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Jahresrückblick

Unwetterbericht für 2017

JANUAR
Tief „Axel“ sorgte zu Jahresbeginn für zahlreiche Sturmschäden. Am Monatsende kam es aufgrund des anhaltenden Eisregens zu Verkehrsbehinderungen und –unfällen.
Anfang Jänner zog Sturmtief „Axel“ über den Osten Österreichs. Windspitzen bis 130 km/h sorgten für zahlreiche umgestürzte Bäume, in Wien beispielsweise wurde ein etwa ein 15 Meter hoher Baum entwurzelt. Zwischen Klosterneuburg und St. Andrä-Wördern wurde der Zugverkehr vorübergehend eingestellt, da abgerissene Äste eine Oberleitung beschädigten. Auch an dutzenden Häusern, Strom- und Telefonleitungen traten Schäden auf. Zu Monatsende sorgte die Kombination aus frostigen Temperaturen und Regen vor allem in Oberösterreich für zahlreiche Autounfälle. Aufgrund des anhaltenden Eisregens wurden hier am 31.01.2017 rund 4.100 Tonnen Streusalz ausgebracht.

FEBRUAR
Abgesehen von einigen Verkehrsbehinderungen durch schneebedeckte Fahrbahnen traten im Februar 2017 keine außergewöhnlichen Unwetterereignisse auf.

MÄRZ
Im westlichen Bergland verursachte starker Südföhn Schäden.
Am 4. März sorgte heftiger Föhnsturm auf den Bergen in Vorarlberg, Tirol und Salzburg für zahlreiche Sturmschäden. Zahlreiche Bäume wurden bei Windspitzen bis 160 km/h entwurzelt. In Tirol wurde die Westbahnstrecke stellenweise unterbrochen, da ein Baum auf eine Oberleitung stürzte. In Salzburg standen wegen des Sturms mehrere Skilifte still, betroffen waren mitunter Liftanlagen am Kitzsteinhorn bei Kaprun oder in Saalbach-Hinterglemm.

APRIL
Kaltlufteinbrüche mit Schnee und Frost sorgten zur Monatsmitte für enorme Verkehrsbehinderungen und verursachten in der Landwirtschaft Schäden in Millionenhöhe.
Ein später Wintereinbruch brachte um den 19. April herum teils erhebliche Neuschneemengen und sorgte dadurch gebietsweise für enorme Verkehrsbehinderungen. Aufgrund der heftigen Schneefälle kam es vor allem in Teilen Niederösterreichs und des Burgenlandes zu zahlreiche Straßensperren. Besonders betroffen war die Wiener Außenringautobahn (A21), hier steckten mehr als 750 Fahrzeuge fest. Vor allem im Bereich von den Ybbstaler Alpen bis zum Wienerwald waren die Neuschneemengen ungewöhnlich. In Lunz am See beispielsweise schneite es innerhalb von 24 Stunden 65 Zentimeter, am 20. April wurde eben dort eine Schneehöhe von beachtlichen 86 Zentimeter gemessen. Nur wenige Tage nach dem Schneefallereignis am Alpenostrand verursachte Frost in der Landwirtschaft enorme Schäden. Betroffen waren vor allem die Süd- und Oststeiermark sowie das Burgenland. Die Österreichische Hagelversicherung schätzte allein in der Steiermark den Schaden auf rund 35 Millionen Euro, auch die burgenländische Landwirtschaft war von dem Spätfrostereignis schwer betroffen, hier entstand ein Schaden von rund 10 Millionen Euro.

MAI
Mehrere Unwetter führten landesweit zu dutzenden Feuerwehreinsätzen.
In Kärnten sorgten zur Monatsmitte heftige Unwetter mit Starkregen und Hagel für Schäden in der Landwirtschaft. Betroffen war eine landwirtschaftliche Fläche von rund 2.500 Hektar, die Schadenssumme belief sich lt. Österreichischer Hagelversicherung auf etwa 450.000 Euro. Abseits davon zogen im Mai 2017 landesweit mehrere teils kräftige Schauer und Gewitter durch. Diese sorgten mitunter für überflutete Keller und Straßen.

