Forschungen am COBS

Zusammenfassung

Conrad Observatorium am Trafelberg. © Gerhard Ramsebner

Conrad Observatorium am Trafelberg. © Gerhard Ramsebner

Das Conrad Observatorium befindet sich ca. 50 km südwestlich von Wien in einem Naturschutzgebiet der Bundesforste auf dem "Trafelberg" in Niederösterreich auf einer Seehöhe von etwa 1000 m.

Die Abgeschiedenheit des Standortes eignet sich für spezielle Untersuchungen und Langzeitbeobachtungen der Umwelt - Forschungsvorhaben, die in Zukunft im zunehmenden Maße an Bedeutung gewinnen werden.

Es handelt sich bei dieser Forschungseinrichtung um das einzige Observatorium dieser Art in der Alpenregion. Der Standort zeichnet sich durch eine extrem niedrige Bodenunruhe aus, denn dieser ist fernab von industriellen sowie menschlichen Erschütterungseinflüssen.

Dazu trägt auch der Umstand bei, dass sich das Observatorium gänzlich unter Tage befindet, wodurch Störungen dieser Art nochmals reduziert werden. Die über das Jahr fast konstante Temperatur im Messstollen und in den Bohrlöchern des Observatoriums trägt ihrerseits zur hohen Qualität der Messungen bei. Da die Forschungsanlage ohne Ventilation auskommt, gibt es auch keine damit verbundenen lokalen Erschütterungen, die die Messungen nachteilig beeinflussen würden.

Seismologische Beobachtungen geringer Bodenbewegungen hängen sehr stark von der Qualität der Messgeräte ab, und deshalb kommt dem Vergleich verschiedener Messanlagen heute eine große Bedeutung zu.

Das Observatorium dient daher derzeit zur


unter kontrollierten Bedingungen. Insbesondere der letzte Punkt ist für Langzeitbeobachtungen der Erdkruste äußerst wichtig, da solche Messreihen extrem zuverlässige Messerfassungssysteme während der gesamten Beobachtungszeit erfordern.

Zusätzlich können die Bodenbewegungen in Bohrlöchern und auf verschiedenen Messsockeln registriert und verglichen werden, womit Systeme verbessert werden können. Durch die Online - Anbindung mit anderen Institutionen können international Entwicklungsarbeiten durchgeführt werden.

Die CTBTO - Comprehensive Test Ban Treaty Organization in Wien - verwendet bereits das Conrad Observatorium, sowohl für Tests und Experimente, als auch für die Ausbildung der Stationsbetreuer und Stationsbetreuerinnen des "International Monitoring System" (IMS) in Verbindung mit der "Global Communication Infrastructure" (GCI System)

Eine weitere geophysikalische Disziplin stellt die Gravimetrie dar.

Veränderungen des Schwerefeldes der Erde durch Gezeitenkräfte und geodynamische Prozesse können mit hochgenauen Messgeräten erfasst werden. Eines dieser Geräte - ein supraleitendes Gravimeter GWR C025, von dem weltweit nur 25 existieren - wird von der Abteilung Geophysik der ZAMG gemeinsam mit dem Institut für Meteorologie und Geophysik der Universität Wien für diese Zwecke genutzt. Die derzeitigen Messergebnisse werden bereits im "Global Geodynamical Project" (GGP) genutzt. Zusätzlich werden auch meteorologische Einflüsse wie Regenwolken, Bodenfeuchtigkeit und Höhenänderungen erfasst.

 

Messstollen

Das derzeitige Observatorium umfasst einen 150 m langen Messstollen, der mit mehreren Sockeln ausgerüstet ist, vier Bohrlöcher, von denen drei 100 m tief sind und ein 50 m tiefes Bohrloch, sowie Laborräume, ein Büro, Küche, WC und einen Waschraum. Ein VSAT- System dient zur Datenübermittlung via Satellit zum International Data Centre (IDC) der CTBTO, und ein GPS-System sorgt für eine genaue Zeiterfassung.

Durch die Kombination seismischer, gravimetrischer und geomagnetischer Beobachtungen stellt das Conrad Observatorium bei Wien ein einzigartiges Laboratorium für nationale und internationale Forschungsvorhaben in Österreich dar.

Um die Erfassung der Messreihen nicht zu stören, ist das Observatorium nicht öffentlich zugänglich.

Projektziele

Erfassung vieler geophysikalischer Parameter mit höchster Genauigkeit, Labor für nationale und internationale Geräteentwicklung, Tests und Kalibriermessungen auf mehreren Messsockeln und in Bohrlöchern sowie Durchführung von  Forschungsprojekten - alles fernab jeglicher industriellen Einflüsse.

Projektbeginn 05.2002
Projektteam
AnsprechpersonAbteilungEmailTelefon
LEONHARDT Roman Mag. Dr.Conrad Observatorium+43(0)1 36026 2507
Website http://www.conrad-observatory.at