Zusammenfassung

Schwereänderungen geben wesentliche Hinweise auf regionale geodynamische und tektonische Vorgänge. Allerdings werden die gravimetrischen Aufzeichnungen auch kontinuierlich durch hydrologische und atmosphärische Signale beeinflusst. Atmosphärischer Druck und Niederschlag sind zwei der stärksten Einflussgrößen auf die  zeitlichen Schwereänderungen. Daher ist es für die Interpretation von Messreihen der Gravitationsbeschleunigung unabdingbar, diese Effekte ausreichend genau modellieren zu können. Das Supraleitende Gravimeter GWR SG CT 025 des Conrad Observatoriums registriert neben der Schwere auch den Luftdruck im Messraum. Im Außenbereich wurden meteorologische Sensoren (Niederschlag, Temperatur, Feuchte, Wind) installiert.

METLIFT - Meteorologische Daten in schneereichen Gebieten

METLIFT - Prototyp einer beweglichen meteorologischen Messplattform für schneereiche Gebiete. © ZAMG Geophysik Blaumoser

Projektziele

Ziel des Projektes war die Qualitätskontrolle der vorhandenen meteorologischen Sensoren, die Entwicklung eines lokalen meteorologischen Messnetzes im Observatoriumsbereich, sowie die Einbindung von Wetterradar Informationen über den atmosphärischen Wassergehalt. Dadurch wird die Stützung von Modellen ermöglicht, mit denen die meteorologischen Effekte besser berechnet werden können. Im Fokus stehen Luftdruck und Niederschlag speziell in Form von Schnee.

Ergebnisse

Die genaue Erfassung meteorologischer Einflussgrößen und Entwicklung des umfassenden Modellierungsverfahrens stellt einen innovativen Schritt in der Gravimetrie dar, der die Aussagekraft gravimetrischer Daten bezüglich geodynamischer und geotektonischer Vorgänge erheblich zu steigern vermag. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen können der weiteren Reduktion des Sitenoise des Conrad Observatoriums  für alle Messverfahren dienen.

Das Projekt war ein weiterer Schritt zur Ausweitung und effizienten Nutzung des Conrad Observatoriums und seiner ausgezeichneten technischen Infrastruktur im Sinne eines exzellenten Forschungszentrums. Die Projektarbeiten trugen auch zu einer meteorologischen Nutzung des Observatoriums bei.

Das Conrad Observatorium im Winter. © ZAMG Geophysik Blaumoser

Das Conrad Observatorium im Winter 2010/11. © ZAMG Geophysik

Projektbeginn 03.2010
Projektende 02.2011
Projektteam
AnsprechpersonAbteilungEmailTelefon
BLAUMOSER Norbert Direktion+43(0)1 36026 2095
Projektpartner

In Kooperation mit der ZAMG stellte das Institut für Meteorologie und Geophysik der Universität Wien Wetterstationen zur Verfügung und Univ. Prof. Dr. Bruno Meurers, Institut für Meteorologie und Geophysik der Universität Wien,  übernahm die wissenschaftliche  Betreuung des gravimetrischen Parts des Projektes.

Finanzierung

bmwf - Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung

Publikationen

Meurers, B., Blaumoser, N., Göschke, M., Haden S., Melichar P., 2001: Das supraleitende Gravimeter in Wien - ein Beitrag zur modernen geodynamischen Forschung. In: Hammerl, Ch., Lenhardt, W., Steinacker R., Steinhauser, P., (eds.), 2001: Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik 1851 - 2001, Meteorologie und Geophysik in Österreich, 608 - 618.

Website http://www.conrad-observatory.at/cmsjoomla/de/
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Angewandte Geophysik

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Historische Erdbeben
Holzschnitt aus der 'Weltchronik' von Hartmann Schedel, 1493. 'Und der Engel nahm das Rauchfaß und füllte es mit Feuer vom Altar und warf es auf die Erde, und Donner folgten, Getöse, Blitze und Beben.' Offenbarung 8,5 © ZAMG Geophysik Hammerl
Magnetik
Willkommen bei der Magnetik der geophysikalischen Abteilung der ZAMG. © ZAMG Geophysik
Conrad Observatorium
Willkommen am Conrad Observatorium. © Gerhard Ramsebner