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23.11.2009

Neues Ludwig Boltzmann Institut f. Archäolog. Prospektion u. Virtuelle Archäologie

Nach der Ausschreibung 2008 zur Gründung neuer Ludwig Boltzmann Institute (LBI) waren insgesamt 47 Anträge im Jänner 2009 bei der Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) eingegangen. Davon wurden nach Begutachtung von internationalen ExpertInnen zehn KandidatInnen eingeladen, Langanträge ihrer Konzepte auszuarbeiten, die von einer Fachjury begutachtet wurden. Derzeit kann die LBG insgesamt 18 Millionen Euro für drei LBIs mit siebenjähriger Laufzeit aufbringen. Neu gegründet werden ein LBI für Lungengefäßforschung in Graz, ein LBI für Neulateinische Studien in Innsbruck und ein neues LBI für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie mit Standort an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik und der Universität Wien.

Ziel des neuen Ludwig Boltzmann Instituts für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie ist die Durchführung von interdisziplinären Forschungsprogrammen zur Entwicklung großflächig und effizient anwendbarer Methoden und Techniken für die zerstörungsfreie Auffindung, Dokumentation, Visualisierung und Interpretation des archäologischen kulturellen Erbes.

"Die zerstörungsfreie Dokumentation des archäologischen Erbes im Boden ist eine der größten denkmalpflegerischen Herausforderungen unserer Zeit und kann durch den Einsatz modernster Prospektionstechnologie bewerkstelligt werden. Dazu ist ein großflächiger und kombinierter Einsatz von flugzeuggetragenen Scannern aus der Luft und neuen Magnetometer- und Radarsystemen am Boden notwendig, welche sowohl das Gelände wie auch die Spuren der im Boden verborgenen archäologischen Fundstellen mit Zentimeter Genauigkeit erfassen und nach Jahrtausenden am Computerbildschirm wieder sichtbar machen. Die LBG bietet uns die hervorragende Möglichkeit, die dazu notwendige Grundlagenforschung und die technologische Entwicklung voranzutreiben um damit ganze archäologische Landschaften quadratkilometerweise zu erkunden.", so der künftige Leiter, Archäologe Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Wolfgang Neubauer.

Die geplanten technologischen als auch die methodologische Entwicklungen des neuen LBI werden jedoch nicht nur am Schreibtisch und im Labor entstehen, sondern sind direkt verbunden mit einer Reihe von großflächigen Feldstudien in Niederösterreich, Großbritannien, Schweden, Deutschland und Norwegen; darunter die Landschaften um die zum Weltkulturerbe zählenden Fundstellen Stonehenge oder die wikingerzeitliche Stadt Birka bei Stockholm.

Das internationale Partnerkonsortium des LBI mit Standort Wien sind die Universität Wien, die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik ZAMG, die Technische Universität Wien, das Amt der NÖ. Landesregierung, das Römisch-Germanische Zentralmuseum in Mainz, die University of Birmingham (VISTA), das Riksantikvarieämbetet (RAÄ) – das Schwedische Denkmalamt und das Norsk institutt for kulturminneforskning NIKU – das Norwegische Institut für Denkmalforschung.

Weitere Informationen und Bildmaterial:
Dr. Wolfgang Neubauer
VIAS - Universität Wien
Tel.: 0664 60277 40304
E-Mail:  Wolfgang Neubauer
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