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14.07.2010

Subtropische Warmluft in Mitteleuropa

„ Bereits seit Tagen gelangt subtropische Warmluft aus Nordafrika nach Mitteleuropa.“, berichtet der Meteorologe Harald Seidl von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

Im Wesentlichen gelangt diese Warmluft durch einen markanten Hochdruckkeil, der wiederholt vom Subtropenhochdruckgürtel von Nordafrika ausgehend über das Mittelmeer bis nach Finnland vorstößt, zu uns. An dieser hochsommerlichen Großwetterlage ändert sich vorerst wenig. Einzelne Labilitätszonen, die die Bezeichnung Kaltfrontausläufer kaum noch verdienen, streifen Österreich am Donnerstag, am ehesten im Westen und äußersten Norden. Dann schießen vor allem in der zweiten Tageshälfte einige Haufenwolken in die Höhe und entladen sich örtlich in Form von einzelnen, teilweise auch sehr heftigen Wärmegewittern. Die gegenwärtige Hitzewelle steuert kommenden Freitag einem neuen Höhepunkt entgegen. Die meisten Vorhersagemodelle berechnen für den burgenländischen Seewinkel, also die Landschaft im Osten des Neusiedler Sees Spitzentemperaturen zwischen 36 und 38 Grad, dies sind rekordnahe Werte.

Die höchsten jemals in Österreich gemessenen Temperaturen liegen übrigens bei 39,7°C am 27.7.1983 in Dellach im Drautal (K) und 39,5°C am 20.7.2007 in Andau (B). Diese Werte dürften auch in den kommenden Tagen außer Reichweite bleiben.

Schwülegrenze wird voraussichtlich im laufe der Woche überschritten

In der zweiten Wochenhälfte wird die Luftfeuchtigkeit voraussichtlich die Schwülegrenze deutlich überschreiten. Kreislaufempfindliche und ältere Menschen sollten sich unbedingt schonen, während der Nacht (und nicht tagsüber) für eine besonders ausgiebige Durchlüftung der Wohnräume sorgen und auch oft und ausreichend antialkoholische Getränke zu sich nehmen. Ein Ende der Hitzewelle wird frühestens ab Sonntag erwartet. Dann besteht leider auch erhöhtes Unwetterrisiko, denn kräftige  Gewitterzellen können mit Sturmböen und punktuell auch mit Hagelschlag einhergehen.

Dienstag- Seibersdorf einer der heißesten Punkte Europas

Mit 35,7°C in Seibersdorf zählte der niederösterreichische Ort am Dienstag zu den heißesten Punkten Europas. Nur auf Sizilien, in Griechenland oder Spanien war es noch heißer! Von Tirol bis ins Nordburgenland wurde in Österreich neuerliche die 30°C- Marke überschritten, nur in Vorarlberg blieb es mit Werten zwischen 25 und 29°C verhältnismäßig kühl.

Im Laufe des Nachmittags kam es wiederum zu heftigen Gewittern, wobei dieses Mal die Region von der Pack bis zum Wechsel am stärksten betroffen war. Punktuell sorgten Starkregen und Hagelschlag für kleinräumige Überflutungen. In weiten Teilen des Landes blieb es aber gestern neuerlich trocken, wodurch sich in manchen Gebieten die Trockenheit weiter verschärfte.

Ozonkonzentration nimmt zu

Die andauernde Hitze führt nun auch zu einem weiteren Problemen, weiß ZAMG Meteorologe Marcus Hirtl: „Der ungetrübte Sonnenschein fördert die Bildung von bodennahem Ozon. Bereits in den letzten Tagen wurde in Österreich wiederholt die Informationsschwelle überschritten.“ Ab einer Ozonkonzentration von 180µg/m³ muss die Bevölkerung von den Ämtern der Bundesländer informiert werden, die Alarmschwelle liegt bei 240µg/m³. „Die ZAMG führt tägliche Berechnung zur bodennahen Ozonkonzentration durch“, berichtet Hirtl und diese zeigen laut dem Meteorologen einen ganz klaren Trend nach oben. „Wenig Wind, viel Sonnenschein und die heißen Temperaturen lassen bis zum Wochenende hin besonders in Niederösterreich, Wien und dem Burgenland die Ozonkonzentration nahe der Alarmschwelle ansteigen.“

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