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27.04.2012

Mit 1. Mai startet Hitzeschutzplan für Steiermark

Die Zahl der Sommertage (wärmer als 25 Grad) und Hitzetage (wärmer als 30 Grad) ist in den letzten Jahren stark gestiegen, zum Teil hat sie sich sogar verdoppelt. Albert Sudy, von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG): „In den letzten zehn Jahren haben wir in Graz pro Jahr im Mittel 72 Sommertage und 17 Hitzetage erlebt. Im Zeitraum 1971 bis 2000 waren es dagegen im Mittel nur 52 Sommertage und sieben Hitzetage pro Jahr. In Aigen im Ennstal waren es in den letzten zehn Jahren im Mittel 47 Sommertage und 9 Hitzetage, im Zeitraum 1971 bis 2000 dagegen nur 38 Sommertage und vier Hitzetage pro Jahr“.

Da Hitzewellen speziell für ältere und kranke Menschen eine starke, oft sogar lebensbedrohliche Belastung darstellen, hat die Landessanitätsdirektion der Steiermark gemeinsam mit der ZAMG Steiermark einen Hitzeschutzplan ausgearbeitet. Er tritt ab 1. Mai in Kraft.

Hitzeschutzplan startet mit 1. Mai

Steht eine Hitzewelle bevor (definiert als zumindest drei Tage in Folge mit sehr hoher Wärmebelastung), schicken die Meteorologen der ZAMG regionale Hitzewarnungen an die von der Landessanitätsdirektion definierten Bedarfsträger. Das sind vor allem Altersheime, Krankenhäuser, Kinderbetreuungsstätten, mobile Dienste sowie Freiwilligen- und Blaulichtorganisationen.

Dieser Informationsvorsprung soll helfen, dass sich die Einrichtungen noch besser und noch früher in ihrer Planung und Organisation auf die zusätzlichen Anforderungen einstellen können.

Wie wichtig das Thema Hitzebelastung ist, zeigen internationale Studien. Alleine die Hitzewelle im Sommer 2003 wird europaweit mit rund 70.000 Todesfällen in Zusammenhang gebracht.

Hochauflösende Computermodelle für regionale Spezialprognosen

Dass Hitzewellen immer besser und vor allem auch regionaler vorhergesagt werden können, liegt besonders an den immer genaueren Prognosemodellen. Albert Sudy von der ZAMG: „Besonders in einem geografisch so unterschiedlichem Gebiet wie der Steiermark brauchen wir für Hitzewarnungen sehr hochaufgelöste Berechnungen von Temperatur und Luftfeuchte. Wir sind an der ZAMG in der glücklichen Lage, mit den besten Modellen zu arbeiten. Lag die räumliche Modellauflösung vor kurzer Zeit noch bei zehn Kilometer, sind es jetzt fünf Kilometer, und ab dem nächsten Jahr schon bei zwei Kilometer. Das sind für unsere Prognosen wirklich Meilensteine“.

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Hitzeschutzplan Landessanitätsdirektion Steiermark

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