JUNI
Heftige Unwetter und Trockenheit führten landesweit zu Schäden in der Landwirtschaft.
Der Juni 2017 brachte vor allem südlich der Alpen schadensträchtige Unwetter. Neben Gewittern mit Starkregen verursachte vor allem Hagel schwere Schäden in der Landwirtschaft. Alleine in der Steiermark wurde die dadurch entstandene Schadenssumme auf mehr als 4 Millionen Euro geschätzt (Quelle: Österreichische Hagelversicherung). Schäden verzeichneten aber auch Landwirte im Südburgenland und Kärnten. Neben Starkregen und lokalem Hagel brachten die Gewitter auch teils orkanartige Windböen. So wurden beispielsweise am 23. Juni 2017 durch den heftigen Wind zahlreiche Bäume entwurzelt, diese blockierten mitunter Straßen oder Gleisanlagen oder beschädigten Stromleitungen. Steiermarkweit waren an diesem Tag rund 26.000 Haushalte vorübergehend ohne Strom. Nördlich der Alpen sorgte hingegen Trockenheit und Hitze für landwirtschaftliche Schäden, vor allem bei Getreidekulturen.

JULI
Landesweit führten im Juli 2017 teils heftige Unwetter zu Schäden und Feuerwehreinsätzen. Ein Tornado der Stärke F1 entwickelte sich am 10. Juli im Bereich des Flughafens Wien-Schwechat.
Das wohl markanteste Unwetterereignis im Juli 2017 trat am 10. Juli auf. Neben Starkregen, Hagel und Sturm entwickelte sich aus der heftigen Gewitterzelle ein Tornado der Kategorie F1, welcher in der Nähe des Flughafens Wien-Schwechat mit Windspitzen bis etwa 180 km/h über Getreidefelder zog. Größer Schäden wurden nicht gemeldet, allerdings kam es zu einzelnen Verzögerungen im Flugverkehr. Zudem sorgten Hagelkörner von bis zu 5,5 cm für Schäden in der Landwirtschaft, vor allem betroffen waren dabei die südlichen Bezirke Wiens sowie das angrenzende Niederösterreich. Laut ersten Schätzungen zufolge entstand hier ein Schaden von mehreren Millionen Euro (Quelle: Österreichische Hagelversicherung). Aber auch sonst gingen im Juli 2017 landesweit zahlreiche Unwetter nieder und sorgten für tausende witterungsbedingte Feuerwehreinsätze.

AUGUST
Im August 2017 gingen landesweit teils heftige Unwetter nieder. Mitunter kam es zu Murenabgängen oder Überflutungen. Mehrere zehntausende Haushalte waren zeitweise vom Stromnetz abgetrennt. In Oberösterreich kamen während eines Unwetters zwei Menschen ums Leben, über 140 Personen wurden verletzt.
Am ersten August-Wochenende zogen heftige Unwetter mit Starkregen über Teile Österreichs. Vor allem betroffen waren Gebiete entlang und südlich des Alpenhauptkamms. Aufgrund des intensiven Regens kam es gebietsweise zu mehreren Murenabgängen, so beispielsweise wurde die Sölkpass-Landesstraße auf einer Länge von mehr als 100 Meter verschüttet. Zudem waren mehrere Ortschaften im Mur- und Ennstal zwischenzeitlich nicht erreichbar. Ersten Schätzungen zufolge entstand allein im steirischen Straßennetz ein Schaden von mindestens 20 Millionen Euro. In der Nacht von 10. auf den 11. August sorgten Gewitter mit Starkregen und Sturm für zahlreiche Unwettereinsätze. Vor allem im Osten des Landes wurden Schäden gemeldet, vielerorts entwurzelte der heftige Wind Bäume und deckte Dächer ab. In mehreren Bezirken Niederösterreichs und des Burgenlandes waren zwischenzeitlich etwa 80.000 Haushalten vom Stromnetz abgeschnitten. Auch in der Nacht auf den 19. August zogen Unwetter mit Sturm über den nördlichen Teil Oberösterreichs. In St. Johann am Walde erfasste eine Windböe ein Festzelt, welches daraufhin zusammenstützte. Dabei kamen zwei Personen zu Tode, mindestens 140 Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Auch in anderen Teilen Oberösterreichs sorgte heftiger Wind für Probleme. Im Innviertel beispielsweise waren 150.000 Haushalte vorübergehend ohne Strom, zudem wurden bei Windspitzen bis 130 km/h zahlreiche Bäume entwurzelt und Dächer abgedeckt.

