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23.05.2017

Klimaschutz als Chance für wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung

Klimaschutz als Chance für wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung

©CCCA

Forscherinnen und Forscher des Climate Change Centre Austria (CCCA) appellierten am 18. Österreichischen Klimatag an die Politik, die notwendigen Maßnahmen zum Klimaschutz auch als langfristige Chance für die Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsplätzen in Österreich zu nutzen.

Das Klima ändert sich, weltweit und in Österreich, mit gravierenden Folgen. Alleine in den letzten Jahren erlebten wir zahlreiche neue Rekorde - so sind die wärmsten Jahre in Österreichs 250-jähriger Messgeschichte 2014, 2015, 1994, 2016, 2007. Weltweit brachten die Jahre 2015 und 2016 neue historische Höchstwerte von Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre sowie neue Wärmerekorde, einen stetig steigenden Meeresspiegel und eine Verschlimmerung von Extremwetterlagen (wie die derzeitige Dürre am Horn von Afrika zeigt).

Klimaschutz als Chance für eine zukunftsfähige Wirtschafts- und Lebensweise

Der Vorstand des Österreichischen Forschungsnetzwerks Climate Change Centre Austria (CCCA) wies in einer Aussendung am Dienstag auf den wissenschaftlich gesicherten Zusammenhang zwischen der weltweit steigenden Konzentration von Treibhausgasen, der Klimaerwärmung und ihrer vielfältigen Auswirkungen hin, und appellierten an die Politik, rasch, für Österreich langfristig wichtige, Entscheidungen zu treffen. „Klimaschutz und wirtschaftlicher Fortschritt schließen einander nicht aus, ganz im Gegenteil“, sagt CCCA-Obmann Gerhard Wotawa, „es geht nicht nur darum, dass Österreich seine internationale Verantwortung als Partner des Pariser Klimaschutzabkommens einhält, es geht auch darum, früh die vielfältigen Chancen zu nutzen, die sich daraus für ein wirtschaftlich hoch entwickeltes Land wie Österreich ergeben. Ein sektorenübergreifendes, koordiniertes Vorgehen ist für eine seriöse Transformation zu einem klimaneutralen Gesellschaftssystem unerlässlich. Im Zusammenhang mit Klimaschutz und Anpassung werden in den nächsten Jahren neue Wirtschaftszweige und viele neue Arbeitsplätze entstehen. Sorgen wir dafür, dass diese in Österreich entstehen!“

Österreich kann ein Vorreiter im Klimaschutz werden

Schnelle politische Entscheidungen, basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, sind notwendig um eine klima-nachhaltige Zukunft für Österreich zu ermöglichen. Die bisher von Österreich beschlossenen Maßnahmen decken den notwendigen und erwarteten Beitrag zur Erreichung des globalen 2°C-Ziels, oder gar des 1,5°C Ziels, nicht ab.

Institutionelle, Wirtschafts-, Sozial- und Wissensbarrieren bremsen den Fortschritt in puncto Klimaschutz und Klimawandelanpassung. Eine integrativ-konstruktive Klimapolitik kann auch zur Bewältigung anderer aktueller Herausforderungen beitragen – weswegen die VertreterInnen der Klimaforschung an die Politik und alle Parteien appellieren, die Problematik des Klimawandels politisch außer Streit zu stellen. Es ist ein zentrales Anliegen der Klima-Community, gemeinsam mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft konsequent an der notwendigen Transformation zu arbeiten!

Österreichs Wissenschaft liefert Basis für Politik und Wirtschaft

Die österreichischen Forschungseinrichtungen spielen in dieser Entwicklung eine wichtige Rolle, sagte Wotawa: „Wir sehen die Kernaufgaben des Climate Change Centre Austria darin, die gesicherten Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung zusammenzufassen und für Fragen der Bevölkerung und EntscheidungsträgerInnen aufzubereiten. Das CCCA hat in den letzten Jahren mit Nachdruck neue Foren des Austausches zwischen Wissenschaft und Gesellschaft erarbeitet.“

Das CCCA hat beispielsweise den „Österreichischen Sachstandsbericht Klimawandel“ erstellt, die bisher umfassendste Sammlung wissenschaftlicher Fakten zum Thema Klimawandel in Österreich. Weiters wurde das CCCA-Datenzentrum eingerichtet, eine frei zugängliche Plattform mit hochwertigen Forschungsdaten. Das Servicezentrum bringt WissenschaftlerInnen, EntscheidungsträgerInnen in Verwaltung und Wirtschaft, sowie die Zivilgesellschaft zusammen. Vor kurzem wurde mit dem „Science Plan“ außerdem eine Leitlinie für die heimische Klimaforschung entwickelt, unterteilt in die fünf Themenfelder „Klimawandel, Einflussfaktoren und Ausprägung“, „Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft“, „Anpassung“, „Mitigation/Abschwächen“ und „Gesellschaftliche Transformationsprozesse“, die auch den Forschungsförderungseinrichtungen Orientierung bieten soll.

Appell: Arbeiten wir gemeinsam für unsere Zukunft

Helga Kromp-Kolb, Klimaforscherin an der BOKU und Mitbegründerin des CCCA: „Es ist dem CCCA ein Anliegen, mit den Expertisen seiner Mitglieder noch intensiver den Dialog zwischen Wissenschaft, EntscheidungsträgerInnen und Gesellschaft zu unterstützen. Das Ziel muss sein, gemeinsam Handlungsoptionen zu entwickeln - Optionen, die aus der größten Herausforderung der die Gesellschaft in den nächsten Jahrzehnten begegnen muss - der Frage wie man unseren Planeten als lebenswerten Lebensraum für alle Menschen erhalten kann – eine Entwicklungschance für ein nachhaltigeres Österreich werden lassen.“

Das Forschungsnetzwerk Climate Change Centre Austria

Der Verein Climate Change Centre Austria (CCCA) ist das Netzwerk aller in Österreich relevanten Institutionen aus dem Bereich Klimaforschung. Das Ziel ist, die Forschung im Themenbereich Klima sowie einen nachhaltigen Klimadialog zu fördern. Das CCCA dient dabei als Anlaufstelle für Forschung, Politik, Medien und Öffentlichkeit für alle Fragen der Klimaforschung in Österreich.

Web-Link

www.ccca.ac.at

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