„Heftige Gewitter beendeten im Laufe des Wochenendes die Hitzewelle in Österreich“, analysiert Gerhard Hohenwarter von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).
Abbruch der Eröffnung des LifeballsBereits zu Mittag ging am Samstag auch über Wien ein erstes Gewitter nieder, die richtige Gewitterfront erreichte die Bundeshauptstadt dann aber erst am Abend genau zur Eröffnung des Lifeballs. „ Blitz und Donner machten einen Abbruch der Eröffnung notwendig“, berichtet ZAMG Meteorologe Christian Ortner, welcher in der Nacht auf Sonntag für die Wetterwarnungen zuständig war. „Gott Sei Dank gingen mit den Gewittern aufgrund des großen Feuchteangebots aber keine extremen Sturmböen einher“, analysiert Ortner das Wettergeschehen von Samstagabend.
Während beim Life-Ball außer ein paar nassen Ballgästen keine Schäden auftraten, sorgten die Gewitter besonders in Tirol und der Steiermark für Murenabgänge und Überschwemmungen.
Starkregen, Hagelschlag und heftige GewitterBereits Donnerstagabend entluden sich in der extrem heißen Luft zahlreiche schwere Gewitter, wobei der Schwerpunkt im Mur- und Lavanttal lag. Hagelschlag und Starkregen ließen Bäche innerhalb kurzer Zeit massiv anschwellen und über die Ufer treten. Damit war die Hitzewelle aber noch nicht gebrochen. Am Freitag wurden in Österreich nochmals verbreitet über 30°C gemessen. Im Laufe des Samstag kam es besonders zwischen Vorarlberg und Niederösterreich zu teils heftigen Gewittern. An den ZAMG Messstation in Kalwang (ST) fielen 94 Liter/m², in Puchberg am Schneeberg (NÖ) waren es immerhin 82 Liter/m². Nach Analysen der ZAMG- Klimatologen lag der Schwerpunkt der Niederschläge aber in Tirol. Zwischen Paznaun und Pitztal oder in den Kitzbühler Alpen fielen stellenweise über 100 Liter/m².
Weiter kein Regen im Klagenfurter BeckenDie Unwetter vom Wochenende machten einen Bogen um den Kärntner Zentralraum und lassen die Bauern somit weiter vergeblich auf ergiebige Niederschläge warten. Seit Wochen hat es im Süden kaum einen Tropfen geregnet und gleichzeitig sorgte die Hitzewelle über Tage hinweg für ausgesprochen heißes Wetter. So wurde auch am Samstag mit 36,3°C in Ferlach (K) der Höchstwert dieser Hitzewelle eingestellt. „Statt flächendeckender Niederschläge zeichnet sich jedoch die nächste hochsommerliche Wetterlage mit Temperaturen über 30°C ab“, prognostiziert Paul Rainer Meteorologe an der Kundenservicestelle in Klagenfurt. Ein neuerlicher Anstieg der Waldbrandgefahr und eine Verschärfung der Trockenheit seinen aus diesem Grund laut Rainer leider zu befürchten.