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Für das Ausland

Bevor man eine Reise antritt, sollte man sich nicht nur wegen Impfungen informieren, sondern auch über Gefahren durch Erdbeben oder Tsunamis.

Erdbeben und Tsunamis halten sich nicht an Urlaubszeiten

Erdbeben und Tsunamis halten sich nicht an Urlaubszeiten © ZAMG Geophysik

Bedenken Sie, dass auch paradiesische Orte Erdbeben, Tsunamis, Vulkanausbrüchen und Hurrikans ausgesetzt sein können. Vergessen Sie nicht, dass ein Tsunami auch ohne Erdbeben entstehen kann – wie z. B. durch Hangrutschungen im Ozean oder dadurch, dass an Land ein Gebirgsteil ins Meer gleitet.

Erdbeben

Weltkarte der Erdbebengefährdung (www.seismo.ethz.ch/static/GSHAP)

Weltkarte der Erdbebengefährdung (www.seismo.ethz.ch/static/GSHAP). © GSHAP

Sollten Sie im Hotelzimmer ein Erdbeben verspüren, dann legen Sie sich neben Ihr Bett oder bei zwei Einzelbetten dazwischen. Das schützt Sie vor dem Herabfallen der Decke. Laufen Sie nicht aus dem Haus. Stiegenhäuser und Lifte sind die tödlichsten Fallen. In einem Restaurant gehen Sie unter dem Tisch in Deckung. Suchen Sie auch Schutz vor Fenstern. Diese können zerspringen und die Glassplitter können Sie verletzen. Daher wenden Sie Ihr Gesicht von den Fenstern ab. Dies gilt auch im Freien. Gehen Sie dann von der Gebäudefassade wenn möglich 5-10 m weg, damit sie nicht von herabfallenden Fassadenteilen und Glas verletzt werden.

In Europa kommen zwar nicht so starke Erdbeben vor wie im zirkumpazifischen Raum, aber dennoch sind die Auswirkungen manchmal fatal. Zu den Ländern, die davon betroffen sind, zählen Italien (Friaul, Apennin, Westseite von Kalabrien, Straße von Messina), Griechenland (Straße von Korinth), die Nordtürkei und Portugal. Im Atlantik fand 1755 ein Erdbeben statt, das Lissabon durch einen Tsunami zerstörte, und 1908 ereignete sich in Messina ein starkes Erdbeben, das auch einen Tsunami verursachte und zu zig-tausenden Todesopfern führte.

Der Norden von Algerien ist auch immer wieder Epizentrum stärkerer Erdbeben mit Tsunamis gewesen.

Große Schadensbeben in Europa: Messina - Italien 1908, Friaul –Italien 1976, Montenegro 1979, Lombardei – Italien 1987, Spitak – Armenien 1988, Peloponnes – Griechenland 1995

Große Schadensbeben in Europa: Messina - Italien 1908, Friaul –Italien 1976, Montenegro 1979, Lombardei – Italien 1987, Spitak – Armenien 1988, Peloponnes – Griechenland 1995 © EMS 98 Grünthal, G. (ed.) 1998. European Macroseismic Scale 1998 (EMS-98). Conseil de l'Europe, Cahiers du Centre Européen de Géodynamique et de Séismologie, Luxembourg, Volume 15, 99 pages.

Sehr starke Erdbeben, die mehrere Minuten andauern können, kommen an der Westküste von Südamerika, Mittelamerika, Kalifornien, Westküste von Kanada, Alaska, Japan, Philippinen, Neuseeland und Indonesien vor. Diese Erdbeben können auch Tsunamis verursachen.

 

Tsunami

Je größer die Magnitude eines Erdbebens, desto wahrscheinlicher löst dieses Erdbeben auch einen Tsunami aus. Der Grund hierfür ist das Ausmaß der vertikalen Bodenverschiebung infolge eines Erdbebens, dessen Epizentrum sich auf dem Meer befindet. Je stärker das Erdbeben, desto stärker auch die vertikale Bodenverschiebung und der daraus resultierende Tsunami. Davon sind vor allem die Küsten jener Länder betroffen, vor denen sich auch starke Erdbeben ereignen.

Das Phänomen, dass sich das Meer innerhalb weniger Minuten langsam zurückzieht, ist spätestens seit dem Tsunami in Sumatra, der Thailand ebenfalls mit katastrophalen Folgen erreichte, bekannt. Was weniger bekannt ist, ist der Umstand, dass ein scheinbares Aufschäumen des Meeres am Horizont durch das Brechen des hohen Wellenkamms zu beobachten ist. Dann bleiben nur wenige Minuten, um einen höher gelegenen Ort aufzusuchen. Falls es sich bei der Hotelanlage um eine Stahlbetonkonstruktion handelt, sollte man in ein möglichst hoch gelegenes Stockwerk flüchten. Mit der ersten Welle ist es meist noch nicht vorüber. Meist folgen im Abstand von 5-30 Minuten weitere Wellen, wobei die späteren Wellen größer sein können, wie dies auch in Sumatra 2004 der Fall war.

 

Was kann man vorher tun?

Tsunami-Fluchtweg in Vina de Mar in Chile.

Tsunami-Fluchtweg in Vina de Mar in Chile. © ZAMG Geophysik

Informieren Sie sich über Fluchtwege, höher gelegene Punkte (> 10 m) über dem normalen Flutniveau des Strandes. Das betrifft auch Flüsse in der Nähe von Flussmündungen in einen Ozean, wo das Wasser wegen der Kanalwirkung leicht überproportional hoch ansteigen kann.

Normalerweise fühlt man das Erdbeben, das zu einem Tsunami führt, durch eine minutenlanges leichtes (Epizentrum weit vor der Küste, Epizentrum > 100 km entfernt) oder starkes (Epizentrum nahe vor der Küste, Epizentrum < 100 km entfernt) Schaukeln.

Die weltweite Erdbebengefährdungskarte GSHAP findet sich unter http://www.seismo.ethz.ch/static/GSHAP/

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Historische Erdbeben
Holzschnitt aus der 'Weltchronik' von Hartmann Schedel, 1493. 'Und der Engel nahm das Rauchfaß und füllte es mit Feuer vom Altar und warf es auf die Erde, und Donner folgten, Getöse, Blitze und Beben.' Offenbarung 8,5 © ZAMG Geophysik Hammerl
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