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Erdbebenrisiko

Beim Erdbebenrisiko berücksichtigt man zusätzlich zur Erdbebengefährdung die Auswirkung eines bestimmten Erdbebens auf den Standort. Diese Folgewirkung beinhaltet damit Annahmen über die Bauwerksstabilität, Vermögenswerte, etc. Man kann auch sagen: Das Erdbebenrisiko ist das mathematische Produkt aus Erdbebengefährdung und zu erwartenden Verlust. Das Risiko kann also klein sein, weil dort keine Gebäude stehen oder sich dort keine Menschen befinden, obwohl die Gefährdung an diesem bestimmten Standort sehr hoch ist. Umgekehrt kann das Risiko aber sehr hoch in Gebieten geringer Erdbebengefährdung sein, wenn dort viele Menschen leben oder Vermögenswerte angesammelt sind. Bereiche wo die Gefährdung und die Bevölkerungsdichte hoch sind, sind Gebiete extrem hohen Risikos. Beispiel: San Francisco, Los Angeles und Tokyo. Versicherungen sind naturgemäß am Risiko interessiert. Als eine der Basisinformationen für diese Abschätzung dient die jeweilige Erdbebengefährdungskarte. Die Entscheidung, wieviel Risiko ein Land in Kauf nimmt, ist von wirtschaftlichen und eine politischen Erwägungen abhängig - und nicht allein von wissenschaftlichen Kriterien. Wie oft kommen Erdbeben in Österreich vor? In Österreich erreignen sich zwischen 30 - 60 Erdbeben pro Jahr, die von der Bevölkerung auch wahrgenommen wurden. Einige dieser Erdbeben überstiegen deutlich eine Magnitude 5 und führten damit zu Gebäudeschäden, die der Intensität 7 entsprechen. Dies war 1927 in Schwadorf in Niederösterreich, 1930 in Namlos/Tirol, 1936 in Obdach/Steiermark und 1972 in Seebenstein/Niederösterreich der Fall. Erdbeben mit Magnituden zwischen 4 und 5, die zu leichten Gebäudeschäden (Intensität 6) führen. finden fast jährlich in Österreich statt. Der Österreichische Erdbebendienst registriert und analysiert im Jahr knapp 600 bebenähnliche Erschütterungen aus Österreich und etwa 4000, die sich im Ausland ereignen. Fast die Hälfte davon sind auf Bergbautätigkeiten zurück zu führen.

Varianten

  • Erdbebenrisiko
  • Erdbebengefährdung
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Umfeld eines Stollens © ZAMG
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Live-Seismogramm
Historische Erdbeben
Holzschnitt aus der 'Weltchronik' von Hartmann Schedel, 1493. 'Und der Engel nahm das Rauchfaß und füllte es mit Feuer vom Altar und warf es auf die Erde, und Donner folgten, Getöse, Blitze und Beben.' Offenbarung 8,5 © ZAMG Geophysik Hammerl
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