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Für Österreich

Wie verhalte ich mich richtig vor, während und nach einem Erdbeben in Österreich?

Die Gebiete Österreichs, die regelmäßig von Erdbeben betroffen sind, können schon an Hand der Epizentrenverteilung der gefühlten Erdbeben (Intensität ≥ 3°) erkannt werden. Es ist deshalb in diesen Regionen wichtig, sich die folgenden Punkte vor Augen zu halten, um eventuelle Schäden durch Erdbeben zu verringern. Aus diesem Grund erstellte der Österreichische Erdbebendienst für Sie diesen nützlichen Verhaltensratgeber im Falle eine Erdbebens.

Epizentrenkarte der Beben Österreichs zwischen dem Jahre 1000 bis 2011. © ZAMG Geophysik

In der folgenden Abbildung sind alle Erdbeben auf Österreichischem Staatsgebiet dargestellt, die in Österreich von 1900 bis zum Jahre 2011 verspürt worden sind.  © ZAMG Geophysik

 

Vor einem Erdbeben in Österreich:

  • Die Baunorm ÖNORM EN 1998-1 (siehe untere Abbildung) beachten. Das Haus gut instand halten, vor allem stets für einen guten Bauzustand von Schornsteinen, Balustraden, Dachrinnen und dergleichen sorgen.
  • In der Wohnung schwere Möbel in der Wand gut verankern. Warmwasserspeicher gut befestigen. Über den Betten keine schweren Bilder oder Regale aufhängen.
  • Sichere Plätze in der Wohnung festlegen. Im Allgemeinen sind diese Plätze in der Nähe von tragenden Wänden im Inneren des Gebäudes, unter Türstöcken, allenfalls auch unter einem stabilen Tisch (Schutz vor herabfallenden Deckenteilen).
  • Sich mit der Umgebung vertraut machen. Die Lage des Hauptschalters für den elektrischen Strom und der Absperrventile für Gas und Wasser einprägen. Auch die Nachbarn darüber informieren.

Während eines Erdbebens in Österreich:

  • Im Haus weilende Personen sollen die schon früher ausgewählten Plätze aufsuchen und das Ende des Erdbebens abwarten. Die Nähe von Fenstern meiden. Nicht ins Freie laufen.
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  • Im Freien befindliche Personen sollen dort bleiben und einen Sicherheitsabstand zu Gebäuden und elektrischen Freileitungen einhalten, um nicht durch herabfallende Bauteile, wie Dachziegel, Schornsteine, Balustraden oder Leitungen gefährdet zu werden. Unter Sicherheitsabstand ist normalerweise fünf Meter zu verstehen. In engen Straßen, wie sie z. B. in Stadtzentren vorkommen, am besten den nächsten Hauseingang oder die nächste Hauseinfahrt aufsuchen.


Nach einem starken Erdbeben in Österreich:

  • Im Haus: Bauschäden überprüfen. Offene Feuer (Kamin, Kerzen etc.) löschen, den elektrischen Strom mit dem Hauptschalter ausschalten und die Haupthähne von Gas und Wasser schließen. Bei Einsturzgefahr das Haus mit Notgepäck umgehend verlassen.
  • Bei Schäden am Gebäude, insbesondere Kamin: Häuser und Wohnungen erst wieder betreten, wenn diese von Fachleuten als sicher bezeichnet wurden. Draußen Sicherheitsabstand zu Gebäuden einhalten, weil Nachbeben weitere Schäden verursachen können und Gebäudeteile herabstürzen können.
    Radio einschalten und Instruktionen über das weitere Verhalten abwarten.

 

Baunorm ÖNORM EN 1998-1

Erdbebengefährdungszonen von Österreich nach ÖNORM EN 1998-1.  © ZAMG Geophysik
Erdbebenzonen der Baunorm ÖNORM EN 1998-1. © ZAMG Geophysik

Das folgende Beispiel soll die Anwendung der neuen Zonenkarte und der Beschleunigungskarte, die der Norm beigelegt sind, illustrieren.

Wählen wir als Standort z. B. Kindberg im Mürztal, da in diesem Bereich schon mehrfach stärkere Erdbeben aufgetreten sind. Diese Hintergrundinformation ist zwar nicht aus der Norm erhebbar, sie bildet aber die Basis für die beiden abgebildeten Karten der Erdbebenzonen und der horizontalen 'effektiven' Bodenbeschleunigung. Der Standort zählt wegen der stärkeren Erdbeben in der Vergangenheit auch zu jener Erdbebenzone mit den höchsten 'Auflagen', nämlich Zone 4. Die zu berücksichtigende Bodenbeschleunigung beträgt dort 1,09 m/s² Auch dieser Wert ist aus der zweiten Landkarte (s. a. ÖNORM EN 1998-1) abzulesen. Ist also ein individuelles Gebäude, z. B. Familienhaus, zu bemessen, so wird die Berücksichtigung der Grundregeln erdbebensicheren Bauens laut ÖNORM EN 1998-1 empfohlen, die sich im Anhang der Norm finden.

Wo erhält man die ÖNORM EN 1998-1?
Die Norm ist vom Österreichischen Normungsinstitut (ON), Heinestr. 38, Postfach 130, A-1021 Wien zu beziehen.

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Holzschnitt aus der 'Weltchronik' von Hartmann Schedel, 1493. 'Und der Engel nahm das Rauchfaß und füllte es mit Feuer vom Altar und warf es auf die Erde, und Donner folgten, Getöse, Blitze und Beben.' Offenbarung 8,5 © ZAMG Geophysik Hammerl
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