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13.12.2016

Fortbildung der Lawinenwarndienste und Neuerung beim Lawinenlagebericht

Fortbildung der Lawinenwarndienste und Neuerung beim Lawinenlagebericht

©ZAMG/Studeregger

Von 13. bis 16. Dezember 2016 findet auf der Turracher Höhe eine Fortbildung für 60 Verantwortliche von Lawinenwarndiensten und regionalen Lawinenkommissionen statt, organisiert von der ZAMG und den Ländern Steiermark, Niederösterreich und Kärnten. In Theorie und Praxis werden unter anderem die Beurteilung der Lawinengefahr, das Suchen und Bergen von Verschütteten und Einsätze mit dem Hubschrauber behandelt.

Die Lawinenwarndienste Steiermark, Niederösterreich und Kärnten starten mit einigen Neuerungen in die Wintersaison 2016/17. Zum Beispiel wird der tägliche Lawinenlagebericht bereits am Vortag ausgegeben, sagt Lawinenexperte Arno Studeregger von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG): „Der aktuelle Lawinenlagebericht wird nicht mehr erst in der Früh veröffentlicht, sondern bereits am Vortag bis spätestens 18 Uhr. So erhalten die Tourengeher mehr Zeit für eine gute Planung ihrer Schitour. Diese Umstellung entspricht auch einem Wunsch der alpinen Vereine und des Bergführerverbands."

Fortbildung mit 60 Teilnehmern und 20 Ausbildern

Die ZAMG betreibt im Auftrag der jeweiligen Länder die Lawinenwarndienste für die Steiermark, für Niederösterreich und für die Niederösterreichischen Landesbahnen (NÖVOG). Mit den anderen Lawinenwarndiensten Österreichs besteht eine enge Zusammenarbeit in den Bereichen Wetterdaten, Vorhersagen und Warnungen.

Diese Woche (13.-16.12.2016) führt die ZAMG in Zusammenarbeit mit den Ländern Steiermark, Niederösterreich und Kärnten eine Fortbildung für Verantwortliche von Lawinenwarndiensten und regionalen Lawinenkommissionen durch. 60 Teilnehmer und 20 Ausbilder kommen an der steirisch-kärntnerischen Grenze auf der Turracher Höhe zusammen, um die neuesten Erkenntnisse der Lawinenkunde auszutauschen und in Theorie und Praxis zu erproben.

Übungen im Gelände und Sperren von Straßen

„Speziell das Üben im Gelände ist uns sehr wichtig", sagt Mitorganisator Studeregger, „so können mögliche Probleme oder Unsicherheiten schnell erkannt und behandelt werden, damit im Ernstfall alle Abläufe optimal funktionieren. Wir üben unter anderem die effiziente und schnelle Suche von Verschütteten und den sicheren Umgang mit Hubschraubern, wie zum Beispiel das richtige Einweisen und das Einsteigen bei laufenden Rotoren. Außerdem spielen wir am Beispiel der Turracher Straße das Sperren und Öffnen eines wichtigen Verkehrswegs bei Lawinengefahr durch. Der theoretische Teil behandelt unter anderem, wie man aus der Vielzahl an Wetter- und Schneedaten zu einer fundierten Beurteilung der Lawinengefahr kommt und wir schulen heuer erstmals die Teilnehmer auch für den Umgang mit Medien, um die Lawineninformationen bestmöglich zu kommunizieren."

ALARM: Forschungsprojekt zu Lawinen-Risikomanagement geht zu Ende

Weiters werden im Rahmen der Lawinenfortbildung die ersten Ergebnisse des Projekts ALARM behandelt, das Ende Dezember nach zwei Jahren Laufzeit zu Ende geht. Das Ziel von ALARM ist, das Risikomanagement im Bereich Lawinen weiter zu verbessern. Unter anderem wurden Daten zu Schneehöhe, Schneedeckenaufbau, Schneeverfrachtung und regionalem Gelände in Computermodellen kombiniert, um eine mögliche Lawinengefahr zu berechnen. Dazu gehören zum Beispiel die Fragen, ob die Schneemenge in einem Hang das Potenzial für eine Lawine hat, wie weit diese Lawine ins Tal vordringen kann und welche Auswirkungen dadurch möglich sind. Die Testregionen im Projekt ALARM lagen auf der Planneralm (ST), der Nordkette (T) und dem Dobratsch (K). ALARM ist eine Kooperation von ZAMG, FH Joanneum, Universität Graz (Institut für Geographie) sowie der der Stabstelle Schnee und Lawinen in Innsbruck bei der Wildbach- und Lawinenverbauung.

Wann kommt der Winter?

Für den richtigen Start in den Schitourenwinter fehlt nur noch ein nachhaltiger Wintereinbruch. Der ist allerdings noch nicht in Sicht, sagt ZAMG-Experte Alexander Podesser: „Die Kaltfront zum Wochenbeginn hat wie erwartet nicht allzu viel Neuschnee gebracht. So hat es an der Nordseite der Alpen größtenteils um die 10 Zentimeter geschneit. Direkt im sogenannten Nordstau sind es auf den Bergen auch stellenweise 20 bis 50 Zentimeter Neuschnee, wie von den Loferer Steinbergen über den Dachstein und die Eisenwurzen bis zum Mostviertel. Am Mittwoch schneit es nochmals ein wenig und danach sieht es momentan für einige Tage nach stabilem Hochdruckwetter aus mit viel Sonnenschein auf den Bergen."

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Analyse der Schneedecke zur Bestimmung der Lawinengefahr: Von 13. bis 16. Dezember 2016 findet auf der Turracher Höhe eine Fortbildung für 60 Verantwortliche von Lawinenwarndiensten und regionalen Lawinenkommissionen statt, organisiert von der ZAMG und den Ländern Steiermark, Niederösterreich und Kärnten. Quelle ZAMG. –>Link zum Bild in Originalgröße

Einweise und Bergen mit dem Hubschrauber: Von 13. bis 16. Dezember 2016 findet auf der Turracher Höhe eine Fortbildung für 60 Verantwortliche von Lawinenwarndiensten und regionalen Lawinenkommissionen statt, organisiert von der ZAMG und den Ländern Steiermark, Niederösterreich und Kärnten. Quelle ZAMG/Studeregger. –>Link zum Bild in Originalgröße

Graben eines Schneeprofils zur Bestimmung der Lawinengefahr: Von 13. bis 16. Dezember 2016 findet auf der Turracher Höhe eine Fortbildung für 60 Verantwortliche von Lawinenwarndiensten und regionalen Lawinenkommissionen statt, organisiert von der ZAMG und den Ländern Steiermark, Niederösterreich und Kärnten. Quelle ZAMG/Studeregger.–>Link zum Bild in Originalgröße

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Web-Links

Portal der Lawinenwarndienste: www.lawinen.at

Projekt ALARM: www.lawinenrisikomanagement.at

ZAMG Wettervorhersage: www.zamg.at/prognose

ZAMG Warnungen Österreich: www.zamg.at/warnungen

Warnungen Europa: www.meteoalarm.eu

ZAMG allgemein: www.zamg.at und www.facebook.com/zamg.at

Die ZAMG ist eine
Forschungseinrichtung des
Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft
© Zentralanstalt für
Meteorologie und Geodynamik
1190 Wien, Hohe Warte 38
Telefon: +43 1 36 0 26
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