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DUSTFALL

Zusammenfassung

Partikuläre Luftinhaltsstoffe (engl. Particulate Matter, PM), auch als Feinstaub bezeichnet, haben einen wesentlichen Einfluss auf den Strahlungshaushalt, Wolkenprozesse, die Sichtweite, aber auch auf die Luftqualität und somit auf die Gesundheit. Da Feinstaubpartikel besonders klein sind, können sie bis tief in die Lunge vordringen und zu Atemwegserkrankungen, Herz- Kreislaufbeschwerden und sogar zum Tode führen. Aus diesem Grund wurden in vielen Ländern, unter anderem auch für die EU und Österreich, Luftreinhaltungsgesetze beschlossen, worin Grenzwerte für die Feinstaubbelastung festgeschrieben sind.

PM in der Luft hat in urbanen Regionen meist anthropogenen Ursprung (Straßenverkehr, Verbrennung fossiler und biogener Brennstoffe, Industrieabgase). Global gesehen, stammt PM jedoch zum Großteil aus natürlichen Mineralstaubquellen, hauptsächlich aus der Sahara. Dieser Saharastaub wird in periodischen Abständen mit der synoptischen Strömung über tausende Kilometer transportiert, oftmals bis nach Österreich. So kann ein starker Anstieg der Feinstaubkonzentrationen fernab der Herkunftsregion, oft sogar mit Überschreitung der festgesetzten Grenzwerte zur Luftreinhaltung, verursacht werden.

Aufgrund der Auswirkungen von PM auf die Luftqualität gewinnt deren Vorhersage immer mehr an Bedeutung um die Bevölkerung vor möglichen Grenzwertüberschreitungen zu warnen und um Maßnahmen rechtzeitig setzten zu können. Dazu rechnet die ZAMG zweimal täglich Vorhersagen für die Saharastaubkonzentration in der Atmosphäre und für die bodennahe Feinstaubkonzentration und veröffentlicht diese auf der Homepage. Basierend darauf wird die Luftqualität für den aktuellen und den nächsten Tag als „Common Air Quality Index (CAQI)“ berechnet und ebenfalls der Öffentlichkeit auf der Homepage zur Verfügung gestellt. Modellvorhersagen zur Feinstaubkonzentration unterschätzen aber meist die tatsächlich eintretenden Konzentrationen. Daher gilt es Modelle regelmäßig zu evaluieren und gegebenenfalls zu korrigieren.

Projektziele
  • Erfassung und Quantifizierung der Intensität von Saharastaubereignissen (engl. Sahra dust events, SDEs) am Sonnblickobservatorium (SBO)
  • Verifikation der on-line Erfassung von SDEs am SBO
  • Vergleich der Intensität von SDEs am SBO mit den Ergebnissen von österreichischen Hintergrundmessstellen zum besseren Verständnis der Transportprozesse
  • Vergleich der Messungen während ausgewählter SDEs, basierend auf der chemischen Zusammensetzung der Staubproben sowie aufgrund der vorherrschenden Meteorologie
  • Evaluierung der WRFchem Vorhersagen der Feinstaubkonzentrationen in Bodennähe während ausgewählter SDEs und deren Einfluss auf die Vorhersage des CAQI
  • Evaluierung der WRFchem Vorhersage der Saharastaubkonzentration innerhalb der gesamten Luftsäule mittels spektralen UV-Messungen und der daraus berechnete Aerosol Optical Depth (AOD)
Ergebnisse

Ausgehend von oben genannten Zielen wird eine Verbesserung der Erfassung von Saharastaubereignissen sowie eine Verbesserung des Verständnisses des Ferntransportes und der Deposition von Saharastaub angestrebt. Dies ermöglicht in weiterer Folge eine Verbesserung der Modellrechnungen und somit eine Verbesserung der Vorhersage der Feinstaubkonzentration und des Common Air Quality Index (CAQI) während Saharastaubereignissen.

Projektbeginn 07.2015
Projektende 07.2018
Projektteam
AnsprechpersonAbteilungEmailTelefon
GREILINGER Marion Mag.Klimafolgen+43(0)1 36026 2232
Projektpartner
  • Technische Universität Wien
  • Umweltbundesamt
  • Universität für Bodenkultur
  • Aerosol d.o.o.
Finanzierung

Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG)

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