SEPTEMBER
Anhaltender Regen und Tief „Sebastian“ brachten Schäden.
Anhaltender Regen sorgte von 1. bis 3. September vor allem in den westlichen Landessteilen für Überflutungen. So standen in Vorarlberg zahlreiche Keller, Straßen und Unterführungen unter Wasser. In Tirol kam es aufgrund des intensiven Regens zu mehreren Hangrutschungen und Murenabgängen. Zur Monatsmitte zog Sturmtief „Sebastian“ über Teile Österreichs und beschädigte mit Windspitzen bis 110 km/h zahlreiche Dächer und entwurzelte Bäume. Betroffen waren vor allem das oststeirische Hügelland, das südliche Niederösterreich und das Nordburgenland. Auch in der Bundeshauptstadt rückten die Feuerwehren zu mehr als 100 Unwettereinsätzen aus.

OKTOBER
Tief „Herwart“ zog über weite Teile Österreichs und brachte Orkanböen bis zu 180 km/h.
Am 29. Oktober fegte Tief „Herwart“ über Österreich und verursachte mit Windspitzen weit über der 100-km/h-Marke zahlreiche Schäden. Während im Bergland Windgeschwindigkeiten von bis zu 179 km/h (Feuerkogen, 1.618 m) gemessen wurden, erreichten die Böen selbst im Flachland Orkanstärke (140 km/h in Enns, 317 m). Aufgrund der verbreitet heftigen Windspitzen wurden zahlreiche Bäume entwurzelt, neben blockierten Straßen beschädigten umfallende Bäume auch Stromleitungen. Österreichweit waren mehr als 150.000 Haushalte vorübergehend vom Stromnetz abgetrennt. Zudem führte der Sturm zu erheblichen Schäden im öffentlichen Verkehrsnetz. In Wien beispielsweise kam es zur Schließung des Hauptbahnhofes. Und nicht nur am Boden sorgte „Herwart“ für Probleme: auch aus dem Flugverkehr wurden sturmbedingte Verzögerungen gemeldet. Zwar ist das gesamte Ausmaß des Schadens noch nicht vollständig erfasst, ersten Schätzungen zufolge belaufen sich die Schäden auf mehrere zehn Millionen Euro (Quelle: Medienberichte).

NOVEMBER
Abgesehen von witterungsbedingten Verkehrsbehinderungen und –unfällen verlief der November 2017 weitgehend ruhig.

DEZEMBER
Der Dezember 2017 brachte einen Zivilschutzalarm in Bad Eisenkappel und einen enormen Felssturz in Vals.
Aufgrund des heftigen Föhnsturms rückten am 11. und 12. Dezember österreichweit unzählige Feuerwehrleute aus. Bei Windböen bis zu 130 km/h wurden Dutzende Dächer beschädigt und zahlreiche Bäume entwurzelt. Diese verlegten mitunter Straßen oder beschädigten Stromleitungen, mehrere tausende Haushalte waren vorübergehend zum Stromnetz abgeschnitten. In Teilen Vorarlbergs und Salzburgs führte der Sturm zudem zur Schließung einiger Liftanlagen und Seilbahnen. Neben der Alpennordseite war vor allem Kärnten von den Auswirkungen des Sturms betroffen. Aufgrund der heftigen Windböen wurde im Raum Bad Eisenkappel Zivilschutzalarm ausgelöst, die Bevölkerung wurde aufgerufen zuhause zu bleiben, Kindergärten und Schulen blieben geschlossen. Am 24. Dezember kam es in Vals in Tirol zu einem riesigen Felssturz bei dem etwa 117.000 Kubikmeter Gesteinsmaterial ausbrachen. Da dabei die Valserstraße auf einer Breite von 150 Metern und einer Höhe von 50 Metern verlegt wurde, waren rund 150 Personen für mehrere Tage von der Außenwelt abgeschnitten. Zudem mussten insgesamt 36 Personen aus 12 Häusern evakuiert werden, auch Tage nach dem Unglück blieben drei Häuser im unmittelbaren Gefahrenbereich unbewohnbar.

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