lokal heftiger Unwetter.
SEPTEMBERDer September 2016 war im Mittel (Vergleichszeitraum 1981-2010) um 2,3 °C zu warm, damit handelt es sich bei dem diesjährigen September um den fünftwärmsten seit Beginn der Messungen. An einigen ZAMG-Wetterstationen, wie beispielsweise in Retz oder Wien, wurden sogar neue September-Rekorde erreicht. Zudem gab es im September 2016 ungewöhnlich viele Tage mit mindestens 25 °C (Sommertage). Auch die Anzahl der Sonnenstunden lag in den meisten Regionen Österreichs um 10 bis 50 % über einem durchschnittlichen September. Einzig und allein der Niederschlag lag österreichweit um 35 % unter dem langjährigen Mittel.
OKTOBERVerglichen mit dem langjährigen Mittel ließen Kaltlufteinbrüche und der Mangel an Sonnenschein den Oktober 2016 nicht nur um 0,4 °C zu kühl ausfallen, Nebel und Wolken sorgten auch für den trübsten Oktober seit dem Jahr 1998. Österreichweit lag zwar die Niederschlagsmenge um 18 Prozent über dem vieljährigen Mittel, allerdings kam es regional zu großen Unterschieden: Während der Tiroler Ort Prutz mit nur 17 Millimeter Niederschlag der trockenste Ort des Monats war, summierten sich in Lunz am See 213 Millimeter.
NOVEMBERIm Jahr 2016 lag der November 0,5 °C über dem langjährigen Mittel und fiel somit eher durchschnittlich aus. Markant war vor allem die sehr milde Wetterlage zur Monatsmitte, die am 21. und am 22. November an gleich mehreren Wetterstationen die 20-Grad-Marke überschreiten ließ. Aber auch in Bezug auf den Niederschlag lag der November 2016 nahe an seinem langjährigen Mittel, allerdings gab es erneut große regionale Unterschiede. Deutlich zu trocken war es im November 2016 beispielsweise in Osttirol oder Teilen Oberkärntens, sehr nass hingegen war es in den Karawanken oder im Gebiet der Buckligen Welt. Die Anzahl der Tage mit einer geschlossenen Schneedecke lag im Großteil Österreichs unter dem vieljährigen Mittel, so gab es beispielsweise in Bad Gastein (S, 1092 m Seehöhe) an 9 statt 14 Tagen eine Schneedecke.
DEZEMBERÖsterreichweit betrachtet lag der Dezember 2016 nur knapp über dem langjährigen Mittel (+0,6 °C), in den Regionen oberhalb von etwa 900 m Seehöhe stellte sich hingegen ein sehr milder Dezember-Monat mit Abweichungen von +1,0 bis +3,8 °C über dem Mittel ein. Zudem geht der Dezember 2016 als dritttrockenster Dezember-Monat in die Messgeschichte ein. Die geringen Niederschlagsmengen in Kombination mit den milden Temperaturen auf den Bergen wirkten sich auch auf die Schneebilanz aus. Nur im Hochgebirge lag die Anzahl der Tage mit einer geschlossenen Schneedecke im Bereich des langjährigen Mittels. Ungewöhnlich war der diesjährige Dezember auch in Hinblick auf den Sonnenschein, österreichweit gab es um 72 % mehr Sonnenstunden als im Mittel.

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