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02.11.2016

Erdbeben im Oktober 2016

Erdbeben in Österreich

Am 5. Oktober 2016 ereignete sich morgens um 08:27 Uhr MESZ ein Erdbeben der Magnitude 2,6 bei Fulpmes in Tirol (Epizentrum: 47,18°N, 11,35°O). Die Erschütterungen wurden im Bereich des Epizentrums durch schwaches Zittern und eine leichte Bewegung von Möbeln beobachtet. Auch in Innsbruck wurde das Beben vereinzelt leicht verspürt. Die Intensität betrug 3-4 Grad auf der 12-teiligen Europäischen Makroseismischen Skala (EMS-98).

Das Erdbeben der Magnitude 3,9, das in Graubünden in der Schweiz im Bereich des Piz Platta (46,54°N, 9,54°O) am 7. Oktober um 09:27 Uhr stattfand, wurde in den westlichen Landesteilen von Vorarlberg mit einer maximalen Intensität von 2-3 Grad schwach verspürt.

Der Kanton Wallis wurde am 24. Oktober um 16:44 Uhr von einem heftigen Erdbeben der Magnitude 4,1 mit Epizentrum bei Leukerbad (46,34°N, 7,58°O) erschüttert. Die schwachen Bodenbewegungen konnten in Dornbirn bei einer Entfernung von etwa 200 km ganz schwach mit einer Intensität von 2 Grad EMS-98 verspürt werden.

In weiten Teilen Österreichs wurden die drei stärksten Erdbeben der Bebensequenz in Mittelitalien (siehe Liste „Weltweite starke Erdbeben“) verspürt, die seit dem 24. August die Region heimsucht. Die Lage der Epizentren der Sequenz erstreckt sich über eine Länge von über 70 km in Richtung NW/SO entlang des Gebirgszugs des abruzzischen Apennins. Das Beben vom 26. Oktober um 19:10 Uhr bei Castelsantangelo sul Nera (Magnitude 5,4) wurde in Österreich nur vereinzelt mit einer Intensität von 2 Grad EMS-98 wahrgenommen. Das Beben, das sich etwa zwei Stunden später um 21:18 Uhr mit einer Magnitude von 5,9 bei Visso ereignete, wurde dem Österreichischen Erdbebendienst mittels 200 eingelangter online-Bebenmeldungen beschrieben. Vor allem in Südkärnten und im Inntal im Raum Innsbruck langten gehäuft Formulare ein.  Besonders in hohen Stockwerken waren die Erschütterungen durch ein vergleichbar langsames Schwanken und ein deutliches Pendeln von Lampenschirmen zu beobachten. Auch in Wien wurde das Beben in wenigen Fällen bemerkt. Das Beben der Magnitude 6,5 vom 30. Oktober um 07:40 Uhr MEZ, dessen Epizentrum bei Norcia lag, wurde in Österreich in ähnlicher Weise gespürt. Nach einer vorläufigen Auswertung betrugen die maximalen Intensitäten beider Beben in Österreich etwa 3-4 Grad EMS-98.  

Der Österreichische Erdbebendienst dankt der Bevölkerung für ihre Wahrnehmungsberichte, mit deren Hilfe die Intensität der Erdbeben bestimmt wurde.

Intensitätsskala ( EMS-98 )
Auszug aus der 12-stufigen Europäischen Makroseismischen Skala 1998, basierend auf Mercalli-Sieberg

2 Grad  Kaum fühlbar: Erschütterungen werden nur in einzelnen Fällen von Personen in völliger Ruhe in Gebäuden wahrgenommen.
3 Grad  Schwach fühlbar: Von wenigen Personen in Gebäuden wahrgenommen. Ruhende Personen empfinden ein leichtes Schaukeln oder Rütteln.
4 Grad Deutlich fühlbar: In Gebäuden von vielen Personen und im Freien vereinzelt wahrgenommen. Einige Schlafende erwachen. Geschirr und Fenster klirren, Türen rütteln.

Weltweite starke Erdbeben

DatumWeltzeitMEpizentrum                     Kommentar                                     
21.Okt 05:07 6,2 Japan, West-Honshu
35,36°N; 133,80°O
Mind. 14 Verletzte, 40.000 betroffene Haushalte durch Stromausfälle bei Kurayoshi
26. Okt
17:10 5,4 Italien, Castelsantangelo sul Nera
42,88°N; 13,13°O
Keine Verletzten, da viele Menschen wegen Vorbeben schon ihre Häuser verlassen hatten. Weitere Schäden an bereits vorgeschädigten Gebäuden durch Beben der Magnitude 6,2 vom 24. August bei Accumoli
26. Okt
19:18 5,9 Italien, Visso
42,92°N; 13,13°O
Ein Todesopfer durch Herzinfarkt, ein verletztes Kind sowie tausende Obdachlose. Massive Zerstörungen in zahlreichen Orten
30. Okt
06:40 6,5 Italien, Norcia
42,84°N  13,11°O
Stärkstes Beben in Italien seit 1980. Etwa 20 Verletzte und zehntausende Obdachlose; Neun Personen wurden lebend aus Trümmern geborgen. Das Dorf Arquata del Tronto, die Basilika San Benedetto und die Kathedrale von Santa Maria Argentea in Norcia sowie zahlreiche Kulturschätze wurden zerstört. Massive Zerstörungen in zahlreichen Orten. Deformationen der Erdkruste auf Fläche von 130km2, Versetzungen von mind. 70cm.

Weltzeit = Greenwich Mean Time GMT bzw. UTC                                                                                     
M = Magnitude (logarithmisches Energiemaß)
Angaben ohne Gewähr. 

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Holzschnitt aus der 'Weltchronik' von Hartmann Schedel, 1493. 'Und der Engel nahm das Rauchfaß und füllte es mit Feuer vom Altar und warf es auf die Erde, und Donner folgten, Getöse, Blitze und Beben.' Offenbarung 8,5 © ZAMG Geophysik Hammerl
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